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Katar-Boykott: Welche Hamburger Kneipen zeigen die WM – und welche nicht?

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Von: Robin Dittrich

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Die umstrittene WM in Katar 2022 hat begonnen. Auch in Hamburg fiebern Fußballfans mit. Welche Bars und Kneipen zeigen die Spiele – und welche nicht?

Hamburg – Das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar findet am 23. November 2022 um 14:00 Uhr statt. Zu diesem Zeitpunkt werden viele Fußballfans in Deutschland zu Hause, in Bars oder Kneipen vor dem Fernseher sitzen. Doch welche Bars in Hamburg zeigen die umstrittene WM überhaupt – und wer boykottiert die Weltmeisterschaft 2022?

Umstrittenes Event:WM 2022
Zeitraum:20. November bis 18. Dezember 2022
Ort:Katar
Bei den Bauarbeiten umgekommene Arbeiter:15.000

Umstrittene WM 2022 in Katar: Diese Kneipen zeigen die Spiele des Turniers – bei anderen greift der Boykott

Die höchst umstrittene WM in Katar hat begonnen. Der Gastgeber verlor zum Auftakt mit 0:2 gegen Ecuador. Bei den Bauarbeiten der WM-Stadien sollen nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ mehr als 15.000 Gastarbeiter gestorben sein. Viele Menschen, unter ihnen auch Fußballfans, forderten deshalb einen Boykott der WM in Katar. In deutschen Stadien wurde mit großen Bannern und Schals mit der Aufschrift „Boycott Qatar 2022“ demonstriert. Trotz dessen zeigen viele Kneipen die WM-Spiele – so auch in Hamburg.

Bierflaschen mit einem Aufkleber mit der Aufschrift „Boycott Qatar“ stehen in einer Bar auf dem Tresen
Die umstrittene WM in Katar 2022 läuft bereits. Einige Kneipen in Hamburg übertragen die Spiele, andere boykottieren das Event. © Sina Schuldt/dpa

Auf Nachfrage von 24hamburg.de gaben einige Hamburger Kneipen bekannt, die Spiele der WM zu zeigen. Dabei waren der „Bahrenfelder“, die „Gaststätte Behr“, das „Bodega“ und das „Old MacDonald“. Darüber hinaus gibt es noch weitere Kneipen in Hamburg, die an dem WM-Boykott nicht teilnehmen. Dazu kommen unter anderem „Conny‘s Bierkiste“, das „Titanic“, das „Montgomery Champs“, die „Crazy Angels Sportsbar“ und die „Winner‘s Play Sportsbar“, wie das Hamburger Abendblatt sowie die Hamburger Morgenpost berichten. Die Gründe für eine Übertragung sind vielerorts gleich.

Kein Boykott: Gründe für das Zeigen der WM-Spiele in Katar 2022 sind wirtschaftlicher Natur

Gegen die Menschenrechtsverletzungen in Katar sind alle befragten Wirte. Der Hauptgrund für das Übertragen der WM ist derweil ein wirtschaftlicher: Es birgt nämlich eine große Einnahmequelle. Viele Spiele werden bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen, einige nur beim Bezahlsender Magenta TV. Wer diesen nicht im Haus hat, muss woanders schauen – beispielsweise in einer Kneipe. In einer ohnehin schwierigen Zeit mit stark gestiegenen Energiekosten und Lebensmittelpreisen können sich viele Wirte diese Einnahmen nicht entgehen lassen.

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Eine besondere Aktion plant dabei das „Old MacDonald“. Sie zeigen zwar alle Spiele der WM 2022 in Katar, sind jedoch der Meinung, dass „die Spiele niemals nach Qatar hätten vergeben werden dürfen“. Sie standen vor der Wahl, die WM zu boykottieren oder mit den erzielten Einnahmen dort zu unterstützen, wo unter den Umständen gelitten wurde. Für jedes deutsche Tor spenden sie deshalb 100 Euro an „Amnesty International“ – mindestens jedoch 1000 Euro. Alle befragten Bars und Kneipen hoffen auf das Verständnis bei Befürwortern und Gegnern der WM.

Diese Hamburger Kneipen boykottieren die WM in Katar 2022

Der Boykott der WM in Katar wurde von den HSV-Supportern schon vor einigen Wochen gefordert. Der Hamburger SV zog kurz vor Beginn des Turniers schließlich nach: In einer Stellungnahme stellte sich der HSV gegen die Veranstaltung, warb jedoch dafür, andere für ihre Entscheidung nicht zu verurteilen. Auch viele Kneipen in Hamburg zeigen die WM in Katar nicht. Dazu zählen das „Froggys“, „Hannes und Hannas Wohnzimmer“, das „Amanda 66“, das „Aalhaus“ und das „ÜberQuell“. Das „ÜberQuell“ ruft sogar zu einem weitreichenden Boykott auf.

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Die Hamburger Kneipe schloss sich dem „Boycott Qatar 2022“-Aufruf an, dem schon über 100 verschiedene Gruppen folgen. „Das WM-Turnier 2022 in Katar ist ein dem Fußball unwürdiges Vorhaben“, heißt es dort. Das „ÜberQuell“ nimmt daran teil, weil sie „seit jeher für Toleranz und ein buntes Miteinander“ stehen. Da Homosexualität in Katar beispielsweise verboten ist und Frauen stark benachteiligt werden, will die Kneipe die WM nicht unterstützen. Mehr zum Boykott-Aufruf gibt es hier.

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