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„Wir geben Menschen Vorrang“: Hamburger Grüne verbieten jetzt auch noch das Schrägparken

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Von: Bona Hyun

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Für mehr Platz auf dem Gehweg wollen die Grünen gegen das illegale Schrägparken in Hamburg vorgehen. Das sei nur fair gegenüber Fußgängern.

Hamburg – Parken in Hamburg ist und bleibt für Autofahrer eine Herausforderung – besonders in dicht besiedelten Stadtteilen wie Hoheluft-Ost. Um Autofahrern den Parkdruck zu nehmen, wollten die Grünen Anwohnerparkplätze in ganz Hamburg einführen, was für die Autofahrer auf Dauer ziemlich teuer werden kann. Jetzt wird das Parken dort noch zunehmend erschwert, genauer gesagt das Schrägparken: Die Grünen wollen künftig dagegen vorgehen, um Fußgängern Vorrang zu gewähren. Derzeit seien die Bürgersteige auf beiden Seiten oft zugeparkt. Teilweise parken die Autofahrer sogar im Halteverbot. Besonders quer zur Fahrbahn stehende Fahrzeuge, die teilweise auf dem Gehweg stehen, seien laut den Grünen problematisch.

Freien und Hansestadt HamburgHoheluft-Ost
Fläche:60 ha
Bevölkerungsdichte:16.203 Einwohner/km²
Vorwahl:040

Grüne verbieten Schrägparken in Hamburg aus Fairness gegenüber Fußgängern

Das Schrägparken wird in der Husumer Straße laut Abendblatt Informationen künftig geahndet. Mit ihrem Vorgehen gegen die Schrägparker wollen die Grünen, die weniger männlichen Verkehr fordern, vor allem den älteren Menschen und Kindern entgegenkommen. Denn die quer parkenden Fahrzeuge blockieren für Fußgänger den Gehweg. „Unsere Leitlinie ist dabei klar: Wir geben Menschen Vorrang vor parkenden Autos – gerade in so hoch verdichteten Quartieren wie in Hoheluft-Ost“ zitierte das Abendblatt Timo B. Kranz, Vorsitzender der Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Nord. Weiter heißt es, dass die Menschen sicherer und bequemer zu Fuß gehen sollen.

Fahrzeuge parken in zweiter Reihe auf einem Radweg in Hamburg
Falschparker aufgepasst: Die Grünen wollen gegen Schrägparken in Hamburg Hoheluft-Ost vorgehen. (Symbolbild) © Axel Heimken/dpa

So soll in Hoheluft-Ost Platz für Fußgänger und Fußgängerinnen geschaffen werden. Unabhängig von dem Vorgehen sollen bald Scan Cars in Hamburg eingeführt werden, die Jagd auf Falschparker machen. Alle gescannten Fahrzeuge ohne Parkschein bekommen einen Strafzettel.

Schrägparken verboten: Grüne wollen in Hamburg mehr Platz schaffen auf dem Gehweg

Zudem sollen weitere Maßnahmen erfolgen, die Gehwege in der Husumer Straße nutzbarer zu machen. Abendblatt zufolge sollen die Gehwege breiter werden und auch für neue Fahrradbügel soll Platz geschaffen werden. Für Radfahrer sollen so sichere Abstellmöglichkeiten geschaffen werden. Die Grünen teilten zudem mit, eine neue, sichere Querungsmöglichkeit in der Straße Falkenried in Höhe Straßenbahnring einzurichten. Dort gebe es besonders viel Fußverkehr aufgrund der vielen Büros und gastronomischer Angebote. Fußgänger müssten sich häufig zwischen den parkenden Fahrzeugen durchschlängeln.

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Förderung des Fußverkehrs in Hamburg – bisherige Maßnahmen in Hamburg Hoheluft-Ost

2021 wurde die Parkregelung bereits in der Heider Straße geändert, sodass beide Gehwege besser nutzbar sind, berichtet das Abendblatt. 2017 wurden auf Initiative von SPD und Grünen erstmals Fußverkehrsstrategien für die beiden Hamburger Stadtteile Hoheluft-Ost und Alsterdorf erarbeitet, wie die Grüne Hamburg-Nord auf ihrer Internetpräsenz schreibt. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschloss 2018 eine Reihe von Maßnahmen, um den Fußverkehr in Hoheluft-Ost zu optimieren.

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Sichere und barrierefreie Fußwege sollen die Aufenthaltsqualität attraktiver machen und zur Herstellung von attraktiven Wegeverbindungen beitragen. Schließlich ist „zufußgehen die ursprünglichste Form der Fortbewegung, gesund, umweltfreundlich und selbstaktiv“, resümierte Dana Vornhagen, stv. Fraktionsvorsitzende der Altonaer GRÜNEN in einer Bezirksversammlung Ende Mai 2022.

„Hamburgs Grüne verbieten Einfamilienhäuser“ nur eine der Schlagzeilen

Es ist nicht das erste Verbot, mit dem die Grünen bundesweit aus Hamburg heraus Schlagzeilen machen: „Hamburgs Grüne verbieten Einfamilienhäuser – Traumhaus ade“ betitelte Der Spiegel im Februar 2021 eine Geschichte, drastischer äußerte sich Henneke Lütgerath, Vorsitzender des Hamburger Landesverbands Wirtschaftsrat. „In der Hansestadt Hamburg ist ein Traum linker Ideologen wahr geworden“, ätzt Lütgerath gegenüber der Tageszeitung Die Welt, die SPD und Grüne „verbieten – bislang nur in Hamburg – den Menschen den Traum vom Eigenheim“, so Lütgerath weiter. Hamburgs Grüner Umweltsenator Jens Kerstan stellt Forderungen auf, die es in sich haben. Er will das des Deutschen liebstes Gut verbieten: Eigenheim und Auto.

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