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Wegen Ukraine-Krieg: Bleiben die Heizungen in Hamburg bald kalt?

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Die ersten Folgen des Ukraine-Kriegs: In Hamburg bangt man um die Gasversorgung der Haushalte. Was passiert, wenn Russlands Präsident Putin den Gashahn zudreht?

Hamburg – Es war ein weltweiter Schock, als der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag, 24. Februar 2020, einen Militärschlag gegen die Ukraine startete. In Europa hält man den Atem an, die deutschen Politiker kritisieren Putins Handlungen aufs Schärfste. Doch der Ukraine-Krieg läuft erst einmal. Allerdings betrifft dieser Krieg nicht nur die Ukraine und Russland, sondern ganz Europa und sogar die Bewohner der Hansestadt Hamburg, wo bereits einige Geflüchtete aus der Ukraine angekommen sind. Russland ist Europas wichtigster Gaslieferant.

Sollte sich das große Land im Ukraine-Krieg – zum Beispiel aufgrund von der Bundesregierung eingeführten Sanktionen – dazu entscheiden, den Gashahn abzudrehen, könnte es auch in Hamburg ziemlich kühl werden.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand Mai 2021, Sozialamt)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
BürgermeisterPeter Tschentscher

Was bedeuten Putins Aktionen für Deutschland: Müssen sich Hamburger Sorgen ums Heizen machen?

In Hamburg heizen die meisten Menschen mit Gas, das ohnehin ein immer teureres Gut wird. Mehr noch als Strom und Fernwärme wird Gas als vorrangige Energiequelle genutzt, wie der NDR das Gasnetz Hamburg zitiert. Müssen Hamburgerinnen und Hamburger deshalb Angst haben, dass Russland ihnen während des Ukraine-Kriegs als Reaktion irgendwann die Wärme in ihrem Wohnungen abdrehen könnte?

Die grobe Antwort lautet erst einmal: Nein! Die Hamburger Energiewerke können laut NDR nicht genau sagen, wie viel des in Hamburg genutzten Gases tatsächlich aus Russland kommt, da sie es selbst von deutschen Handelspartnern beziehen. In ganz Deutschland beträgt der Anteil etwa 55 Prozent.

Ein Hamburger Kanal im Winter und eine Hand an einem Heizungsregler
Im Winter könnte es in Hamburg kühl werden. Das passiert, wenn Putin den Gashahn zudreht. (24hamburg.de-Montage) © Westend61/imago & agefotostock/imago

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Fest steht auf jeden Fall: Deutschland hat vorgesorgt und Privatpersonen müssen sich trotz des Ukraine-Kriegs erst einmal keine Sorgen machen. Bis zum nächsten Winter sollen die Gasspeicher laut Experten ausreichen, danach werde zunächst bei den Industrien gespart und den Haushalten ihre Heizungswärme gelassen.

Sanktionen gegen Russland: So reagierten EU und USA auf Russlands Kriegserklärung an die Ukraine

Zwar müssen sich die Hamburger erst einmal keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen, allerdings könnte es durch die Krise zu noch weiter erhöhten Gaspreisen kommen. Während viele deutsche Bürger auf die Straße gehen und gegen den Krieg in Europa demonstrieren, ergreifen die EU-Politiker sowie US-Präsident Joe Biden Maßnahmen gegen die vielerseits als „völkerrechtswidrig“ bezeichneten Aktionen Putins gegen die Ukraine. Dazu gehören Einschränkungen und Ausschlüsse Russlands vom weltweiten Finanz- und Aktienmarkt, im Transportsektor, im Luftverkehr und in der Visa-Politik.

Bereits am Mittwoch, 23. Februar 2022, legte die Bundesregierung außerdem die Pläne für die Nord Stream-Pipeline auf Eis. Die Unterwasser-Gasleitungen von Russland nach Deutschland sollten für Deutschland eigentlich eine Erleichterung in der Energiekrise sein. Nun wurde die Inbetriebnahme vorläufig gestoppt – eine Folge des Ukraine-Kriegs, den Russlands Präsident Wladimir Putin ausgelöst hat.

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Die neugewählte Ampel-Koalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) entschied sich nicht zuletzt aufgrund von Druck aus den USA dazu, die Pipeline als ein politisches und nicht rein wirtschaftliches Thema zu betrachten. Am Mittwoch wurde die Betreiberfirma ebenfalls mit Sanktionen belegt.

Nord Stream-Pipeline gestoppt und Russland am Gashahn: In Hamburg könnten die Gaspreise in die Höhe schießen

Trotz der vorerst gestoppten Inbetriebnahme der Gas-Pipeline macht sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) keine Sorgen um Deutschlands Gasversorgung. Im Interview mit dem Deutschlandfunk antwortete er auf die Frage, ob Deutschland im schlimmsten Fall ohne russisches Gas auskommen könne: „Ja, kann es.“ Allerdings habe ein solcher Ausfall am Gasmarkt zur Folge, dass erst einmal der Preis in die Höhe getrieben würde. Das gelte dann aber nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa.

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Aktuell betont Robert Habeck, dass Deutschland gut genug vorgesorgt habe. Sollten die Preise steigen, dann in einem akzeptablen Rahmen: „Es kann turbulent werden. Aber es kann sich auch schnell wieder beruhigen, so dass der Gaspreis auf einem höheren Niveau als vor dem Winter, aber auf einem Niveau, das verkraftbar ist, sich einpendelt“, sagt Habeck.

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Das Stoppen der Pipeline-Pläne gehört im Übrigen nicht zu den anderen Sanktionen, die die EU und USA gegen Russland erlassen haben. Habeck erklärt weiter: „Das ist ein abgesetzter Vorgang, der auch nicht vermengt werden sollte.“ Das Sanktionspaket der EU und USA wurde erst am Abend danach verkündet. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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