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„Wahnsinnig!“ Neue Fahrradstraße an der Alster von Fahrradclub kritisiert

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Die neue Fahrradstraße an der Außenalster ist nicht ganz das, was sich der Fahrradclub erhofft hat. Man wollte noch mehr für die Radler.

Hamburg – Eine Radtour an der Alster ist für viele Hamburger und Touristen das, was man sich unter einem gemütlichen Sonntagsausflug vorstellt. Mit den ganzen Autos, die in der Hansestadt umherfahren, kann das aber auch schon mal gefährlich werden. Um die Gefahr in Grenzen zu halten, hat der Senat nun eine von Hamburgs beliebtesten Fahrradstrecken zu einer Fahrradstraße erklärt.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Einwohner1.904.444 (Sozialamt, Stand 2021)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Gegründet500 n. Chr.

An der Außenalster dürfen zwar auch immer noch Autos entlangfahren, Radler haben nun aber Vorrang. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist trotzdem enttäuscht von der Entwicklung. Das ist der Grund.

Neue Fahrradstraße An der Alster: Außenalster hat nun eine Straße für Radler

Erst vor wenigen Monaten wurde bereits die Gertigstraße in Winterhude, zur Fahrradstraße erklärt und umgebaut, wo nun auch der Fuß- und Radweg getrennt sind. Jetzt geht es um die Straße An der Alster, nur unweit entfernt im Stadtteil St. Georg in Hamburg-Mitte. Die Straße verläuft an der Außenalster und ist von der Kennedybrücke bis zur Ecke Schwanenwik, wo sich die Hohenfelder Bucht und der Hamburger Kanu Club befinden, nun offiziell eine Fahrradstraße.

Fahrradfahrer auf der neuen Fahrradstraße an der Außenalster und ein Schild für die Fahrradstraße.
Die Straße An der Alster an der Außenalster ist jetzt zum Teil eine Fahrradstraße. Der ADFC ist trotzdem enttäuscht. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Hanno Bode & IMAGO Images/Chris Emil Janßen

Bereits seit einigen Tagen kann man die neue Fahrradstraße nutzen, die Teil der Velorouten 5 und 6 ist und täglich von bis zu 15.000 Radfahrern genutzt wird. Offiziell eröffnet wurde sie am Freitag, 28. Oktober, von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Die Grünen). Um dort die Radler zu schützen, gibt es nun ein Tempolimit von 30 km/h, außerdem haben Fahrräder Vorrang vor Autos.

Kritik des ADFC: Neue Fahrradstraße in Hamburg reicht noch lange nicht aus

Die Strecke, auf der diese neue Regelung gilt, ist allerdings nur 900 Meter lang und für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch nicht genug. Auf der neuen Fahrbahn gibt es Abbildungen von Fahrrädern, die den Autofahrern klar zu verstehen geben sollen, dass sie hier nicht die Hauptrolle spielen. Vorübergehend soll es außerdem eine Geschwindigkeitsanzeige am Rand geben, um die Autofahrer auf die neue Regelung und ihr eventuell zu schnelles Fahren aufmerksam zu machen.

Was den ADFC stört ist, dass hier überhaupt noch Autos fahren dürfen. ADFC-Sprecher Dirk Lau beschreibt die neue Regelung als „widersinnig“ und hält sie für wenig effektiv. „Wo ein Weg ist, da ist in Hamburg auch ein Auto“, erklärt er laut dem NDR. Dem Fahrrad-Club wäre es lieber, wenn in Zukunft lediglich Anlieger und Anliegerinnen die Straße benutzen dürften, um die Fahrradfahrer noch mehr zu schützen. Trotz der Erklärung zur Fahrradstraße sei es An der Alster nämlich auch in den ersten Tagen noch zu vielen gefährlichen Situationen gekommen, unter anderem durch zu dichte und gefährliche Überholmanöver durch Autos, die auf der schmalen Straße kaum gefahrlos durchgeführt werden können.

Weitere Pläne: Verkehrssenator will Hamburg noch fahrradfreundlicher machen

Der Umbau zur Fahrradstraße geschah auf das Drängen des Stadtteilbeirates St. Georg und des Bezirksamtes Mitte hin. In elf Wochen wurde die Straße für 1,8 Millionen Euro umgebaut und soll - trotz Absage der Pläne für die Fahrradzone im Grindelviertel - nur der erste Schritt in Richtung eines fahrradfreundlicheren Hamburgs sein, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks erklärt.

Gegenüber dem NDR erklärte Tjarks bei der Eröffnung am Freitag: „Wir wollen die Alster-Fahrradachsen vollenden.“ An der Krugkoppelbrücke und an der Fahrradstraße Schöne Aussicht/Bellevue sei man bereits fertig. Die Straße An der Alster sei das komplizierteste Teilstück, das man nun bearbeitet hat.

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„Hier geht es darum, dass wir aus der Nebenstraße jetzt eine Fahrradstraße in kaltgepresstem Asphalt gemacht haben. Die wird weitergeführt mit einem geschützten Radweg, sicher für die Fahrradfahrerinnen und -fahrer.“ Auf der anderen Seite der breiten Straße sei bereits ebenfalls mehr Platz für Fußgänger und auch Radler geschaffen. „Das wollen wir weiter fortsetzen. Das ist hier der erste Schritt, der zweite Schritt wird folgen“, verspricht Tjarks. Den ADFC wird das sicher freuen.

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