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„Zusammenleben in Vielfalt“ – Harburg soll zu „Little Istanbul“ werden

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Von: Bona Hyun

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Harburg soll eine Imagebesserung bekommen: Eine beliebte Einkaufsstraße wird zu „Little Istanbul“ – nach New Yorker Vorbild. Was Einwohner erwartet.

Harburg – Harburg eilt bislang ein unschöner Ruf voraus: Der Stadtteil erlangte Bekanntheit durch kriminelle Geschehnisse wie Bluttaten, bei denen ein Mann vor einem Einkaufszentrum niedergestochen wurde oder eine Messerstecherei einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Das soll sich jetzt ändern – denn der Stadtteil hat kulturell auch viel mehr zu bieten, wie auch Bezirksabgeordneter Henrik Sander findet. Er will Harburg neuen Glanz verleihen mit folgender Idee: Die Innenstadt in Harburg soll zu „Little Istanbul“ werden, ganz nach New Yorker Vorbild. Ein Hotspot, der der einst beliebten „Lüneburger Straße“ Attraktivität verleihen soll und Passanten anlocken könnte.

Deutscher Stadtbezirk:Harburg
Fläche:161 Quadratkilometer
Vorwahl:040
Mannschaft:Harburger TB 1865

Harburg wird zu „Little Istanbul“ – ganz nach New Yorker Vorbild

„Zusammenleben in Vielfalt“ – so soll das Leitbild des Bezirks Harburg lauten. Bezirksabgeordneter Henrik Sander (FDP) möchte damit um den Stadtteil werben. Mit der Marketing-Strategie könnte Sander das Stadtbild Harburgs, wo Drogenpartys stattfinden, aufwerten. Die Fußgängerzone in der „Lüneburger Straße“ wird bereits von einigen als „Little Istanbul“ bezeichnet und dieses Stadtbild möchte der Bezirksabgeordnete hervorheben.

Die Lüneburger Straße in Harburg ist komplett leer und eine volle Einkauffstraße in Istanbul mit Passanten
Noch ist die einst beliebte Einkauffsstraße leer – doch das könnte sich bald ändern. Die Lüneburger Straße soll zum „Little Istanbul“ werden und könnte Harburgs ganzer Stolz werden. © AndreLenthe/ ZUMA Wire/imago

Er wollte die Idee am Mittwoch, 15. Juni 2022, im Harburger Stadtmuseum öffentlich diskutieren, so das Abendblatt. „Shopping-Center und der Online-Handel machen es immer schwieriger, Einkaufsstraßen als attraktive, lebendige Orte mit einem vielfältigen Einzelhandel aufrecht zu erhalten“, zitierte ihn das Abendblatt. In der Lüneburger Straße gebe es eine hohe Leerstandsrate, trotz Bemühungen des Citymanagements und des Harburg-Marketings. Außerdem sei die Straße aufgrund der Mischung aus Supermärkten, Handy- und Billigtextilien-Läden durch ein negatives Image geprägt. Das berichtete auch marktplatz-süderelbe.

Einkaufsstraße in Harburg verlor schon vor Jahren an Attraktivität

Die Lüneburger Straße war einst eine regional bedeutsame und beliebte Einkaufsstraße, doch im Laufe der Jahre ließ die Attraktivität nach. Entscheidender Wendepunkt war die Eröffnung des Phoenix-Center 2004 und des im 2016 erweiterten ECE. Besonders das Phoenix-Center hatte eine große Anziehungskraft. Als in der Lüneburger Straße zunehmende Leerstände entstanden, schwenkten die Grundeigentümer auf einen „Business-Improvement District-Kurs“ um, wie die Sueddeutsche berichtet. Damit wollten die Grundeigentümer und Gewerbetreibenden den Standort reanimieren. 2016 endete die Laufzeit des BID und trotz der bisherigen Erfolge scheint es keine dritte Auflage des BID zu geben. 

Harburgs „Lüneburger Straße“ als Grundlage für kulturellen Hotspot „Little Istanbul“

Die Ausstellung „Die Lüneburger Straße: Harburgs historische Stadtachse“ des Stadtmuseums soll den Blick auf die Zukunft der Stadt Harburg lenken. Die FDP möchte im Zuge der Veranstaltung eine Diskussion anregen und über Chancen sprechen. „Marken wie Istikbal und Bambi, die wir in Deutschland nicht kennen, gehören in Ländern wie der Türkei zu den Marktführern. Kann das nicht die Grundlage für eine neue Perspektive für die Lüneburger Straße bilden?“, so der Bezirksabgeordnete Sander.

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„Little Italy“ in New York und das „Japanische Viertel“ in Düsseldorf sind die bisherigen Vorreiter gewesen. Harburg könnte schon bald mit „Little Istanbul“ folgen. Das Stadtviertel würde sich durch schicke Marken, eine etwas andere Mode und kulinarische Spezialitäten auszeichnen. Sander will mit der Veranstaltung eine Diskussion einleiten, die er unter die Menschen bringen und weiterführen möchte. Die FDP habe bislang weder mit dem Migranten-Wirtschaftsverein „Unternehmer ohne Grenzen“ gesprochen, noch mit dem Integrationsrat. Das Citymanagement sei dem Projekt gegenüber skeptisch zuletzt gewesen. Ein neues Gespräch mit dem Harburg-Marketing könnte jedoch bald anstehen.

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