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Wohnung mieten in Hamburg: Hier wohnt es sich am günstigsten

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Von: Kevin Goonewardena

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In kaum einer deutschen Stadt ist das Wohnen so teuer wie in Hamburg. Doch es gibt auch noch günstigen Wohnraum – in diesen Stadtteilen. Was zu beachten ist.

Hamburg – Seit Jahren belasten immer weiter steigende Mietausgaben in den deutschen Großstädten die Mieter. Insbesondere Hamburg gilt als teure Stadt zum Wohnen, mittlerweile ist die Elbmetropole die zweitteuerste Stadt Deutschlands. Die Mieten stiegen zuletzt prozentual so viel, wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Aber auch für den Erwerb von Eigentum muss immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Und Experten rechnen damit, dass die Pandemie die Preise auf dem Immobilienmarkt noch weiter ansteigen lässt*. Zusätzlich zu den Immobilienpreisen und Mieten sind in den vergangenen Monaten die Kosten für Gas- und Strom dramatisch angestiegen*. Bis zu 300 Prozent mehr müssen Verbraucher für Energie nun berappen.

Trotz allem ist vergleichbar günstiges Wohnen noch möglich. Wo in der Hansestadt verhältnismäßig geringe Mieten zu zahlen sind und was es zu beachten gilt, verrät dieser Artikel.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen (Stnd Dezember 2021)
Bestandswohnungen:rund 976.700 (Stand Dezember 2020)

Geheimtipps in Hamburg: Auch mal über den Tellerrand schauen – hier ist Wohnen noch günstig

Sechs Hamburger Stadtteile sind selbst für Durchschnittsverdiener schon zu teuer. Ein gutes Beispiel für Stadtteile, in denen sich noch günstige Mieten in Hamburg finden lassen, ist Hamm. Autofahrern wahrscheinlich am ehesten noch wegen der Hauptverkehrsadern Sievekingsallee, Hammer Landstraße und Hammer Steindamm bekannt, die durch den Stadtteil führen, dürfte Hamm ansonsten bei Hamburgern und insbesondere bei denen, die es werden wollen, unter dem Radar laufen. Dabei liegt der Stadtteil nur etwa zweieinhalb Kilometer entfernt vom Hamburger Hauptbahnhof und damit des Hamburger Stadtzentrums. Der S-Bahn Hamburg- und U-Bahn-Knoten im HVV Berliner Tor ist sogar noch näher dran. Doch Hamm überzeugt nicht nur durch seine verkehrsgünstige Lage.

Häuser am Hammer Steindamm in Hamburg-Hamm
Häuser am Hammer Steindamm in Hamburg-Hamm. In dem innenstadtnahen Stadtteil lässt es sich noch vergleichbar günstig leben. © UweRohwedder, Hammersteindamm115-117 (Hamburg-Hamm), CC BY-SA 3.0

Durch Hamm fließen der Mittelkanal und der Nordkanal, die Bille streift den Stadtteil im Süden und auch die Alster, Hamburgs blaues Herz, ist fußläufig erreichbar. Mit dem Hammer Park beherbergt Hamm eine der ältesten Parkanlagen Hamburgs, deren Ursprünge gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Der unter Denkmalschutz stehende öffentliche Park wurde in seiner heutigen Form durch den damaligen Hamburger Gartenbaudirektor Otto Linne entworfen und 1920 eröffnet.

 „Hamm ist relativ innenstadtnah und eine gute Alternative, da gibt es wirklich schöne Ecken.

Lars Seidel, Geschäftsführer Wohnen bei Grossmann & Berger im Hamburger Abendblatt

In Hamm finden sich kleine Altbauquartiere, große, imposante Backsteingebäude, schnuckelige, kleine inhabergeführte Läden, Gastronomie, Kulturangebot und ein Wochenmarkt. Auch oder gerade weil Hamm zu den Hamburger Stadtteilen gehört, in denen das Durchschnittseinkommen niedrig ist, lassen sich dort noch günstige Mieten finden. Vor allem gemessen an der relativen Nähe zur Hamburger Innenstadt. Und dazu gibt es ein relativ großes Angebot an freien Wohnungen. Nach Eingabe von 750 Euro Kaltmiete ließen sich auf dem Immobilienportal immoscout24.de von zwei Abendblatt-Redakteurinnen 19 Wohnungen zum Zeitpunkt ihres Researchs finden.

