Schock-Minuten

Grusel-Video: Wolf verfolgt Joggerin und Hund

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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In Hamburg streunen die Wölfe! Zeugen haben ein Raubtier in Hamburg-Sinstorf gesehen. In Niedersachsen hat ein Tier eine Joggerin mit ihrem Hund verfolgt.

Update vom 17. April 2021, 17:27 Uhr: Hamburg/Hannover – Nach der jüngsten Wolfssichtung in Hamburg-Sinstorf, ist am Freitag, 16. April 2021, im Heidekreis (Niedersachsen) ein Wolf einer Joggerin gefährlich nahegekommen. Wie auf einem Video auf der Plattform YouTube zu sehen ist, zieht der Wolf auf einem Acker seine Kreise und läuft immer wieder auf die Joggerin zu*. Die ist mit ihrem Hund vor Ort und hat hörbar Todesangst vor dem Tier.

Tier: Wolf
Höhe: 66 bis 81 Zentimeter (Erwachsener, Schulterhöhe)
Lebenserwartung: Weiblich: 14 Jahre (In der Wildnis)
Länge: 1 bis 1,6 Meter (Erwachsener)
Geschwindigkeit: 50 bis 60 Stundenkilometer

Erstmeldung vom 15. April 2021, 16:54 Uhr: Hamburg-Harbug – Ende März steht ein Passant in der Nähe der Sinstorfer Kirche am südlichen Hamburger Stadtrand, nahe der Grenze zu Niedersachen. Plötzlich streift ein ungewöhnliches Tier übers Feld, direkt am Waldrand vorbei. Doch es ist kein großer grauer Hund. Der Passant zückt eine Kamera, hält drauf: ein Wolf.

Das bestätigt nun auch die Hamburger Umweltbehörde. Das Foto sei der mittlerweile achte Beweis für Wölfe in Hamburg. Immer wieder streifen einzelne Tiere am Stadtrand entlang – bereits seit einigen Jahren. Ein Sprecher der Umweltbehörde: „Es ist aber davon auszugehen, dass die Wölfe das Gebiet des Stadtstaates nur durchwandern.“

Wolf-Alarm in Hamburg: Schaf gerissen

Es seien vor allem Einzelgänger, junge Tiere, die in einer Nacht bis zu 80 Kilometer zurücklegen können. Sie suchen nach neuen Revieren. „Rudel haben wir im Bereich Hamburg noch nicht“, so der Sprecher. Damit bleibt es vorerst bei der Sichtung von einzelnen Wölfen in Hamburg.

Mitterweile gibt es acht Fotobeweise von Wölfen in Hamburg. (Symbolbild/24hamburg.de)

So lichtete ein Naturfotograf im vergangenen Jahr eines der Tiere ab – im Duvenstedter Brook, Bezirk Wandsbek. 2013 gelang ein Wolfs-Bild in Hamburg-Kirchwerder. Doch es bleibt nicht nur bei bloßen Sichtungen: Ein Wolf reißt 2018 im Stadtteil Schnelsen ein Schaf.

Wolf-Alarm in Hamburg: Tier unter besonderem Schutz

Doch einfach abknallen ist nicht: Wölfe sind streng geschützt, stehen unter Naturschutz – europaweit. Viele Jahrzehnte galten sie in Deutschland als ausgestorben. Jetzt breiten sie sich seit 20 Jahren wieder aus. Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde wurden 2018/19 105 Wolfsrudel in Deutschland gezählt. Wer also einen Wolf sehen will, muss dazu nun nicht immer zwangsläufig weit fahren.

Doch immer wieder kommt es im Norden zu Unfällen mit Wölfen: So fährt Ende März ein Autofahrer einen Wolf auf der A1 bei Hamburg tot. Und auch in Niedersachsen mehren sich in den vergangenen Jahren die Vorfälle: In Oyten (Landkreis Verden) entdeckte ein Radfahrer nun einen toten Wolf am Bahndamm *.

Wolf-Alarm in Hamburg: Muss ich auf der Hut sein?

Wer Nutztiere hält, sollte diese angemessen schützen, so die Behörde. Hamburg hat eigene Wolfsbetreuer, die auf Wunsch auch beraten können. Sollte es trotzdem vorkommen, dass ein Wolf nachweislich ein Tier tötet, könne ein Antrag auf Entschädigung gestellt werden.

Doch wie gefährlich sind Wölfe wirklich? Jetzt, da sich die Tiere anscheinend immer näher an die Menschen heranwagen, und die Rudelzahlen steigen. Muss ich beim Joggen im Wald, beim Gassigehen mit dem Hund auf der Hut sein? Das sagen Experten dazu. * 24hamburg.de, nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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