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„Wo soll das hingehen?“– Polizei Hamburg soll ab 2030 nur noch E-Autos fahren 

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Von: Bona Hyun

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Die Polizei Hamburg stellt bis 2030 auf E-Autos um. Doch eignen sie sich für Einsätze? Oft gibt es nicht genügend Lademöglichkeiten und Bauteile.

Hamburg – Das Verbrenner-Aus rückt auch in Hamburg immer näher: Selbst die Polizei Hamburg setzt auf Elektro und stellte bereits neue E-Fahrzeuge vor. Bis 2030 will der Hamburger Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen. „Wo soll das denn hingehen?“, fragten sich Mitarbeiter des Pkw-Fuhrparks der Stadt Hamburg damals –zurecht. Eine Reihe elektrobetriebener Fahrzeuge bei der Polizei seien wegen Brandgefahr zurückgerufen worden. An vielen Stellen muss bei einem kompletten Umstieg nachjustiert werden, damit die E-Autos für jede Katastrophenlage einsatzbereit sind.

E-Modell von VolkswagenVolkswagen ID.4
UVP:Ab 46.335€
Höchstgeschwindigkeit:160 bis 180 km/h
Motorleistung:204 bis 299 PS

Polizei Hamburg steigt um auf E-Mobilität bis 2030 – Verbrenner werden schnellstmöglich verbannt

Bisher war die Polizei Hamburg vermehrt im Einsatz, weil E-Autos Schaden anrichteten: Ein Elektroauto krachte in Haus, doch die Batterie wurde „zum Glück nicht beschädigt“. Die kommenden Jahre sollen Beamte tatsächlich mit elektrisch betriebenen Wagen unterwegs sein. Der Fuhrpark Hamburg soll den Umstieg vorantreiben, um Verbrenner so schnell wie möglich zu verbannen. Jeder andere Autowunsch, wie der Verbleib beim Verbrenner, werde von einer Arbeitsgruppe im Landesbetrieb streng geprüft. Stephan Nowak, Fuhrparkleiter, ist zuversichtlich und sagte der Welt: „Überall dort, wo Arbeit und Reichweiten planbar sind, bei Ermittlern im Tagesdienst etwa, können wir mit Elektrofahrzeugen arbeiten.“ Die Quote liege bereits bei 15 Prozent.

Ein Funkstreifenwagen mit Elektroantrieb der Polizei Hamburg von Opel
Bis 2030 soll die Polizei Hamburg auf E-Autos umsteigen. Bereits jetzt mangelt es an Lademöglichkeiten und Bauteilen. © Hanno Bode/imago

Polizei Hamburg setzt probeweise E-Autos ein – denen könnte auf Einsätzen der Strom ausgehen

In der Praxis sind noch einige Herausforderungen zu meistern. E-Autos sind stark abhängig von Ladekapazitäten, zudem ziehen Blaulicht und Funk sehr viel Strom und mindern enorm die Reichweite des Wagens. Das bekamen Beamte zu spüren, als ihrem E-Auto während Einsätzen die „Puste ausging“. Genügend Reichweite hätten die derzeitigen E-Modelle, aber nicht immer gibt es genügend freie Lademöglichkeiten. Fuhrparkleiter Thorsten Krumm verwies auf die Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler. Dort hätte es keinen Strom für die Einsatzwagen gegeben. Dieser wurde damals selbstverständlich für die Lebenserhaltung der Menschen verbraucht.

Mittlerweile kämen fast jeden Monat neue Modelle an Elektrofahrzeugen auf den Markt, sagte Krumm der Welt. Der VW ID4 erweist sich als erfolgreicher elektrischer Streifenwagen im Dienst in Hamburg. Im Gegensatz zur durchschnittlichen Kilometerleistung eines Verbrenners schafft er 400 Kilometer am Tag. Auch neue E-Roller sollen in der Innenstadt eingesetzt werden.

Polizei Hamburg soll 2030 nur noch E-Autos fahren – es fehlen Bauteile

Bei einer Umstellung auf E-Autos würde es aber nicht nur an Lademöglichkeiten, sondern auch an Bauteilen mangeln. Es käme bei den Bestellungen zu einem Verzug von teils Monaten. Ebenso müsste die Strom-Infrastruktur ausgebaut werden. „Mit den Ladestationen, die wir an den Polizeikommissariaten eingerichtet haben, kommen wir an einigen Standorten, zum Beispiel hier in Alsterdorf, bereits an die Grenzen des Stromnetzes“, zitierte Welt Nowak. Auch Polizeisprecher Holger Vehren sagte dem NDR, es müsse erst eine besonders zuverlässige Infrastruktur mit Ladesäulen geschaffen werden.

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Falls Umstellung auf E-Autos nicht gelingt – fährt Polizei Hamburg mit Wasserstofautos?

Vor wenigen Wochen endete die dreijährige Testphase eines Wasserstoff-Autos, eines Mercedes GLC F-Cell. Krumm schwärmt von den Vorteilen eines Wasserstoffautos. „Ein tolles Auto, mit allen Vorteilen eines Stromers, der aber in nicht einmal fünf Minuten aufgetankt war und nicht acht Stunden aufgeladen werden musste“. Generell sind Wasserstoffautos im Trend und werden von deutschen Ingenieuren zum Billig-Preis gebaut. Ein großer Nachteil ist, dass mit den beiden großen Wasserstofftanks im Kardantunnel und hinter der Rückbank kaum Stauraum bleibt.

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