Experte zum Hamburger Wohnungsmarkt: „In jedem Stadtteil lebenswerte Gebiete“

Lars Seidel, Geschäftsführer Wohnen bei Grossmann & Berger, rät im Hamburger Abendblatt dazu, sich „immer die Mikrolage“ eines Stadtteils anzusehen, das heißt das einzelne Quartier, die nähere Umgebung. Und nicht nur den Stadtteil, in dem sich eine potenzielle neue Wohnung befindet, als Ganzes. „Da findet man in jedem Stadtteil lebenswerte Gebiete“, so Seidel.

Sieben Bezirke und 104 Stadtteile: „Hamburg ist überall die schönste Stadt der Welt!“ 

Auch der Geschäftsführer des Mietervereins zu Hamburg, Rolf Bosse, teilt die Meinung, dass es mehr als nur wenige lebenswerte Stadtteile in Hamburg gibt. „Wir stellen in jeder Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift einen Stadtteil vor, und immer treffen wir auf Anwohnerinnen und Anwohner, die begeistert sind von ,ihrem‘ Kiez. Hamburg ist überall die schönste Stadt der Welt! Warum sich also nicht auf eine andere Umgebung einlassen?“, sagt er dem Abendblatt.

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Nebenkosten können Miete erhöhen: Darauf sollten Mieter auch in Hamburg achten

Günstige Mieten, wie es sie in Hamburg etwa in Hamm, Rothenburgsort oder Veddel gibt, sollten auch immer auf die Nebenkosten hin überprüft werden. Wer sich nur von der reinen Kaltmiete leiten lasse, dem könnte mit der ersten Nebenkostenabrechnung ein böses Erwachen bevor stehen. „Mancher Vermieter legt hier geringere Vorauszahlungen fest, als eigentlich erforderlich wäre, um die Miete insgesamt günstiger erscheinen zu lassen“, so Bosse gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Dabei helfe es, mithilfe des Betriebskostenspiegels für Hamburg die Vorauszahlungen, die für die kalten Betriebskosten und für Heizung und Warmwasser zu leisten sind, auf ihre Plausibilität hin zu überprüfen. So könne vermieden werden, dass die scheinbar günstige Miete sich am Ende dann als doch nicht so günstig herausstellt.

Die Kosten für Energie waren in den letzten Monaten massiv gestiegen. Die Bundesregierung plant nun eine diesbezügliche Entlastung für einkommensschwache Familien*.

Mieten: So viel Zahlungen Hamburger für Miete

Als Faustregel gilt, dass Haushalte nicht mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete ausgeben sollten. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung geben 53 Prozent der Mieter in Hamburg jedoch mehr als 30 Prozent des ihnen zur Verfügung stehenden Einkommens für Miete aus. Das berichtet das Abendblatt. Bei 28 Prozent sind es sogar 40 Prozent und mehr als die Hälfte ihres Einkommens wenden gar 12 Prozent im Monat auf, um die Miete zu zahlen.

Wohnen: Diese Gruppe hat es auf Hamburgs Wohnungsmarkt am schwersten

Am schwierigsten eine neue Wohnung finden auf dem Hamburger Wohnungsmarkt Familien, die mindestens 3 Zimmer und 75 Quadratmeter Wohnfläche benötigen, aber nicht mehr als 1000 Euro an Kaltmiete zahlen können. Beschränkt man sich bei der Suche nicht auf ein Stadtteil, sondern weitet diese auf die ganze Stadt aus, finden sich bei immoscout24.de gerade einmal 35 Wohnungen, die den oben genannten Kriterien entsprechen. Das berichtet das Abendblatt. Bei immowelt, so das Blatt weiter, seien es 38.

