Sturm in Hamburg

Sturm in Hamburg heute und gestern: Unwetter, Schäden, Fluten, Flughafen- und Bahn-Chaos

  • Wiebke Kaßmann
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In Hamburg kommt es immer wieder zu schweren Stürmen. Zuletzt sorgte das Sturmtief Sabine für Schäden, eine Sturmflut und erhebliche Verkehrsbehinderungen.

  • Anfang Februar 2020 brachte das Orkantief Sabine eine Sturmflut nach Hamburg, darum musste die Hamburger Feuerwehr zu rund 300 Einsätzen ausrücken, um Sturmschäden zu beseitigen.
  • Bereits im Dezember 2019 gab es eine Sturmflut in Hamburg, die tiefer gelegene Bereiche am Hamburger Fischmarkt überflutete.
  • Im Herbst sorgte Sturmtief Mortimer für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Hamburg – Das Wetter in Hamburg ist vor allem in den Wintermonaten von Sturmereignissen geprägt, die auch immer wieder für schwere Sturmfluten an der Elbe sorgen können. Auch im Jahr 2019 gab es in Hamburg mehrere Unwetter, die für erhebliche Schäden, Verkehrsbehinderungen und Überflutungen sorgten. So warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit einer Unwetterwarnung vor dem Sturmtief Mortimer, das schließlich im September über Norddeutschland fegte und für ein großes Verkehrschaos sorgte.

StadtHamburg
Fläche755,2 Quadratkilometer
Bevölkerung1,822 Millionen (Stand: 30. September 2016)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Vorwahl 040

Sturm in Hamburg: Die letzten Stürme und Sturmfluten im Norden

Mitte Februar 2020 zog Sturmtief Victoria über Mitteleuropa und sorgte in Kiel für Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde. Auch bei Sturmtief Victoria warnte der DWD vor schweren Sturmböen an der Nordseeküste und im norddeutschen Binnenland. Zudem wurde eine Sturmflutwarnung für die deutsche Nordseeküste und Elbe herausgegeben.

Im Jahr 1954 gab es an der deutschen Nordseeküste eine ganze Sturmflutserie, die damals mindestens 70 Todesopfer forderte. Die Sturmflut in Norddeutschland hat eine lange und bewegende Historie mit Stationen in Sylt, Sankt Peter Ording und Cuxhaven.

Sturm in Hamburg: Sturmtief Mortimer sorgt für Sturmflut Verkehrsbehinderungen bei der Deutschen Bahn

In mehreren Hamburger Stadtteilen kam es infolge von Starkregen zu vollgelaufenen Kellern. Ebenso war der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn durch umgestürzte Bäume und herabgerissene Oberleitungen stark eingeschränkt. Nach Aufzeichnungen der Unwetterzentrale und des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg erreichte Sturmtief Mortimer in Hamburg Sturmböen zwischen 80 und 110 Kilometern pro Stunde. Auch 2020 sorgten gleich mehrere Sturmtiefs für erhebliche Verkehrsbehinderungen in Norddeutschland.

Während kurz zuvor das Orkantief Sabine über Norddeutschland zog, gab es auch im Flugverkehr erhebliche Verspätungen und viele Flugstreichungen. Aufgrund des Unwetters fielen am Hamburg Flughafen allein zwischen dem 9. und 10. Februar fast 100 Ankünfte und Abflüge aus. Betroffen waren hier vor allem Inlandsverbindungen der Lufthansa und Eurowings, die durch die Sturmlage teils komplett gestrichen werden mussten.

Sturm in Hamburg: Sturm Sabine und Auswirkungen auf den Fährverkehr

Auch im Fährverkehr zu den norddeutschen Inseln kam es zu wegen Sturm Sabine zu Einschränkungen. So hatten zahlreiche Reedereien bereits im Vorfeld ihre Überfahrten ganz abgesagt. Auf der Ostsee strich die Reederei Scandlines zudem am Sonntag die Verbindung Rostock-Gedser als Vorsichtsmaßnahme. Infolge gestrichener Flüge durch das Unwetter in Hamburg kam es jedoch auch noch am Montag zu einigen Behinderungen am Hamburger Airport. Ebenfalls gab es im Fernverkehr der Deutschen Bahn spürbare Einschränkungen, in Hamburger Stadtgebiet waren vor allem die U-Bahnlinie U1 und einige Buslinien des HVV von den Auswirkungen des Sturmtiefs Sabine betroffen.

Sturm in Hamburg: Wie lange war Sturmtief Sabine in Norddeutschland aktiv?

Sturmtief Sabine fegte Anfang Februar über Norddeutschland und erreichte seinen Höhepunkt zwischen dem 9. und 10. Februar. Infolge des Sturmes wurde der Hamburger Fischmarkt überschwemmt und das Wasser stieg auf über 2,76 Meter über dem mittleren Hochwasser. In Hamburg sorgte das Sturmtief vor allem in der Nacht von Sonntag auf Montag für die stärksten Schäden.

