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Wegen 2G: Fährt halb Hamburg jetzt zum Shoppen nach Niedersachsen?

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Von: Kevin Goonewardena

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In Niedersachsen hat ein Gericht die 2G-Regel wieder kassiert, auch Ungeimpfte können dort nun wieder shoppen. Doch generell leidet der Einzelhandel unter dem zweiten Corona-Winter.

Hamburg – Während in der letztjährigen Weihnachtssaison die Geschäfte in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen aufgrund des damaligen Lockdowns geschlossen blieben, gestaltet sich die aktuelle Situation anders – aber keinesfalls zufriedenstellend. Denn: Trotz geöffneter Geschäfte bleiben dem Handel die Kunden weg.

Alleine der vergangene Sonnabend, der letzte vor Heiligabend, habe im Vergleich zum letzten Samstag des Weihnachtsgeschäfts vor der Corona-Pandemie, 35 Prozent weniger Umsatz zu verzeichnen gehabt. Brigitte Nolte, vom Handelsverband Nord, fasste die Situation gegenüber des Abendblatts wenig überraschend dann auch wie folgt zusammen: „Der bisherige Verlauf des Weihnachtsgeschäfts ist für den stationären Handel enttäuschend und schürt weiter Existenzängste.“

Name:Handelsverband Deutschland (HDE)
Gründung:1919
Sitz:Berlin
Anzahl Mitglieder:mehr als 100.000
Verbandsführung:Stefan Genth und Stephan Tromp

2G im Einzelhandel kein reines Hamburger Problem

Als Grund nannte Nolte die Einführung der 2G-Regel, die „zu Frequenzverlust und höheren Kosten“ geführt habe. Doch nicht nur Hamburger Händler haben mit den Coronaregeln und damit verbundenen Umsatzrückgängen zu kämpfen. So teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Sonntag in Berlin mit, dass sich zwei Drittel von 1000 befragten Einzelhändlern enttäuscht von dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft zeigten. Besonders die Betreiber von innerstädtischen Läden äußerten sich negativ, wie das Abendblatt berichtet. Das ergab eine Trendumfrage des Verbandes.

Die Hamburger Einkaufsstraße Mönckebergstraße mit Kundinnen und Kunden. Links oben im weißen Kreis: Plakate, die auf die 2G-Regel hinweisen.
Im Einzelhandel in Hamburg gilt die 2G-Regel – das führt nicht bei Jedermann zu Begeisterung. (24hamburg.de-Montage) © Hanno Bode/imago & teamwork/imago

Viele Händler würden bei weiterhin geltenden 2G-Zugangsbeschränkungen – die es nur Geimpften und Genesenen möglich macht, im stationären Handel zu shoppen – um ihre Existenz fürchten, so das Blatt. Der HDE forderte erneut eine Abkehr von jener Regelung, die der Großteil der Geschäfte anwenden würde. Schon zuvor gab es immer wieder Berichte über das desaströs verlaufende Weihnachtsgeschäft* im zweiten Corona-Winter in Folge.

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2G: Gericht kippt Regel in Niedersachsen – Shopping im Norden wieder für Ungeimpfte möglich!

Ganz anders hingegen äußerten sich die Einzelhändler in niedersächsischen Städten wie Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück oder Emden. Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Niedersachsen-Bremen berichtet gegenüber dem Abendblatt, dass es „eine deutlich verstärkte Kundenfrequenz in den größeren Städten“ gegeben habe.

Der Grund dürfte gewesen sein: Die Richter am Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte die 2G-Regel am Donnerstag wieder kassiert*, diese war erst fünf Tage zuvor eingeführt worden. Ein Einkaufstourismus aus Hamburg, Bremen und NRW, wo die 2G-Regel im Einzelhandel weiterhin gilt, sei aber nicht zu beobachten, so Krack.

Doch trotz positiverer Stimmung sei der Umsatz auch in Niedersachsen im Vergleich zur letzten coronafreien Weihnachtssaison um 20 bis 25 Prozent eingebrochen, so Krack. *24hamburg.de, merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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