Hoffnung für Festivalfans

Heavy-Metal-Festival: Veranstalter sicher – Wacken findet statt!

  • Jens Kiffmeier
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Heavy-Metal-Fans dürfen weiter von Wacken 2021 träumen. Nach den Absagen für das Hurricane, Deichbrand und Southside hecken die Veranstalter einen Corona-Plan aus!

Hamburg/Wacken – Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont: Das Wacken Open Air soll trotz der Corona-Krise in diesem Sommer stattfinden. Trotz des Lockdowns und der weiterhin unsicheren Infektionslage werde man die Neuauflage für das Heavy-Metal-Festival nicht vorschnell absagen, teilte Veranstalter Thomas Jensen der Deutschen Presseagentur (dpa) mit. „Wir bleiben hoffnungsvoll und planen weiter“, sagte er.

Heavy-Metall-Festival:Wacken Open Air (WOA)
Ort: Gemeinde Wacken in Schleswig-Holstein
Gegründet:1990
Gründer:Thomas Jensen und Holger Hübner
Verkaufte Tickets pro Jahr:75.000

Das Wacken Open Air ist eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt. Jahr für Jahr strömen rund 75.000 Fans in die schleswig-holsteinische Gemeinde. Nach derzeitigem Planungsstand soll das Massen-Event vom 29. bis 31. Juli 2021 über die Bühne gehen. Im Vergleich zu anderen Freiluft-Veranstaltungen ist dies ein relativ später Termin, der aus Sicht der Wacken-Macher einen klaren Vorteil bietet.

Wacken Open Air: Veranstalter zögern eine Absage für den Sommer 2021 noch hinaus

„Unser später Veranstaltungstermin am letzten Juli-Wochenende erlaubt uns, die weitere Entwicklung der Situation – etwa auch hinsichtlich des Fortschritts der Impfkampagne und kommenden Entscheidungen der Bundesregierung – zu beobachten, und ermöglicht uns eine längere Vorbereitungszeit“, begründete Organisator Jensen das Festhalten an der bisherigen Planung.

Plant trotz Corona eine Neuauflage vom Wacken Open Air: Organisator Thomas Jensen. (24hamburg.de-Montage)

Andere Veranstalter hatten diesbezüglich weniger Glück. Bereits sieben Festivals in Deutschland und der Schweiz sind dem Coronavirus zum Opfer gefallen*. Unter anderem wurde „Rock am Ring*“ am Nürburgring abgesagt. Aber auch in Niedersachsen sind zahlreiche Veranstaltungen vorsorglich gestrichen worden. So müssen Musikfreunde auf Festivals wie Hurricane, Southside und Deichbrand verzichten. Auch das Glastonbury fällt aus.

Wacken-Mitbegründer Jensen bedauert die Absagen. „Wir fühlen mit den Kolleginnen und Kollegen, denen diese Entscheidung ganz sicher nicht leicht gefallen ist“, sagte er. Jeder wisse, dass sich die Fans und Bands auf ein Wiedersehen bei den alljährlichen Festivals gefreut hätten. Doch die Sicherheit und die Gesundheit aller Teilnehmer müsse nun einmal oberste Priorität haben.

Wacken Open Air: Neuauflage für 2021 hängt an Corona-Entwicklung

Jensen weiß, wovon er spricht. Im vergangenen Jahr war er gezwungen, seine eigene Veranstaltung in Wacken abzusagen. Statt Live-Auftritte gab es dann nur eine kleinere Variante mit Online-Übertragungen*.

Damit das Festival in diesem Jahr wieder in einem größeren Rahmen stattfinden kann, sei er im ständigen Austausch mit den zuständigen Behörden, Experten und der Politik. „Sobald sich konkretere Entwicklungen anbahnen, werden wir unsere Fans darüber in Kenntnis setzen“, versprach Jensen.

Alles hängt nun von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Im derzeitigen Lockdown sind sämtliche Kulturveranstaltungen untersagt. Erst vor einer Woche hatten die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Lockdown verlängert. Zwar sind erste Lockerungen nach einem Fünf-Stufenplan erlaubt. Doch bis Veranstaltungen mit hunderten oder gar tausenden Menschen gestattet werden, ist es noch ein sehr langer Weg.

Der Veranstaltungsbranche setzt der Dauer-Lockdown mittlerweile massiv zu. So warnte der Geschäftsführer des Hamburger Festivalveranstalters FKP Scorpio, Folkert Koopmans, eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen für die Branche*. „Die Situation ist so ernst wie nie“, sagte der 57-Jährige im Interview mit kreiszeitung.de.

Die meisten Unternehmen hätten die Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt und müssten trotz staatlicher Überbrückungshilfen von eigenen Reserven leben. Ohne klare Öffnungsperspektive bestehe die Gefahr, dass es dauerhaft auf den Festivalwiesen im Sommer still werde. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa/picture alliance & Axel Heimken/dpa/picture alliance

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