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Wissenschaftler beweist: In dieser Altersgruppe sind die meisten Ungeimpften

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Von: Kevin Goonewardena

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Geimpft oder ungeimpft, Reizbegriffe dieser Tage. Doch wer sind „diese Ungeimpften“ eigentlich? Ein Forscher hat nun die Daten ausgewertet.

Hamburg – Mehr als 68 Prozent der Deutschen haben sich bereits gegen das Corona-Virus impfen lassen. Seit dem Beginn der vierten Welle und der flächendeckenden Ausweitung des 2G-Modells, sowie aufgrund der Booster-Impfungen und der Möglichkeit sich ohne Termin impfen zu lassen, setzt zumindest mancherorts ein regelrechter Run auf Impfzentren ein. So bildeten sich in Hamburg etwa lange Schlangen vor den Fischauktionshallen oder der Elbphilharmonie. Doch noch immer sind viele Deutsche ungeimpft, manche haben vor sich impfen zu lassen, andere werden es auch nach beinahe zwei Jahre anhaltender Pandemie nicht tun. Wer sind diese Leute? Eine Studie gibt nun Antworten auf diese und andere Fragen.

Vollständig geimpfte Bürger:58,9 Millionen
Bürger mit einer Corona-Impfung:56,7 Millionen
Impfquote erste Corona-Impfung:70,8 Prozent
Impfquote der vollständig Geimpften:68,3 Prozent

Ungeimpft: Das sagen die Daten über Ungeimpfte aus

Kristan Schneider, Professor für Modellbildung und Simulation an der Hochschule Mittweida in Sachsen, weiß, welcher Altersgruppe die meisten Ungeimpften zuzurechnen sind oder in welchen Regionen sie vor allem leben. Schneider ist Biomathematiker und beschäftigt sich vor allem mit der Ausbreitung und genetischen Zusammensetzung von Infektionskrankheiten. Für RTL analysierte Schneider die Pandemie.

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Ungeimpft: In dieser Altersgruppe finden sich die meisten

Die meisten Ungeimpften befänden sich in der Altersgruppe der 18 bis 59-Jährigen, also im berufsfähigen Alter. Da die Menschen, die unter diese Gruppe fallen, sich im Berufgsleben und Alltag mehr bewegen und für mehr Durchmischung sorgen würden, müssten sie zu einer Impfung bewegt werden, so Schneider gegenüber RTL.

Die große Gruppe der Ungeimpften, das sind die im berufstätigen Alter zwischen 18 und 59 Jahren – und da ist es wichtig, diese Leute zur Impfung zu bewegen. 

Professor Kristan Schneider (Hochschule Mittweida, Sachsen)

Ungeimpft: Gruppe ab 60 kein Pandemietreiber - Impfung trotzdem empfohlen

Für die Gruppe der ab 60-Jährigen gelte das nicht. Sie spiele deswegen keine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Virus. Da ältere Menschen generell und Ungeimpfte im Besonderen zu Risikogruppe gehören, rät Kristian Schneider auch den Angehörigen dieses Altersspektrums zu einer Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung. So ließe sich nicht nur das eigene Leben und der anderer schützen, sondern, da diese Menschen besonders oft klinisch behandelt werden müssten, auch für eine Entlastung der Kliniken und des dortigen personals sorgen.

Ungeimpft: Jüngere gesondert betrachten

Der Professor plädiert darauf, jüngere Menschen gesondert zu betrachten. Diese würden sich zwar an dem Pandemie-Geschehen beteiligen, in dem sie das Virus weiter tragen, seien dennoch keine großen Treiber und anders als Bürger und Bürgerinnen über 60 Jahre, auch ungeimpft einer deutlich geringeren Gefahr eines schweren Verlaufes ausgesetzt, erst recht einem mit Todesfolge. Zwar kämen Kinder mit vielen Menschen in Kontakt, vor allem aber mit ihresgleichen und ihren Eltern. In der Altersgruppe der Kinder gebe es einfach nicht viele „Durchmischungen“, so Schneider.

Wenn man alle Kinder unter 12 Jahren jetzt impfen würde, würde das nicht das große Problem lösen, das wir aktuell haben.

Professor Kristan Schneider (Hochschule Mittweida, Sachsen)

Ungeimpft: Hier wohnen sie – und das sagt der Bildungsgrad über die Impfbereitschaft aus

Mit deutlichem Abstand die niedrigste Impfquote in Deutschland hat das Bundesland Sachsen. Länder wie Hamburg, Schleswig-Holstein und andere in Norddeutschland gehören dagegen zu den Vorreitern. Sie weisen hohe Impfquoten auf. Ob sich jemand für oder wegen einer Impfung entscheidet, das hänge auch mit dem Bildungsgrad zusammen, so Schneider. Zumindest Studien aus den USA würden einen Zusammenhang nahelegen. „ Zwar seien die Daten aus Deutschland noch nicht so weit untersucht, aber nicht nur Studien aus den USA deuten in die Richtung, dass ‚der Bildungsgrad und die Bereitschaft dazu, sich impfen zu lassen‘, schon ein bisschen zusammen hängen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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