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„Von dieser Sprachpolizei genervt“: Hamburger CDU wettert gegen das Gendern

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Von: Steffen Maas

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Die CDU Hamburg möchte, dass sich Behörden an geltende Grammatikregeln halten und keine gendergerechte Sprache benutzen. Dafür gebe es breite Unterstützung.

Hamburg – Weg mit den Sternchen: Die CDU in Hamburg setzt sich offensiv gegen geschlechtergerechte Sprache ein – zumindest in offizieller Kommunikation, etwa von der Stadtverwaltung. Das machten die Christdemokraten rund um den Vorsitzenden Christoph Ploß und den Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dennis Thering, zuletzt an mehreren Stellen deutlich. Zum einen mit einem Antrag beim jüngsten CDU-Bundesparteitag in Hannover, zum anderen als klare Position in einem Interview.

Im Kampf gegen das Gendersternchen habe man „breite Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet“, sagte Thering der Tageszeitung Welt.

Name:CDU Hamburg
Art:Landesverband
Vorsitzender:Christoph Ploß
Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft:Dennis Thering

CDU Hamburg: „Vermeintliche politische Korrektheit“ hat keinen Platz in öffentlichen Institutionen

Ihm und seinen Parteifreunden sei es wichtig, „dass in staatlichen Zusammenhängen keine falsche Gender-Sprache verwendet oder gar gelehrt wird“, unterstrich Thering im Interview mit der Welt., „viele Menschen sind von dieser Sprachpolizei und vermeintlicher politischer Korrektheit genervt.“ Dabei geht es der Hamburger CDU ausdrücklich nur um offizielle Kommunikation in „staatlichen Zusammenhängen“: „Privat soll jeder und jede sprechen können, wie er oder sie das möchte.“

CDU Hamburg Chefs Christoph Ploß und Dennis Thering
CDU-Landeschef Christoph Ploß (l.) und Fraktions-Vorsitzender Dennis Thering wollen Behörden, Schulen und Unis das Verwenden der geschlechtergerechten Sprache verbieten. (24hamburg.de-Montage) © Marcus Brandt/dpa & Doreen Garud/dpa

Das sieht auch Landeschef Christoph Ploß so: „Die Bürger können von staatlichen Institutionen erwarten, dass sie sich an die geltenden Grammatikregeln halten“, findet er. Dabei geht es ihm nicht nur um die Bekämpfung „grammatisch falscher Gendersprache“, sondern auch darum, wie aus ihr ein Zwang abgeleitet werden könnte: „Häufig werden Andersdenkende unter massiven Druck gesetzt, ebenfalls zu gendern.“

Nicht nur in Hamburg: Kampf gegen „Gender-Zwang“ auch auf dem CDU-Bundesparteitag

Ausdruck des Bestrebens, den Gebrauch der Gendersprache einzudämmen, war dann auch ein entsprechender Antrag der Hamburger CDU beim Bundesparteitag am 9. und 10. September 2022 in Hannover. Dort stieß man offensichtlich auf viel Gegenliebe mit dem Ansinnen – auch von ganz oben.

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Denn Parteichef Friedrich Merz schloss sich dem Anti-Gendersprachen-Tenor geradezu aggressiv an. Geht es nach Merz, sollten auch die Journalisten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks keine Gendersprache mehr benutzen. Er begründete das mit der Tatsache, dass die Angebote über Gebühren finanziert werden – und das dazu verpflichte, sich an allgemein gültige Regeln zu halten.

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Daneben diskutierten die Unions-Politiker und -Politikerinnen in Hannover auch über eine Frauenquote oder die das Bestreben, ein verpflichtendes „Gesellschaftsjahr“ für junge Menschen einzuführen. Hamburg-Chef Ploß findet auch solche Themen wichtig, gibt im exklusiven Interview mit 24hamburg.de aber zu: „Klar ist aber auch: In Zeiten von Energiekrise und Inflation haben die Menschen wichtigere Probleme als die Frauenquote in der CDU.“

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