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Zu hohe Ozon-Werte: Senat bittet Bürger, das Auto stehen zu lassen

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Von: Steffen Maas

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In der Stadt Hamburg wurden Ozon-Werte oberhalb der Informationsschwelle gemessen. Der Höchstwert lag am Hitzetag 20. Juli bei 188 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Hamburg – Als wäre die Rekordhitze am Mittwoch, 20. Juli 2022, für viele nicht schon Belastung genug gewesen: Wie der Hamburger Senat mitteilt, registrierte das Luftmessnetz der Stadt Ozon-Werte in Höhe von bis zu 188 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Werte in Hamburg lagen damit über der Informationsschwelle von 180 Mikrogramm des schädlichen Gases. Als Reaktion bittet die Umweltbehörde die Bürger darum, bei hohen Werten aktiv ihren Beitrag zur Verringerung des Ausstoßes zu leisten – durch langsameres Fahren oder kompletten Verzicht auf den Verbrenner.

Name:Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Leitung:Jens Kerstan (Die Grünen)
Sitz:Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg
Haushaltsvolumen:305 Millionen Euro

Umweltbehörde der Stadt Hamburg: „Nutzen Sie Fahrrad, Bus und Bahn“

„Lassen Sie das Auto oder Motorrad möglichst stehen und benutzen Sie stattdessen Fahrrad, Bus und Bahn“, weist die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) die Bürger als Reaktion auf die gemessenen Werte in Bramfeld an. Wer auf Auto oder Motorrad angewiesen ist, der wird gebeten, seinen Spritverbrauch durch langsameres Fahren zu drosseln – „auf Autobahnen nicht mehr als 90 Kilometer pro Stunde.“

Was ist Ozon und wie entsteht es?

Ozon ist ein farbloses oder leicht bläuliches Gas, das seinen Namen durch den markanten Geruch bekommen hat (griechisch „ozon“: das Riechende). Es ist ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molekül, das dementsprechend durch die Formel O₃ beschrieben wird. In hoher Konzentration führt es bei Menschen und Tieren zu einer Reizung der Atemwege – und auch Pflanzen werden geschädigt.

Ozon entsteht und sammelt sich eigentlich in der Stratosphäre – wenn die UV-Strahlen in 15 bis 50 Kilometer Höhe über der Erdoberfläche auf Sauerstoffmoleküle treffen. In der Stratoshäre ist das Gas ungefährlich und schützt die Menschheit sogar, indem es die schädliche UV-Strahlung der Sonne absorbiert.

In Bodennähe entsteht Ozon durch die Kombination aus Sauerstoff und den meist aus Autoabgasen stammenden Stickoxiden – befördert bei heißem Wetter durch die Sonneneinstrahlung. Auch bei Gewitter entsteht Ozon – durch den elektrischen Stromfluss zwischen Wolken und Erdboden.

Einen Hinweis gibt es auch für Bürger der Hansestadt Hamburg, die „erfahrungsgemäß besonders empfindlich auf Ozon reagieren“: Sie sollten ungewohnte, körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien vermeiden: „Von sportlichen Ausdauerleistungen wird abgeraten.“ Erhöhte Ozonkonzentration könne zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Atemwegsbeschwerden sowie Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit führen, heißt es.

Ozon-Werte in Hamburg: Bereits starker Rückgang

Bereits in den späten Abendstunden am 20. Juli 2022 gingen die Werte deutlich zurück und auch die bewölkten Folgetage trugen zu einer Beruhigung der Situation bei. Für die kommenden Tage erwartet die Umweltbehörde trotz angekündigter Hitzetemperaturen keine weiteren Belastungen, die über die Informationsschwelle hinaus gehen. Damit ist zudem auch klar, dass keine Sorge besteht, dass die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten wird.

Die Köhlbrandbrücke in Hamburg.
Sonne und Verkehr: die beiden größten Übeltäter bei der Entstehung des schädlichen Gases Ozon in Bodennähe. © Christian Charisius/dpa

Die genauen und aktuellen Werte können Interessierte jederzeit auf der Homepage des Hamburger Luftmessnetztes nachlesen. Dort sind die verschiedenen Messstationen mit ihren unterschiedlichen Funktionen aufgelistet und bieten einen detaillierten Blick auf die Werte.

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