Immer wieder wird der Hamburger Fischmarkt bei Sturm überspült.

Laut Medienberichten des NDR gab es allein in der Nacht bis zu 300 wetterbedingte Feuerwehreinsätze. Jedoch hatte sich die Lage bereits am Montagmorgen wieder beruhigt, sodass der S- und U-Bahnverkehr wieder nach Plan aufgenommen werden konnte. Auch im Fernverkehr kam es bereits am Montag zu einer deutlichen Entspannung der Lage. Als Vorsichtsmaßnahme wurden zudem in Schleswig-Holstein und Hamburg Schulausfälle diskutiert, da eine Gefährdung auf dem Schulweg nicht ausgeschlossen werden konnte.

Sturm in Hamburg: Erfahrungen aus der schweren Sturmflut 1962

Nach der Flutkatastrophe 1962, die vor allem an der deutschen Nordseeküste und in Hamburg für verheerende Schäden und hohe Opferzahlen sorgte, wurden die Hochwasserschutzmaßnahmen in ganz Norddeutschland stark verbessert. So wurden die bestehenden Deiche erhöht und für Wohnbauten außerhalb der Deichlinie gilt nun eine Mindesthöhe von 7,50 Metern über Normalnull.

Folgen der Sturmflut 1962:

  • Bei der schweren Sturmflut im Februar 1962 kamen in Hamburg 300 Menschen ums Leben.
  • Über 6000 Gebäude allein in Hamburg wurden zerstört.
  • Der Hamburger Stadtteil Waltershof wurde als Wohngebiet komplett aufgegeben, heute befinden sich dort Container-Terminals des Hamburger Hafens.
  • An über 60 Stellen in Hamburg gab es Deichbrüche.

Sturm in Hamburg: Jedes Jahr wieder

Fast jeden Winter wird die norddeutsche Tiefebene von starken Stürmen heimgesucht. So gab es allein in den letzten zehn Jahren viele Sturmereignisse, die vor allem direkt an den Küsten wie auch im Binnenland erhebliche Schäden verursachten. Jedoch kann es auch in den Sommermonaten zu starken Unwettern infolge von kräftigen Gewittern kommen. So registrierte die Unwetterzentrale zum Beispiel im Sommer 2019 starke Niederschläge, die sich vor allem auf den Nordwesten von Hamburg auswirkten.

Hamburg: Sturm im Sommer

Ähnliches ereignete sich in den Sommermonaten 2017, die fast durchgehend von starken Niederschlägen und Gewitterstürmen geprägt waren. So kam es zu heftigen Regenfällen vor allem im Hamburger Stadtteil Winterhude, sodass zahlreiche Gullys überliefen und Straßenzüge unter Wasser standen. Auch damals hatte der DWD vor starken Gewittern in weiten Teilen von Schleswig-Holstein und Hamburg gewarnt.

Anders als bei den Winterstürmen sind die Auswirkungen starker Gewitter im Sommer meist jedoch lokal begrenzt, aber deutlich schwerer vorherzusagen. Meist treten diese Ereignisse in den Wintermonaten oder aber in Verbindung mit starken Gewittern während des Hochsommers auf.

Sturm in Hamburg: Schutzmaßnahmen

Seit der schweren Sturmflut im Jahr 1962 wurde der Hochwasserschutz in Hamburg erheblich verbessert und wird stetig den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Durch den Klimawandel und den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels wird der Hochwasserschutz auch in den nächsten Jahren äußerst wichtig sein. Aktuell erfolgt dieser nach einer EG-Richtlinie, die vor allem eine Risikobewertung vornimmt und sich hierbei an den vier Schutzgütern, nämlich menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten, orientiert. Diese Bereiche bedürfen demzufolge besonderen Schutz. Darüber hinaus fordert die aktuelle Richtlinie der EG, dass auch seltene Hochwasserereignisse in aktuellen Risikokarten dargestellt werden sollten.

Sturm in Hamburg: Aktuelle Sturmflutschutzmaßnahmen in der Hamburger HafenCity

Im neuen Hamburger Stadtteil HafenCity wird der Hochwasserschutz durch eine Warften-Lösung gewährleistet. So wurden alle neuen Gebäude bereits im Vorfelde auf künstlich angelegten Warften errichtet. Die Gebäude befinden sich auf einem Höhenniveau von über acht bis neun Metern, das auch extreme Sturmfluten in Hamburg nicht erreichen. Auch alle neuen Verkehrswege wurden auf einer Mindesthöhe von über acht Metern geplant, sodass die HafenCity auch bei Sturmflut gut erreicht werden kann. Dennoch gibt es keinen absoluten Schutz vor schweren Sturmfluten. So bedarf es vor allem im Katastrophenfall gut informierter Bürger, die umfassend durch die zuständigen Behörden unterrichtet werden.

Quelle: 24hamburg.de

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/picture alliance

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