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Zuwenig Schlafplätze für Geflüchtete: Behörde vergisst riesen Unterkunft

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Von: Sebastian Peters

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Flüchtlingsunterkunft in Hamburg-Harburg
Mit mehr als 20 Kräften wurde in kurzer Zeit 600 Betten aufgebaut. © Sebastian Peters

In Hamburg gibt es zu wenige Betten für Geflüchtete. In einem Ad-Hoc-Verfahren hat das DRK 600 Schlafplätze errichtet. Die Geschichte dahinter macht fassungslos.

Hamburg – Auf der letzten Pressekonferenz des Hamburger Senats verkündete der Innensenator Andy Grote stolz, dass an der Schnackenburgallee direkt an der A7 eine notdürftige Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine entstehen soll. Wie schon zuvor soll auf dem Parkplatz „Braun“ des Volksparkstadions ein Containerdorf aufgebaut werden. Noch in der Pressekonferenz verkündete Grote stolz, dass die ersten Arbeiten bereits laufen würden.

Krieg in der Ukraine: Flüchtlingsunterkunft an der Schlachthofstraße: 600 Betten in wenigen Stunden aufgebaut

Nach einer Pressanfrage von 24hamburg.de an die Behörde für Inneres und Sport kommt nun plötzlich heraus, dass der Start der Baumaßnahmen noch unklar ist! 24hamburg.de hörte sich bei möglichen Bauunternehmen um und stellte fest, dass erst am Montag bauliche Maßnahmen stattfinden sollen. Das dauert allerdings zu lange! Noch am Freitag, 11. März 2022, musste die Freiwillige Feuerwehr Pöseldorf in den Hamburger Messehallen 50 weitere Feldbetten aufbauen. Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

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Am späten Nachmittag mussten Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes Ad-Hoc ausrücken. Nach internen Informationen sollten 600 Geflüchtete auf dem Weg nach Hamburg sein. Im Klartext: Das Deutsche Rote Kreuz musste in wenigen Stunden 600 Feldbetten in einer Halle an der Schlachthofstraße in Harburg aufbauen. Die bisherigen Unternehmungen des Krisenstabes, der im Auftrag des Hamburger Senats bei der Behörde für Inneres und Sport liegt, hätten, ohne den Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes, hinten und vorne nicht gereicht. Noch am Abend zuvor erinnerte 24hamburg.de die Behörde für Inneres und Sport über die Möglichkeit, geflüchtete Personen in einer Halle an der Schlachthofstraße unterzubringen.

Informationen

Diese „Halle“, die ehemalig ein Gastronomie-Großhandel war, wurde bereits in der Vergangenheit mehrmals von der Stadt benutzt und schließlich sogar gekauft. Scheinbar wurde die große Immobilie im Krisenstab des Hamburger Senats schlicht vergessen, bis 24hamburg.de eine gezielte Presseanfrage stellte.

Halle an der Schlachthofstraße: Bereits 2015/2016 sind dort Geflüchtete untergekommen – Bei G20 wurde die Immobilie auch genutzt

Dort sind bereits 2015/2016 rund 900 Geflüchtete untergekommen. Allerdings antwortete die Innenbehörde für Inneres und Sport am Freitag, 11. März 2022, um 17:29 Uhr: „Derzeit liegen diesbezüglich keine Informationen vor.“ Doch bereits 1,5 Stunden vor dieser Antwort stehen Einsatzkräfte des DRKs vor der großen Halle an der Schlachthofstraße und tragen 600 Feldbetten in die Halle. Routiniert und mit geschulten Handgriffen werden in kurzerhand die Hälfte der Halle mit Schlafplätzen ausgestattet.

Unterkunft in der Schlachthofstraße
In wenigen Stunden haben die Helfer 600 Feldbetten errichtet. © Sebastian Peters

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Die andere Hälfte wir in der kommenden Woche mit kleinen Räumen bebaut, um ein Minimum von Privatsphäre zu schaffen. Zusätzlich wurden die Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes noch von zwei Freiwillige Feuerwehr unterstützt. Bis spät in die Nacht haben die Einsatzkräfte Feldbetten, Tische und Bänke aufgebaut. Kurz vor „Abschluss“ der nötigsten Arbeiten hieß es plötzlich, dass die Geflüchteten doch erst am Samstagmorgen, 12. März 2022, ankommen würden. Glück für den Hamburger Senat. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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