Gift in der Eiscreme

Vorsicht bei Snickers-Eis! Rückruf wegen krebserregendem Pflanzenschutzmittel

  • VonUlrike Hagen
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Mars startet einen Rückruf wegen krebserregendem Inhaltsstoff. Die betroffenen Produkte wie Snickers-Eis sind europaweit aus dem Verkehr gezogen worden.

Hamburg – Mars ruft verschiedene Eiscremesorten zurück, darunter auch Snickers-Eis. In den Produkten könnten sich in dem enthaltenen Johannisbrotkernmehl – ein Stabilisator, auch deklariert als E410 – Spuren von Ethylenoxid (ETO) befinden. Ethylenoxid ist ein bereits seit 1981 in Deutschland verbotenes und giftiges, leicht entzündliches Gas. Es wird als Pflanzenschutzmittel, in der Lebensmittelindustrie aber vor allem zur Desinfektion verwendet, gilt als krebserregend und erbgutverändernd.

Giftiges Snickers-Eis nur noch in Deutschland zu kaufen

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Rückrufe beispielsweise wegen Salmonellen-Gefahr, woraufhin Behörden vor Süßigkeiten aus Sonnenblumenkernen warnten, oder aufgrund von Listerien in Käse*. Selbst in Nüssen fanden sich schon giftige Rückstände. Doch der Rückruf-Fall der betroffenen Eiscreme-Chargen ist etwas ganz Besonderes: Nur in Deutschland durfte dieses Eis überhaupt noch verkauft werden.

Rückruf von Snickers-Eis EU-weit schon im Juli

Bereits am 13. Juli hatte sich die EU darauf geeinigt, Lebensmittel mit der belasteten Zutat Johannisbrotkernmehl vom Markt zu nehmen. Daraufhin folgten europaweite Rückrufe für Tausende Sorten Eiscreme, auch die Eis-Riegel-Produkte des Herstellers Mars waren betroffen. Bei Stichproben von Foodwatch Ende Juli und Anfang August in Berliner Supermärkten fanden sich nun jedoch genau diese Mars-Produkte mit den europaweit zurückgerufenen Chargennummern. Während also in anderen Ländern die Eis-Riegel aufgrund von Gesundheitsgefahren zurückgerufen werden, wurde das Gift-Eis in Deutschland einfach weitergeschleckt.

Snickers-Eis: Rückruf erst auf Druck von Verbraucherverbänden

Erst auf den Druck von Verbraucherverbänden wie Foodwatch startet Mars also nun auch in Deutschland den Rückruf der betroffenen verschiedenen Eiscreme-Chargen, die nicht nur unterschiedliche Sorten von Snickers-, sondern auch Twix-, M& M´s- und Bounty- Eis-Riegel betrifft.

Foodwatch kritisiert: Bisher keine Warnung in Deutschland wegen E410

In der EU, also auch in Deutschland mit seinen strengen Gesetzen zur Lebensmittelsicherheit*, ist die Verwendung von E410 eigentlich schon länger verboten. E410 oder Ethylenoxid (ETO) wird darum vor allem in tropischen Ländern eingesetzt, um Lebensmittel vor dem Transport zu behandeln und so Befall durch Pilze und Bakterien und einem Verderb vorzubeugen. Foodwatch kritisierte, dass es bisher keine Warnung für den für den Menschen giftigen Stoff gab. Nun erfolgte jedoch auch die offizielle Lebensmittelwarnung auf dem Portal des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Snickers-Eis ist möglicherweise mit Ethylenoxid verunreinigt. In anderen Ländern wurde das Produkt schon im Juli zurückgerufen (Symbolbild).

Diese Eis-Chargen sind vom Rückruf betroffen:

  • Snickers Ice cream bar
  • Packungsgrößen eins und sechs mit Haltbarkeitsdaten 31. Oktober 2022, 30. November 2022, 31. Januar 2023, 31. März 2023 und 30. April 2023. Zudem beim Sechserpack 28. Februar 2023 und beim Einzelpack 31. Dezember 2022.
  • Snickers Crisp Ice cream bar
  • Packungsgrößen eins und sechs mit Haltbarkeitsdaten 30. November 2022, 31. Dezember 2022, 28. Februar 2023 und 30. April 2023.
  • Snickers White Ice cream bar
  • Packungsgrößen eins und sechs mit Haltbarkeitsdaten 31. Dezember 2022 und 28. Februar 2023, beim Sechserpack zudem 31. März 2023.
  • Bounty Ice cream bar
  • Sechserpack mit Mindesthaltbarkeitsdaten 28. Februar, 31. März, 30. April, 31. Dezember 2022 sowie 28. Februar, 31. März und 30. April 2023. Beim Einerpack die Haltbarkeitsdaten 28. Februar, 30. April 2022, 31. Oktober 2022 und 31. Dezember 2022, 28. Februar 2023 und 30. April 2023.
  • Twix Ice cream bar
  • Sechserpack mit Haltbarkeitsdaten 31. Oktober und 31. Dezember 2022 sowie 28. Februar, 31. März und 30. April 2023. Beim Einerpack um 31. März, 30. April 2022 und 31. Dezember 202228, Februar 2023 und 30. April 2023.

Lebensmittel-Rückrufe: Verdopplung in den letzten Jahren

Laut Auswertungen des Portals lebensmittelwarnung.de, auf dem seit 2011 entsprechende Warnungen vom Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht werden, hat sich die Anzahl der Rückrufe in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Erst kürzlich gab es einen Käse-Rückruf, da bei Verzehr Hirnhautentzündung möglich* ist.* merkur.de, ruhr24.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lex Van Lieshout

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