Mädchen müssen mit Jungs aufs Klo

Hamburger Schulen künftig nur noch mit Unisex-Klos – für Gender-Gerechtigkeit

Viele Hamburger Schulen bekommen neue „Klassenhäuser“. Dort gibt es nur einen Toiletten-Raum für alle Schüler. Mädchen müssen auf das gleiche WC wie Jungs.

Hamburg – Aus Rücksicht auf „Gender-Gerechtigkeit“, also die Gerechtikeit für alle Geschlechter und Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, werden in Hamburger Schulen Unisex-­Toiletten eingeführt. Um Diskriminierung von unter anderem Transsexuellen- und Intersexuellen Personen zu verhindern, werden in 25 neuen „Hamburger Klassenhäusern“ gemeinsame WCs für Schülerinnen und Schüler nicht als Extra-Option angeboten, sondern als alleinige „Toilettenanlage für alle Kinder“.

Fachbehörde:Behörde für Schule und Berufsbildung
Behördenleitung:Schulsenator Ties Rabe (SPD)
Hauptsitz:Hamburger Str. 31, Hamburg-Barmbek
Haushaltsvolumen:2,686 Milliarden Euro

Unisex-WC-Konzept für alle „Hamburger Klassenhäuser“

Wie die Tageszeitung „taz“ berichtet, stellten Schulsenator Ties Rabe und Finanzsenator ­Andreas Dressel von der SPD vergangene Woche in Hamburg das Modul-Konzept der Neubauten vor, das bisher bereits an elf Schulen umgesetzt wurde. An weiteren 14 Standorten befindet es sich im Bau und für mindestens sechs weitere Schulen ist es bereits geplant. Die Schnellbau-Module, die den Riesen-Bedarf an Klassenräumen aufgrund wachsender Schülerzahlen innerhalb kürzester Zeit abdecken soll, zeichnen sich durch eine extrem kurze Bauzeit von nur 21 Wochen aus. Schulsenator Ties Rabe dazu: „In Hamburg ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an staatlichen Schulen allein in diesem Jahr um 4.400 gestiegen.“

„Gendergerechte“ WCs: In den „Hamburger Klassenhäudern“ gibt nur noch eine gemeinsame Unisex-Toilette für alle.

Schul-Grundrisse zeigen: Es gibt nur noch eine gemeinsame Unisex-Toilette für alle

Beim Blick auf den Grundriss, den die „Schulbau Hamburg“ online veröffentlichte, wird klar, dass es in den Klassenhäusern nur einen einzigen großen Toilettenraum je Stockwerk gibt. Der „taz“ gegenüber bestätigte Finanzbehördensprecher Claas Ricker, dass es sich um Unisex-Toiletten handele, die nicht als „dritte Option“, sondern als einzige „Toilettenanlage für alle Kinder“ geplant sei. Urinale sind abgeschafft, es gibt also nur noch Kabinen für alle. An sämtlichen bereits errichteten Standorten der Klassenhäuser seien ebendiese Unisex-WCs umgesetzt worden.

Unisex-Schul-WC: Gender-Rücksicht oder Rücksichtslosigkeit gegenüber Mädchen?

Das Vorhaben hat damit Potential für den nächsten Klo-Stress nach dem Gender-Zoff um das öffentliche WC an der Alster, das sich nach einem 460.000 Euro-Umbau nun Frauen mit Männern teilen müssen. Dem Projekt wurde schnell Gender-Wahn unterstellt – fast so heftig, wie als Hamburg in Regenbogenfarben ein Zeichen für Tolerenz gesetzt hatte. Linken-Bezirkspolitiker Peter Gutzeit hatte gefordert: „Gendertoiletten nur da, wo sie als Zusatzangebot wie im Bezirksamt Eimsbüttel geschaffen werden. Aber solange es Gewalt gegen Frauen gibt, muss es auch geschützte Toilettenbereiche für Frauen geben“. Kritik gibt es aber längst nicht nur wegen möglicher Übergriffe in den Schulklos. Vorstellbar ist durchaus, dass nicht jedes heranwachsende Mädchen die Idee mag, sich die sanitären Anlagen mit männlichen Schülern teilen zu müssen.

Schulbehördensprecherin über Unisex-Klos: „Gendergetrenntes“ Umschwenken wäre möglich

Schulbehördensprecherin Luisa Wellhausen erklärte der „taz“ auf die Frage nach Schutzräumen, eine Schule könne jederzeit auf eine „gendergetrennte Variante“ umschwenken und die Räume in den Stockwerken jeweils einem Geschlecht zuordnen: „Bezogen auf die Frage von Übergriffen ist es gut, wenn es immer mindestens drei Kategorien gibt: unisex, für Mädchen beziehungsweise Frauen und für Jungen beziehungsweise Männer“, gibt sie immerhin zu. 

Gendergerechte Toiletten an Hamburgs Schulen sind Bestandteil des rot-grünen Koalitionsvertrages

Die Planungen für Toiletten-„Gendergerechtigkeit“ gehen auf den Koalitionsvertrag der rot-grünen Regierung zurück, in dem explizit „die Ziele der Barrierefreiheit und Gendergerechtigkeit“ in öffentlichen Toiletten genannt werden. Bislang ist die rot-grüne Regierung in Hamburg wohlgelitten. Immerhin sprach sich nach Umfragen zur Bundestagswahl 2021 Hamburg trotz des G-20-Desasters für Olaf Scholz und Rot-Grün aus. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julia Rahn/Imago

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