Hotelbetreiber springt ab

Wegen Corona: Hotel im St. Pauli-Bunker braucht neuen Betreiber

Bunker auf St. Pauli während des Umbaus und wie dieser mal aussehen soll.
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Hamburger Bunker im Umbau: Geplantes Hotel braucht einen neuen Besitzer
  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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An dem Großprojekt des Hamburger Bunkers geht Corona nicht spurlos vorbei. Der Betreiber des geplanten Hotels springt ab – einen neuen gibt es noch nicht.

Hamburg – Der sogenannte „grüne Bunker“ auf St. Pauli soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Doch auf einmal fehlt es dem Projekt in Hamburg* an etwas Essenziellem: dem Hotelier. Wegen der Corona-Krise und den damit einhergehenden Beschränkungen für das Gastgewerbe springt der geplante Hotelbetreiber ab.

Offizielle BezeichnungFeldstraße Bunker (Flakturm IV)
AdresseFeldstraße, 20359 Hamburg
ÖffnungszeitenRund um die Uhr
Geplante Fertigstellung des UmbausEnde 2021

Im Herbst 2019 bekam die NH Hotel Group den Zuschlag für den Betrieb eines Hotels in dem Bunker des Hamburger Stadtteils St. Pauli*. Doch das war noch vor Corona. Die Epidemie hat aufgrund etlicher Beschränkungen dem Gastgewerbe über ein Jahr lang einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aus diesem Grund musste der Betreiber die Hotel-Partnerschaft beenden.

„Grüne Bunker“ auf St. Pauli mit historischer Relevanz verbunden: Hotel-Betreiber nach Corona-Krise abgesprungen

„Nach einem lang anhaltenden Aufschwung ist die Corona-Krise natürlich auch an der Hotellerie nicht spurlos vorbeigegangen“, begründet Paul Hahnert die Entscheidung. Er ist der Geschäftsführer der Ersten Hamburger Projektmanagement GmbH (EHP), die den Bunker verwaltet. Auf Nachfrage von der Hamburger Morgenpost teilt er mit, dass ein neuer Betreiber zwar noch nicht feststeht, es jedoch schon vielversprechende Gespräche dazu gebe.

Das sogenannte „nhow“-Hotel war mit 136 Zimmern, einer Bar und einem Restaurant in der Planung. Abgesehen von dem Hotel sollen zusätzlich eine Halle für Sport- und Kulturveranstaltungen, Ausstellungsflächen sowie ein Gedenk- und Informationsort für Opfer des NS-Regimes und des Zweiten Weltkriegs den Bunker bereichern. Der denkmalgeschützte Bau ist nämlich einer von zwei Flaktürmen, die in der Zeit des Nationalsozialismus von 1942 bis 1944 von Zwangsarbeitern errichtet wurden.

St. Paulis „grüner Bunker“ soll Stadtklima verbessern: Über 100 Bäume für Hamburg

Der alte Hochbunker am Heiligengeistfeld – auf dem Platz darf übrigens bald wieder der Hamburger Sommerdom stattfinden* – wurde bereits seit 2019 um fünf pyramidenartige Stockwerke erweitert. Diese sollen in einer riesigen Grünanlage auf dem Dach münden, für die über 100 Bäume gepflanzt werden. Besucher werden sich auf einem begrünten Weg außen rund um den Bunker auf die parkartige Dachterrasse kämpfen und oben den Blick über Hamburg genießen können.

Das sogenannte Projekt Hilldegarden steht für eine nachhaltige Stadtentwicklung Hamburgs und verfolgt das Ziel, das Stadtklima dauerhaft zu verbessern sowie ein generationsübergreifendes und sozialökologisches Konzept zu schaffen, beschreibt hamburg.de. Bekannt ist der Bunker für die Szene Clubs „Übel & Gefährlich“ und „Terrace Hill“ und beheimatet außerdem diverse Medienunternhemen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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