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Weniger Verspätungen: Deutsche Bahn führt Auslastungsanzeigen in Hamburg ein

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Von: Christian Einfeldt

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Das Ein- und Aussteigen sei laut der Deutschen Bahn der Hauptgrund von Verspätungen. Um die Ursache einzudämmen, bekommt Hamburg jetzt Auslastungsanzeigen.

Hamburg – Überfüllte Züge der Deutschen Bahn und Verspätungen: Der Hamburger Hauptbahnhof ist nicht nur einer der meist frequentiertesten Bahnhöfe Deutschlands. Er ist auch besonders anfällig für Verspätungen. Eine Maßnahme für weniger Andrang am Bahnsteig und einer größeren Hoffnung auf einen Sitzplatz. Verantwortliche der Deutschen Bahn kündigen ein neues Service-Angebot an: eine Auslastungsanzeige, die im Februar erstmals in Hamburg getestet werden soll – und nicht zuletzt die Ursache sämtlicher Verspätungen im Nahverkehr eindämmen soll.

Name:Hamburg Hauptbahnhof
Erbaut:1912
Gleise:16
Reisende:rund 500.000 Reisende täglich

Präzise Auskunft über Auslastung: Anzeige soll Verspätungen in Hamburg eindämmen

Vor wenigen Wochen stellten Verantwortliche der Deutschen Bahn neue, hochmoderne Züge zwischen Hamburg und Lübeck vor. Bereits Ende Januar 2023 sollen sie mit kostenlosem W-LAN, Monitoren und weiteren Steckdosen auf den Weg gebracht werden. Im Februar folgt auf eben jener Strecke das nächste Update: Hamburgs Hauptbahnhof, dessen geplanter Umbau mehrere Milliarden Euro kosten könnte, bekommt erstmals eine Anzeige, die die Auslastung anzeigt.

Hamburg greift damit zu einer Maßnahme, die sich zuvor schon in den Nahverkehrsangeboten der S-Bahn widerspiegeln soll. Bevor die erste Regionalbahn-Strecke zwischen Hamburg und Lübeck die Anzahl der Fahrgäste ermitteln will, sollen S-Bahnen in Hamburg sowie in Stuttgart die neue Methode erstmals proben.

Zug nach Lübeck.
Hamburg installiert Auslastungsanzeigen: Wie damit Verspätungen eingedämmt werden sollen. (Symbolbild) © Bodo Marks/dpa und Wolfgang Maria Weber/Imago

Ab Ende 2024 bundesweit: Wie die Hamburger Auslastungsanzeigen funktionieren

Bei roter Anzeige ist der Waggon voll ausgelastet. Gelb steht für eine mittlere Auslastung, während grün den Passagieren Licht eben jener Farbe gibt: In dem Fall sollte es also kein Problem sein, einen Sitzplatz zu finden. Nach Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sollen darüber hinaus auch Piktogramme eine Auslastung skizzieren. Dargestellt mit Personen-Symbolen sollte es für Reisende leicht verständlich sein, welcher Waggon die höhere Wahrscheinlichkeit auf einen Sitzplatz verspricht.

Für Zugfahrende kann es ein hilfreiches Service-Angebot sein. Ein weiterer Vorteil: Durch die Anzeige verspricht sich die Deutsche Bahn zudem, Zeit einzusparen. Zähler im Bereich der Zugtüren, die laut dpa-Berichten die Auslastung bestimmen sollen, sowie Lichtsensoren, die auf dem Weg zur nächsten Haltestelle, die Auslastung vorbeifahrender Züge ermitteln soll, sollen dafür sorgen, dass der Umstieg der Reisenden weniger Zeit erfordert. Das Zeitfenster, in dem der jeweilige Zug Halt macht, soll mit der Technologie also zusätzlich verkürzt werden.

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Hamburg macht damit den Anfang. Wie das Online-Portal schiene.de berichtet, soll in den kommenden Monaten die Installation weiterer Auslastungsanzeigen anstehen: im April im Rhein-Main-Gebiet, im Mai in Berlin. Bis Ende 2024 sollen die Anzeigen dann bundesweit zum Zug-Alltag gehören. Die Bahn spricht davon, dass rund ein Viertel aller Regionalbahnen Deutschlands mit der Technik ausgestattet sein sollen. Der Deutschen Bahn zufolge ist es der Hauptgrund aller Verzögerungen: Das Ein- und Aussteigen hält den Zugverkehr auf. Sukzessive versucht man das Problem nun einzudämmen.

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