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Wegen Protesten im Iran: Kritik am Islamischen Zentrum in Hamburg wächst

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Von: Jan Knötzsch

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Die Kritik am Islamischen Zentrum in Hamburg (IZH) wegen der Proteste im Iran wächst. Die SPD Eimsbüttel fordert nun, das IZH aus der Schura auszuschließen.

Hamburg – Die Proteste im Iran ziehen weltweit ihre Kreise und machen dabei auch vor der Hansestadt Hamburg nicht Halt. Am vergangenen Montag noch demonstrierten Geg­ne­r des iranischen Regimes vor dem Islamischen Zentrum Hamburg (IZH), der Blauen Moschee an der Außenalster. Vor dem Hintergrund der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran wird nun auch in der Hamburger SPD der Ruf danach laut, das IZH aus dem Rat der Islamischen Gemeinschaften (Schura) lauter. Die Hamburger Schura rückt bereits vorsichtig vom IZH ab.

Institution:Islamische Zentrum Hamburg
Moschee:Imam-Ali-Moschee Hamburg
Adresse:Schöne Aussicht 36, 22085 Hamburg
Eröffnet:1965
Kapazität:1.500 Plätze

Proteste im Iran: Hamburger Parteien fordern Konsequenzen für das Islamische Zentrum Hamburg

Für den Landesparteitag der SPD in Hamburg Anfang November liegt ein entsprechender Antrag des Kreisverbands Eimsbüttel auf den Ausschluss des IZH aus der Schura vor, wie die Welt am Sonntag berichtet. „Wir wenden uns an die Schura Hamburg e.V. und fordern sie auf, das Islamische Zentrum Hamburg aus der Schura auszuschließen“, heißt es darin. „Die Verknüpfung des IZH und des iranischen Regimes, das auf seine Kinder schießt, ist unerträglich“, sagte der Danial Ilkhanipour, der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft, der Welt am Sonntag. Landesvorstandsmitglied Armita Kazemi konstatierte, dass „ein Ausschluss des IZH dringend notwendig“ sei.

Blaue Moschee in Hamburg
Die blaue Moschee in Hamburg, die zum IZH gehört, das in Hamburg immer mehr in die Kritik gerät. © picture alliance/dpa/Archivbild

Vor wenigen Tagen hatte bereits Grünen-Landeschefin Maryam Blumenthal wegen des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Regierung Konsequenzen für das IZH gefordert. Auch beim Hamburger Grünen-Landesparteitag, der so wie bei der SPD auch im November stattfindet, solle beschlossen werden, dass das Zentrum bei den Verträgen der Stadt mit der Schura künftig keine Rolle mehr spielen dürfe. Vor zehn Jahren hat die Stadt mit den Islamischen Gemeinschaften, der Schura, einen Staatsvertrag geschlossen. Auch mit dem Islamischen Zentrum an der Alster, berichtet der NDR.

Nicht nur wegen Protesten im Iran: Staatsvertrag der Stadt mit muslimischen Gemeinschaften wird überprüft

Auch die Schura will laut des NDR bald über die Mitgliedschaft des IZH entscheiden. CDU, AfD und FDP fordern wegen der Beteiligung des Islamischen Zentrums seit langem, dass der Vertrag gekündigt wird. Derzeit prüft die Stadt Hamburg den Staatsvertrag mit den muslimischen Gemeinschaften von der Stadt überprüft und bewertet. Das Ergebnis soll der Bürgerschaft noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Das IZH, das die Blaue Moschee an der Alster betreibt, wird schon seit einiger Zeit vom Hamburger Verfassungsschutz als Außenposten des Irans in Europa betrachtet und daher seit mehreren Jahren beobachtet.

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Bei der Schura sei man sich der Kritik gegenüber dem IZH bewusst und nehme die Anschuldigungen sehr ernst, sagte deren Vorsitzender Fatih Yildiz der Welt am Sonntag. Aktuell berate eine Schiedskommission, ob die Mitgliedschaft zunächst ruhen solle. „Das wird bald entschieden“, kündigte er an. In einem nächsten Schritt könne auch ein Ausschluss folgen. „Darüber müssen allerdings unsere 63 Mitglieder entscheiden.“ Nötig sei eine Zwei-Drittel-Mehrheit, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über das IZH in Hamburg.

In der Hansestadt hatte jüngst eine Hamburger Expertin für 24hamburg.de die Iran-Proteste analysiert – auch sie hatte vor Akteuren in Hamburg gewarnt, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die Propaganda von Unterdrücker-Regimen wie dem im Iran nach Deutschland tragen. (mit Material der dpa)

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