1. 24hamburg
  2. Hamburg

„Ziele verschärft“: Neuer Klimaplan soll Hamburg bis 2045 klimaneutral machen

Erstellt:

Kommentare

Aufgrund der harten Realität der drohenden Klimakatastrophe verschärft die Umweltbehörde der Stadt Hamburg ihre Klimaziele – bis 2045 will man CO₂-neutral leben.

Hamburg – Der Hamburger Senat hat seine Klimaschutzziele für Hamburg nochmals verschärft. Durch eine Vielzahl sogenannter Hebelmaßnahmen in verschiedenen Sektoren will die Stadt bis 2030 die CO₂-Emissionen um 70 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 reduzieren. Bis 2045 strebt die Stadt eine Emissionsminderung von mindestens 98 Prozent an, um damit CO₂-neutral zu werden. Das sieht ein Eckpunktepapier zur Zweiten Fortschreibung des Klimaplans vor, das Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Dienstag, 20. Dezember 2022, vorgestellt hat.

Name:Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Leitung:Jens Kerstan (Die Grünen)
Sitz:Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg
Haushaltsvolumen:305 Millionen Euro

Klimaneutralität in Hamburg: Überarbeiteter Klimaplan ist noch ambitionierter

„Da die Klimakrise deutlich schneller voranschreitet und härter ausfällt als zunächst prognostiziert, haben wir unsere Ziele nochmals verschärft“, sagte Kerstan. Die Ziele, die Hebelmaßnahmen sowie deren grundsätzliche Machbarkeit seien von renommierten Instituten untersucht worden. „2045, und damit fünf Jahre schneller als bislang vorgesehen, soll ganz Hamburg CO₂-neutral leben und wirtschaften“, sagte Kerstan.

Grundlegend ist dabei, dass wir alle – Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger – gemeinsam mit aller Kraft am gleichen Strang ziehen.

Jens Kerstan (Grüne), Umweltsenator der Stadt Hamburg

Hamburg könne diese Aufgabe nicht allein bewältigen, sondern sei darauf angewiesen, dass gerade auch der Bund seine Ziele umsetze. „Mit der neuen Bundesregierung und den gründlichen und umfassenden Vorarbeiten in Hamburg stehen die Zeichen gut, dass wir jetzt schneller vorankommen können“, sagte der Umweltsenator.

Klimaneutralität in vier Sektoren: Industrie, Gewerbe, private Haushalte und Verkehr

Für die vier Sektoren „Industrie“, „Gewerbe-Dienstleistung-Handel“ (GDH), „Private Haushalte“ und „Verkehr“ hat der Senat rund 40 Maßnahmenbereiche identifiziert und deren CO₂-Einsparungspotential ermitteln lassen. Danach soll der Sektor „Private Haushalte“ den Ausstoß bis 2030 um weitere knapp 1,7 Millionen Tonnen CO₂ senken, der Sektor „GDH“ um 1,7 Millionen Tonnen, die Industrie um 2,2 Millionen Tonnen und der Verkehr um rund 820.000 Tonnen. Rund 600.000 Tonnen CO₂-Einsparung seien keinem Sektor direkt zugeordnet, sondern sollen als Gemeinschaftsleistung bis 2030 erbracht werden.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

„Wir werden alles dafür tun, unseren Beitrag zu leisten: Gebäude müssen modernisiert und die Verkehrswende weiter vorangebracht werden“, sagte Kerstan. Letzten Berichten zufolge solle allein die Gebäudemoderinisierung im Stadtgebiet etwa 33 Milliarden Euro kosten – was auf Kritik stieß. Im Verkehrssektor ist die geplante U-Bahnlinie U5 ein Vorzeige-Projekt, bei dem schon während des Baus auf besonders klimaschonende Arbeit geachtet werden soll.

Hamburger Klimaplan Vorstellung Jens Kerstan Umweltsenator Bürgermeister Peter Tschentscher
Bereits in der vergangenen Legislaturperiode steckte der rot-grüne Senat mit Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) und Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) Ziele für die klimapolitische Zukunft der Hansestadt. Diese wurden nun verschärft. (Archivbild) © Daniel Bockwoldt/dpa

Und: „Viele Hamburger Industrieunternehmen haben sich bereits verpflichtet, die Prozesse effizienter zu gestalten und weiter zu dekarbonisieren – genau wie bei der Fernwärme“, sagte Kerstan. Hier sei die Stadt auf einem guten Weg. Nun gelte es, in den nächsten Monaten das Eckpunktepapier in einen detaillierten Klimaplan mit konkreten Maßnahmen zu übersetzen. (DPA)

Auch interessant

Kommentare