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S-Bahn-Netz in Hamburg bekommt „größte Überarbeitung seit Jahrzehnten“

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Von: Christian Einfeldt

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HVV und S-Bahn Hamburg bereiten sich auf Veränderungen vor. 2023 soll das Liniennetz massiv erweitert werden. Es soll die „größte Überarbeitung“ werden.

Hamburg – Überlegungen, den S-Bahn-Alltag in Hamburg zu ändern, gibt es schon länger. Bei Reisenden macht sich schon seit längerem der Eindruck breit, dass die Bahnhöfe schlichtweg „überfordert“ seien. Damit könnte aber schon bald Schluss sein. Änderungen bei der S-Bahn Hamburg und dem HVV stehen kurz vor der Umsetzung. Wie Politiker des Hamburger Senats in einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung verkündet haben, greifen sie schon ab Dezember 2023. Versprochen wird Pünktlichkeit, weniger Zugausfälle und bessere Anschlussverbindungen. Das steckt hinter dem Liniennetz der S-Bahn Hamburg, das Verkehrssenator Tjarks als „größte Überarbeitung des HVV Netzplanes“ bezeichnet.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

HVV: S-Bahn in Hamburg bekommt „größte Überarbeitung“ seit Jahrzehnten

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stellte die HVV-Pläne am Dienstag, dem 28. Juni 2022, der Öffentlichkeit vor – unter anderem mit Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Anjes Tjarks (Grüne). Mit Kay Uwe Arnecke und Dietrich Hartmann waren zudem Verantwortliche der S-Bahn Hamburg und des HVV zugegen. Sie präsentierten ein neues Liniennetz, das große Versprechungen macht.

Menschen warten auf eine S-Bahn am Hamburger Hauptbahnhof.
S-Bahn Hamburg: Bürgermeister Peter Tschentscher verspricht sich von einem Ausbau des Liniennetzes eine verbesserte Mobilität „für alle“. (Symbolbild) © IMAGO / Hanno Bode

Die Stadt Hamburg zitiert die hoffnungsvollen Worte des Bürgermeisters: „Mit dem neuen Liniensystem wird die S-Bahn zuverlässiger und pünktlicher“. Des Weiteren spricht Hamburgs Erster Bürgermeister von neuen Streckenangeboten und einer verbesserten Mobilität – „für alle“. Nicht weniger euphorisch zeigt sich Anjes Tjarks. Die Beteiligten hätten im System der Hamburger S-Bahn Fehler gefunden und wollen diese nun korrigieren. Es stünde nichts Geringeres als die „größte Überarbeitung des HVV-Netzplanes seit Jahrzehnten“ bevor. „Wir erfinden das S-Bahn fahren in Hamburgs neu“, so das schon fast ekstatische Statement des Politikers der Grünen.

HVV: Neues S-Bahn-Netz schon ab 2023 – die Änderungen im Detail

S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke sagte, künftig werde die S11 in die S1 von Poppenbüttel/Airport in Richtung Blankenese/Wedel integriert und fahre in der Hauptverkehrszeit im Fünf-Minuten-Takt. Gleiches gelte für die S21 und die S2, die künftig von Aumühle und Bergedorf in Richtung Altona fahren werde. Die S3 wiederum werde künftig nicht mehr ab Stade/Buxtehude, sondern ab Neugraben im Langzugbetrieb mit bis zu 1500 Fahrgästen pro Zug in Richtung Pinneberg fahren. Das bisherige stör- und verspätungsanfällige An- und Abkoppeln von Zugteilen aus oder nach Stade entfalle. Diese Züge sollen dann als S5 von Stade aus in Richtung Elbgaustraße fahren.

Mit dem Fahrplanwechsel 2023/24 fahren dann den Angaben zufolge die Linien S1 und S3 durch den Citytunnel und die Linien S2 und S5 über die Verbindungsbahn. Für Fahrgäste bedeutet die neue Linienführung mehr Umsteigen, wie Arnecke einräumte. Allerdings sei dies einfach und auch ohne Zeitverzug möglich, da die S-Bahnen bahnsteiggleich auf dem jeweils gegenüberliegenden Gleis warteten. Das sei zumutbar, „weil wir ja das Gesamtsystem stabilisieren“. In einem weiteren Schritt sollen dann bis 2030 die Linien S4 nach Bad Oldesloe und S6 nach Harburg eingeführt und die S5 bis Kaltenkirchen erweitert werden.

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Die verkündeten Pläne berufen sich auf eine Auswertung, die die S-Bahn Hamburg in Kooperation mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie dem HVV durchgeführt hat. Laut der offiziellen Pressemitteilung habe man den Nahverkehr analysiert, um schon bald ein „neues, wachstumsfähiges S-Bahn-Netz“ etablieren zu können. Ein neues Netz, das sowohl den Interessen der Mobilitätswende, als auch den Interessen der Reisenden gerecht wird.

HVV: Neues S-Bahn-Netz bekommt Lob vom Fahrgastverband Pro Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Umstellung. Die Fahrgäste müssten sich zwar an neue Liniennummern und an neue Linienführungen gewöhnen, die Anzahl der Fahrtmöglichkeiten steige aber. Gleichzeitig warnte der Vorsitzende des Regionalverbands Hamburg und Umgebung, Mathias Bölckow, jedoch davor, dass Verspätungen in das S-Bahn-Netz eingeschleppt werden könnten, weil die S-Bahn die Ferngleise zwischen Stade und Neugraben nutze. „Aus dem Grund fordern wir, dass in Neugraben Bereitschaftszüge als Reserve stationiert werden.“ (mit DPA)

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