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Wegen Omikron: Immer mehr Kitas müssen schließen – kommt Testpflicht für Kinder?

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Von: Tomasz Gralla

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Die Coronavariante Omikron macht auch vor den Kleinsten nicht Halt. In Hamburg wächst die Sorge um Kita-Schließungen. Über eine Testpflicht wird nachgedacht.

Hamburg – Hamburg ächzt unter Omikron, das die Corona-Inzidenzzahlen von Tag zu Tag neue Spitzenwerte erreichen lässt. Nun steht die Hansestadt kurz davor, die Inzidenzmarke von 1000 zu knacken, was weitreichende Auswirkungen auf das Leben in Hamburg haben könnte. So auch für die Kitas, die schon jetzt wegen steigender Fallzahlen bei den Kindern und/oder dem Personal zu Schließungen gezwungen sind. All das, obwohl eine britische Studie herausgefunden haben will, dass die Corona-Pandemie schon bald vorbei ist.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Kitas in Hamburg: Wegen langen Wartezeiten bei Corona-Tests droht die Schließung

Eines der entscheidenden Probleme ist die Testpflicht für die Pädagogen. Wobei das eigentliche Problem die langen Wartezeiten sind, die man für ein PCR-Testergebnis auf sich nehmen muss. In dieser Zeit kann das Personal nicht in die Kita zurück und fällt somit aus. Dass sich die Wartezeiten reduzieren wird – davon ist nicht auszugehen. Denn getestet wird, was das Zeug hält und die Labore sind schon jetzt komplett überlastet.

„Das ist ein Ärgernis, lässt sich in der gegenwärtigen Situation aber nicht beheben. Mehr als schnell arbeiten können die Labore nicht“, zitiert der NDR Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde. Mehrere Tage kann eine Laboruntersuchung in Anspruch nehmen. „In Einzelfällen führt das auch dazu, dass nicht mehr genügend Personal zur Verfügung steht, um den Betrieb komplett aufrechtzuerhalten“, sagt Frank Krippner, Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Hinzu kommt natürlich noch das positiv getestete Kita-Personal, das für noch länger ausfällt.

Die Kinder in einer Kindertagesstätte machen einen Corona-Test. In Hamburg wird über eine Testpflicht in Kitas diskutiert.
Kommt eine Corona-Testpflicht für die Hamburger Kitas? (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Corona-Schutzmaßnahmen in Hamburger Kitas

In den Hamburger Kitas gilt, soweit das natürlich möglich ist, Normalbetrieb. Soll heißen: Kinder können für die volle Zeit in die Kita gehen. Um einen bestmöglichen Schutz vor dem Coronavirus zu haben, soll sich das Kita-Personal zweimal die Woche einem Schnelltest unterziehen. Auch die Kinder können sich freiwillig vor dem Kita-Besuch testen.

Zudem sind Mitarbeiter angehalten, sich impfen zu lassen. Verpflichtend ist es aber nicht. Andere Personen als Kinder und Mitarbeiter dürfen Kitas nur nach dem 3G-Prinzip betreten. Darüber hinaus ist für diese Personen das Tragen einer medizinischen Maske auf dem Gelände der Kindertagesstätte verpflichtend. Übrigens: Seit dem 15. Januar gilt eine FFP2-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen des HVV, zudem sind neue Quarantäne-Regelungen in Kraft getreten.

Warum eine Testpflicht für Kita-Kinder in Hamburg nicht kommt

Um das Ansteckungsrisiko noch weiter zu minimieren und der Schließung von Kitas entgegenzuwirken, bringen einige auch eine Testpflicht für Kita-Kinder ins Spiel. So auch Annkatrin Eschler, Kita-Leiterin im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Die Politik aber sieht es etwas anders. Helfrich stellt die Frage, wer die Tests durchführen soll und sagt dem NDR: „Die Fachkräfte sind ganz gewiss nicht geschult, so etwas zusätzlich zu ihren pädagogischen Aufgaben zu tun und womöglich sogar verpflichtend durchzusetzen.“

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Man wolle die Kitas, so der Sprecher der Sozialbehörde weiter, so lange wie möglich offen halten, um die frühkindliche Bildung zu gewährleisten. Kritiker sehen darin nur den Wunsch, die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Wirtschaftliche Einbüßen nimmt hingegen Tim Mälzer in Kauf, nachdem er wegen der 2G-Plus-Regelung sein Restaurant Bullerei vorerst geschlossen hat. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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