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Wegen Corona und Omikron: Kriminelle bis April auf freiem Fuß!

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Von: Kevin Goonewardena

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Wegen der Omikron-Variante setzt die Hamburger Justizbehörde nun den Antritt von Haftstrafen aus. Doch welche Straftäter betrifft das?

Hamburg – Die Corona-Pandemie hält seit zwei Jahren die Welt in Atem und stellt alles auf den Kopf. So auch die Justizvollzugsanstalten, nicht nur hierzulande. Wie lassen sich Gefangene auf engstem Raum vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen? Und wie sorgt man dafür, dass diese nicht noch mehr den Kontakt zur Außenwelt verlieren? Im Untersuchungsgefängnis Holstenglacis kam erst im Frühjahr zu einem Corona-Ausbruch. In Thailand steckten erst kürzlich Häftlinge ein Gefängnis in Brand, um gegen die hohe Ansteckungsgefahr mit Corona zu protestieren. Hamburg schiebt aus diesem Grund nun auch den Antritt von Haftstrafen auf.

Behörde:Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Senatorin:Anne Gallina (Grüne)
Gründung:1. Januar 1967, Zusammenlegung der „Gefängnisbehörde“ und „Landesjustizverwaltung“

Omikron: Haftantritt in Hamburg aufgeschoben – Straftäter auf freiem Fuß

„Indem wir die Fluktuation in den Anstalten reduzieren, reduzieren wir das Risiko eines Eintrags und schützen Bedienstete, Gefangene und die kritische Infrastruktur insgesamt“, sagte Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne).

Ein Mann blickt aus einem vergitterten Fenster auf den Innenhof der JVA Fuhlsbüttel.
Blick aus einer Gefängniszelle in „Santa Fu“. Das Hamburger Gefängnis in Ohlsdorf gilt als sicher, doch Karl L. gelang bereits viermal die Flucht. (Symbolbild) © Maurizio Gambarini/dpa

Konkret heißt das: Damit der Austausch von Neuankömmlingen und entlassenen Gefangenen minimiert wird, setzt die Behörde den Haftantritt für Kleinkriminelle, die eine Ersatzfreiheitsstrafe hätten antreten müssen, da sie nicht in der Lage gewesen sind, die gegen sie verhängte Geldstrafe zu begleichen, bis April 2022 aus. Aufgehoben ist die Haftstrafe durch den Aufschub nicht. Das bedeutet aber auch: gefährliche Straftäter, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen, dürfen wegen Corona nicht auf freiem Fuß bleiben!

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Zu wenig Gefängnisplätze ein Hamburg: CDU fordert mehr Haftplätze

Ein Grund dafür sei auch der unvollständige oder unklare Impfstatus der Verurteilten, berichtet die Morgenpost. Schon zweimal (April 2021 und November 2020) waren die Ersatzfreiheitsstrafen wegen Corona ausgesetzt worden.

Die CDU kritisierte den Aufschub des Haftantritts. Sie forderte stattdessen die Schaffung von mehr Gefängniskapazitäten. Denn generell gibt es in Hamburgs Haftanstalten zu wenig Platz, weshalb Tausende Straftäter ihre Haftstrafe bisher nicht antreten mussten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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