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Wegen Coronapandemie? Hamburger verdoppeln Kokain- und Crystal Meth-Konsum

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Von: Kevin Goonewardena

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Immer mehr harte Drogen werden in Hamburg konsumiert, wie Forscher durch die Analyse des Abwassers nun herausgefunden haben. Was die CDU fordert.

Hamburg – Seit beinahe zwei Jahren hält das Coronavirus die Welt in Atem. Die Auswirkungen, die die Pandemie hat, sind vielfältig und gehen weit über die einer Ansteckung oder jene, die mit den jeweiligen Maßnahmen und Regelungen zusammen hängen, hinaus. So stieg etwa die Zahl der physischen Erkrankungen*, auch war eine Steigerung bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Deutschland* und weltweit zu verzeichnen. In einigen Regionen wie etwa in Lateinamerika entwickelte sich die Corona- auch zu einer Bildungskrise* und sorgt so für die Kinder, wie in anderen Ländern auch, für weitere Belastungen. Für Hamburg konnten Forscher nun einen erhöhten Drogenkonsum während der Pandemie nachweisen, über die Studie, die in mehreren Städten durchgeführt wurde, berichteten mehrere Medien, unter anderem die Tagesschau und der Deutschlandfunk.

Name der Stadt:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohnerzahl:Rund 1,9 Millionen (Stand Dezember 2020)
Stadtoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister)

Drogenkonsum in Hamburg: So hohe Rückstände fanden Forscher im Abwasser der Stadt

Denn Forscher der TU Dresden haben sich im Auftrag von Hamburg Wasser dem Abwasser der Hansestadt angenommen und die Proben anschließend analysiert. Das Ergebnis: Der Konsum von vor allem Kokain und Methamphetamin, besser bekannt als Crystal Meth, hat 2020 deutlich zugenommen. Hochgerechnet fanden die Dresdner Forscher in den Proben aus dem März 2020 7,64 Milligramm (mg) Methamphetamin pro 1000 Einwohner und Tag, wie das Hamburger Abendblatt aus der Studie zu zitieren wusste. Die Drogenreste gelangen durch die Harnausscheidungen in die Kanalisation.

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Drogenkonsum in Hamburg: Rückstände in Abwässer mehr als verdoppelt

Gegenüber der vorherigen Untersuchung hat sich der Konsum von Crystal Meth damit mehrt als verdoppelt. Als die Forscher letztmals das Abwasser der Hansestadt untersuchten, fanden sie Rückstände von 3,59 mg pro 1000 Einwohner. Deutlich größere Rückstände ließen sich von Kokain nachweisen. Um 17 Prozent von 392,84 auf 459,17 mg pro 1000 Einwohner und Tag stiegen hier die Werte, schreibt die Hamburger Lokalzeitung weiter. Allerdings: Die letzte Untersuchung fand im Jahr 2017, also einige Jahre vor der Corona-Pandemie statt. Die Steigerung kann so nicht nur auf die Pandemie zurückgeführt werden. Dennoch dürfte die Corona-Krise einen erheblichen Einfluss gehabt haben.

Ein Geldschein durch den Kokain gezogen wird
Landet in Hamburg vermehrt in der Nase und durch Ausscheidungen später auch im Abwasser: Kokain. Das fanden Forscher der TU Dresden bei einer Studie zum Hamburger Abwassers heraus, die jetzt veröffentlicht wurde. © dpa

Drogenkonsum in Hamburg: Tatgsächlicher Konsum deutlich höher - CDU fordert Kontrollen

Der tatsächliche Konsum ist übrigens deutlich höher, da der Körper konsumierte Drogen nicht vollständig wieder ausscheidet. Die CDU warf der Stadt nach Veröffentlichung der Studie vor, die Möglichkeiten, die, die Analyse des Abwassers bietet, nicht vollständig auszunutzen.

Der Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe (CDU) mahnte: „Der Hamburger Senat muss endlich ein Monitoring für Drogenrückstände und Corona auf den Weg bringen“, sagte Kappe. „Daraus lassen sich wichtige Rückschlüsse ziehen.“ Das sieht auch der Studienleiter Prof. Helm so, er sagte dem Abendblatt „Ein Abwassermonitoring kann eine zusätzliche Hilfestellung geben und als Frühindikator dienen.“

Regelmäßige Analysen könnten allerdings nicht ersetzt werden. Das Monitoring sei vielmehr eine sinnvolle Ergänzung. Auch, um andere Krankheiten zu erkennen. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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