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Wer hat Superimmunität gegen Corona? Neue Studien geben die Antwort

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Von: Jan Knötzsch

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Wie wirken sich Corona-Impfungen und Infektionen mit dem Coronavirus auf die Immunität aus? Forscher aus den USA und Österreich kommen zu klaren Ergebnissen.

Hamburg – Es ist das, was jeder will: So gut wie möglich gegen das Coronavirus geschützt sein, das derzeit mit seiner Omikron-Variante in Deutschland nicht nur Hamburg heftig heimsucht. Trotz der noch immer hohen Inzidenzwerte in der Hansestadt Hamburg ist sich Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) aber dennoch sicher, dass es einen „sehr freien Sommer“ in Hamburg geben werde. Ein erster Vorgeschmack: Der Hamburger Senat hat sich dazu entschlossen, einen Punkt in den geltenden Corona-Regeln zu lockern: Die 2G-Regel im Einzelhandel fällt in Hamburg. Weitere Corona-Lockerungen könnten noch im Februar 2022 folgen.

Weil die Quote der Geimpften in Hamburg gut ist. Wie Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag, 8. Februar 2022, im Rahmen der Landespressekonferenz sagte, haben 51,3 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Hamburg bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Doch eine Frage bleibt: Wer hat mehr Schutz vor einer (erneuten) Corona-Infektion – etwa Genesene oder doch Geimpfte? Die Antwort darauf geben Studien aus Österreich und aus den USA.

Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Ursprung:Volksrepublik China
Ester bekannter Fall:1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie:11. März 2020

Superimmunität gegen Corona: Forscher aus den USA und Österreich kommen zu eindeutigen Ergebnissen

Ein Forschungsteam der Oregon Health & Science University in Portland (USA) hat unter Studienleiter Fikadu Tafese untersucht, in welchem Maße Impfungen, Infektionen und Durchbruchsinfektionen vor möglichen weiteren Infektionen mit dem Coronavirus schützen, das in Hamburg sogar zu Impfungen auf der Bordellmeile Herbertstraße in der Nähe der Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli geführt hat. Die Resultate der Studie, die tausende Kilometer entfernt von der Hansestadt Hamburg durchgeführt wurde, wo die Stadt wegen der Impfpflicht in Pflegeberufen vor Problemen steht, sind im Fachmagazin Science Immunology veröffentlicht worden – und zeigen, wer Superimmunität genießt.

Eine Ärztin gibt einer Patientin eine Spritze zur Impfung gegen das Coronavirus.
Auf der Suche nach der Superimmunität: Wer hat mehr Schutz vor einer (erneuten) Corona-Infektion – etwa Genesene oder doch Geimpfte? (24hamburg.de-Montage) © imago

Die Studie, in deren Rahmen die Immunität von 104 Personen untersucht wurde, sagt allgemein: Menschen, die bereits eine sogenannte Durchbruchsinfektion hinter sich gebracht haben, müssen sich weniger Sorgen um eine weitere Infektion mit dem Coronavirus machen. Das Forschungsteam um Fikadu Tafese untersuchte im zurückliegenden Jahr 2021 in der Studie Durchbruchsinfektionen bei medizinischem Personal, das zwar vollständig geimpft war, sich aber mit dem Coronavirus infiziert hat. Das Resultat: Die Probanden bildeten Antikörper und entwickelten eine Art Superimmunität. Sie waren sogar vor der damals neuen Delta-Variante geschützt.

Superimmunität gegen das Coronavirus: Forscher warnen vor absichtlicher Ansteckung – das wäre, „als würde man mit Dynamit spielen“

Forscher sprechen dabei von einer Kreuzimmunität. In diesem Fall macht der Kontakt zu einem Erreger auch gegen andere Formen, in diesem Fall eben andere Coronavirus-Varianten immun. Aber: Sich nur mit einem Erreger zu infizieren, reicht nicht aus. Die Superimmunität erlangt nur, wer zusätzlich auch geimpft ist. Dabei ist es „egal, ob man sich ansteckt und dann geimpft wird oder ob man geimpft wird und dann eine Durchbruchsinfektion bekommt. In beiden Fällen erhält man eine sehr, sehr starke Immunantwort – erstaunlich stark. Sowohl die Menge als auch die Effektivität der Immunstoffe ist bei diesen Probanden höher“, wird Studienleiter Fikadu Tafese vom Redaktionsnetzwerk Deutschlland (RND) zitiert.

Egal, ob man sich ansteckt und dann geimpft wird oder ob man geimpft wird und dann eine Durchbruchsinfektion bekommt. In beiden Fällen erhält man eine sehr, sehr starke Immunantwort – erstaunlich stark

Fikadu Tafese, Leiter der Studie zur Superimmunität an der Oregon Health & Science University

Doch gilt dies auch für die Omikron-Variante des Coronavirus, deren Welle über Hamburg hinweg rollt und dafür sorgt, dass so viele Geboosterte im UKE auf der Intensivstation liegen? Eine Studie von Forschern aus Innsbruck sagt: ja. Die Studie der österreichischen Forscher ist zwar noch nicht offiziell begutachtet, aber: Die meisten Antikörper, also eine Superimmunität, wurden bei Probanden gefunden, die genesen und geimpft waren. Die Auswirkungen der Booster-Impfung wurden jedoch nicht untersucht. Apropos Booster: Gibt‘s in Hamburg schon den Booster für den Booster?

Auf eines legen die Forscher bei der Superimmunität Wert: Sie raten eindeutig davon ab, sich absichtlich mit dem Coronavirus zu infizieren. Auch deutsche Experten halten eine freiwillige Corona-Infektion bei Omikron für keine gute Idee. In den USA erklärte Dr. Robert Murphy von der Northwestern University Feinberg School of Medicine bei CNN sogar drastisch: „Man wäre verrückt, wenn man versuchen würde, sich damit anzustecken. Es ist, als würde man mit Dynamit spielen.“ * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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