Miete: In diesen Hamburger Stadtteilen ist die Durchschnittsmiete am günstigsten

Bei der Einordnung der Hamburger Stadtteile mit den günstigsten Durchschnittsmieten, bezieht sich das Abendblatt auf eine Analyse von Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums Ohmoor, die, die Daten des Immobilienportals immoscout24.de ausgewertet haben. Im Jahr 2021 waren die Durchschnittsmieten für Altbau und Neubau in Steilshoop (unter 10 Euro pro Quadratmeter) von allen innenstadtnahen Stadtteilen am günstigsten.

Immobilienmarkt
Ein Hochhaus im Hamburger Stadtteil Steilshoop. © Jonas Walzberg/dpa

In Ohlsdorf, Farmsen-Berne, Horn, Billstedt, Veddel kostete der Quadratmeter durchschnittlich zwischen 10 und 11,50 Euro. 11,50 bis 13 Euro waren in Dulsberg, Hamm, Bramfeld, Wilhelmsburg, Eidelstedt und Fuhlsbüttel fällig.

Hamburger Wohnungsmarkt: Überschaubares Angebot an günstigen Wohnungen

Doch um von den günstigen Stadtteilen profitieren zu können, muss dort auch entsprechender Wohnraum verfügbar sein. Und da zeigt sich das nächste Problem: An entsprechendem Angebot mangelt es nämlich. Beim Test fand sich über das Portal immoscout24.de nach Eingabe des als Suchkriteriums einer Kaltmiete von maximal 750 Euro nur eine einzige Wohnung in Steilshoop (Drei Zimmer für 650 Euro). In Ohlsdorf fanden sich die Inserate für eine Zwei- und eine Dreizimmerwohnung für 483 Euro beziehungsweise 710 Euro.

Hamburg: Ab 70 Quadratmeter und bis 1000 Euro überwiegend am Stadtrand möglich

Mehr Angebote, dafür kleinere Wohnungen gibt es in Bramfeld. Etwa zwei 40-Quadratmeter große Wohnungen für weniger als 500 Euro Kaltmiete.

Ist ein höherer Platzbedarf gegeben, finden sich Wohnungen von 75 Quadratmetern aufwärts vor allem in am Rand gelegenen Stadtteilen. Mit 750 Euro Kaltmiete kommt man allerdings auch dort nicht mehr hin, bis maximal 1000 Euro gibt es etwa in Farmsen-Berne (90 Quadratmeter, 843 Euro), Rahlstedt (87 Quadratmeter, 916 Euro), Schnelsen (89 Quadratmeter, 889 Euro), Poppenbüttel (82 Quadratmeter, 1000 Euro) und Rissen (78 Quadratmeter, 900 Euro) Wohnraum zu finden, wie das Abendblatt berichtet. Vereinzelt, führt die Zeitung weiter aus, gibt es auch entsprechende Angebote in beliebteren Stadtteilen wie Barmbek oder Eimsbüttel.

Neubau Hamburg mieten: Hier sind die Preise am günstigsten

Einer neuen Analyse zufolge, liegt die durchschnittliche Miete in Hamburg für Bestandswohnungen bei 12,80 pro Qua­dratmeter. 15,50 Euro Miete sind im Schnitt je Quadratmeter bei Neubauwohnungen fällig.

Baugerüst an einem Haus beim Bau von Wohnungen in einem neu erschlossenen Gebiet in Hamburg-Lohbrügge.
Die Mietpreise für Hartz-IV-Empfänger explodieren. Bis 2025 müssen in Deutschland 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden (Symbolbild). © IMAGO / Hanno Bode

Am günstigsten lassen sich Neubauwohnungen im Süden Hamburgs mieten. In Finkenwerder (12,10 Euro) und in den zum Bezirk Harburg gehörenden Stadtteilen Hausbruch (12,50 Euro), Neugraben-Fischbek und Marms­torf (jeweils 12,80 Euro).

Neuallermöhe (13 Euro), Lurup (13,10 Euro), Steilshoop und Billstedt (jeweils 13,40 Euro), Lohbrügge (13,60 Euro) und Farmsen-Berne (14 Euro) sind die Stadtteile nördlich der Elbe mit den günstigsten Neubauwohnungsmieten. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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