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Wegen Corona: Hamburger verklagen Österreich – es geht um Millionen!

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Von: Kevin Goonewardena

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Von dem österreichischen Skiort Ischgl aus nahm die Corona-Pandemie ihren verheerenden Verlauf durch Europa. Nun laufen die ersten Prozesse. Auch Hamburger unter Klägern.

Hamburg – Wenige Wochen nachdem die SARS-CoV-2-Erreger in China festgestellt wurden, erreichten die Viren, die unter der weniger sperrigen Bezeichnung Coronaviren bekannt wurden, erstmals Europa. Der österreichische Skiort Ischgl nimmt bei der Verbreitung von Corona auf dem europäischen Kontinent eine Schlüsselrolle ein.

Von dem beliebten Wintersport- und Party-Mekka in den Alpen ausgehend trugen Tausende infizierte Touristen das Virus nach der Rückkehr in ihre Heimatländer in alle Ecken Europas. Deutschland wäre ohne den Hotspot Ischgl wohl problemloser durch die Pandemie gekommen, so legt eine Studie nahe*. Mitte September startete in dem Zusammenhang der erste Prozess gegen den österreichischen Staat*. Nun klagen auch Hamburger auf Schadensersatz.

NameIschgl
BundeslandTirol
Fläche103,3 km²
Bevölkerungrund 1600 Einwohner

Corona: Hamburger verklagen Österreich auf Schadensersatz – 36 Millionen Gesamtschadenssumme

Dazu gehört Karin L. aus Hamburg-Eimsbüttel. Die Rentnerin infizierte sich im März 2020 in Ischgl mit Corona, steckte später auch ihren Mann an. Das Treppensteigen falle ihr immer noch schwer, berichtete sie der Mopo. Sie leide immer noch unter den Folgen der Corona-Infektion. Vom österreichischen Staat fordert sie nun Schadensersatz in Höhe von 1000 Euro, heute würde sie höher gehen, sagt sie.

Der Skiort Ischl in Österreich, den viele Hamburger wegen Corona verklagen.
Corona: Hamburger verklagen Österreich auf Schadensersatz. © Roland Mühlanger/imago

Damals, als sie sich zur Klage entschloss, konnte sie noch nicht ahnen, dass alleine die Vorbereitung eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen würde. Die geforderten Schadenssummen reichen von 1000 bis 100.000 Euro. Mit rund 36 Millionen Euro Gesamtschadenssumme rechnen Klägervertreter.

Corona in Ischgl: Schwere Vorwürfe gegenüber Österreichs Behörden auch aus Hamburg

Unter den 400 bisherigen Einzelklägern finden sich auch rund 25 Hamburger, die juristisch gegen Österreich vorgehen. Dazu kommen noch Sammelklagen. Auch Josef K., der in der HafenCity lebt, gehört zu den Klägern. Er wird sich einer Sammelklage anschließen. Ob Karin L., Josef. K oder andere, die Geschädigten werfen dem Staat Österreich schwere Versäumnisse bei der Eindämmung der Pandemie vor.

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Die Lage sei falsch eingeschätzt worden, die Lokale zu lange geöffnet geblieben, der Ort zu spät abgeriegelt worden, heißt es zu den Vorwürfen. „Aus Gewinnsucht wurde anders entschieden“, so Karin L. gegenüber der Mopo zu dem verspäteten Schließen von Bars, Diskotheken und Hotels in dem Wintersportort. * 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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