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Flughafen Hamburg: Warnstreik zu Ferienbeginn „Zufall“ – so viel merken Passagiere

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Von: Kevin Goonewardena

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Koffer-Chaos, Wartezeiten, gestrichene Flüge. Der Flughafen Hamburg kommt nicht zur Ruhe. Am 1. Juli streiken auch noch Beschäftigte am Airport.

Hamburg – Freitag, 1. Juli. Ferienbeginn in zwei Bundesländern. Der vermutlich betriebsstärkste Tage am Flughafen Hamburg seit Beginn der Corona-Pandemie. Ausgerechnet an diesem Tag sind Beschäftigte einer Instandhaltungsfirma in den Warnstreik getreten. Der Arbeitskampf am Hamburger Flughafen war Mitte der Woche angekündigt worden. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 180 Mitarbeiter der Real Estate Maintenance Hamburg (RMH), einer Tochter der Flughafengesellschaft, zu einer eintägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Klingt nach dem nächsten großen Chaos am Flughafen Hamburg, an dem es zuletzt immer wieder drunter und drüber gegangen ist. 30 bis 40 Mitarbeiter der Frühschicht seien dem Aufruf am Freitag schon vor 6.30 Uhr gefolgt. Es würden hoffentlich noch mehr, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Lars Stubbe. Wie ist die Lage am Flughafen Hamburg am ersten Tag der Ferien in zwei Bundesländern unweit von Hamburg, der zugleich der Tag des Warnstreiks ist?

Name:Flughafen Hamburg (Hamburg Airport Helmut Schmidt)
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Anzahl Passagiere 2019:17,3 Millionen
Anzahl Passagiere 2021:5,3 Millionen
Anzahl Passagiere 2022:3,5 Millionen (Stand Mai 2022)

Warnstreik am Flughafen: Beschäftigte legen Arbeit nieder

Der Reihe nach: Die RMH-Beschäftigten sind für die Instandhaltung der Technik in der Gepäckbeförderung, der Startbahnen und anderer technischer Infrastrukturen zuständig. Flughafen-Geschäftsführer Michael Eggenschwiler geht davon aus, dass die Passagiere nichts von dem Warnstreik mitbekommen, wie er bereits am Donnerstag, 30. Juni 2022, auf einer Pressekonferenz zu den aktuellen Problemen am Hamburger Airport sagte. Der Streikaufruf betreffe keine Mitarbeiter im operativen Bereich. Er schloss aber nicht aus, dass etwa eine Rolltreppe stehen bleibe. Zum Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erwartet der Flughafen am Freitag rund 50 000 Passagiere.

Wartende am Hamburger Flughafen und Streikende vor dem Flughafengebäude
Geduld ist gefragt: Bereits am Morgen des 1 Juli zieht sich die Schlange der Wartenden vor den Check-In Schaltern einmal quer durch die Halle. Draußen streiken derweil Beschäftigte einer Flughafenfirma. © Christian Charisius/dpa / Kevin Goonewardena

Verdi mit Arbeitgeberangebot unzufrieden - 8,5 Prozent mehr gefordert

Mit dem Warnstreik will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Anhebung der Löhne um 8,5 Prozent sowie Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber hätten dagegen bislang nur jeweils vier Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie weitere, nicht tabellenwirksame Leistungen angeboten. Ein Warnstreik mit Folgen am Flughafen Hamburg?

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Warnstreik am Flughafen Hamburg: Zeitpunkt zu Ferienbeginn sei Zufall

Dass der Warnstreik am Flughafen Hamburg mit dem Passagieransturm zum Ferienbeginn zusammenfalle, sei nicht geplant und gewollt gewesen, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Lars Stubb: „Das ist ein Zufall.“ Das Angebot der Arbeitgeber sei einfach nicht gut genug gewesen: „Es geht uns darum, deutlich zu machen, dass die Kollegen hinter den Forderungen stehen.“ Auch er schloss Auswirkungen auf die Abfertigung der Passagiere nicht völlig aus, etwa wenn es einen Schaden an einem Gepäckbeförderungsband geben sollte. „Das können wir überhaupt nicht beeinflussen“, so Stubbe.

Reisende am Hamburger Flughafen im Juli 2022
Reisende am 1. Juli 2022 warten vor den Check-In-Schaltern am Hamburger Flughafen. Bereits morgens bilden sich längere Schlangen. © Kevin Goonewardena

Flughafen Hamburg: 2000 Koffer stapeln sich in den Hallen

Bereits in den vergangenen Tagen mussten Passagiere wegen Personalmangels am Flughafen Hamburg teils lange Wartezeiten hinnehmen. Auch stapeln sich inzwischen rund 2000 Gepäckstücke in Fuhlsbüttel, wie Eggenschwiler sagte. Dabei handelt es sich um Koffer, Taschen und Kinderwagen, die mit einem späteren Flug als der Passagier in Hamburg angekommen sind. (mit Material der dpa)

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