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„Vom HSV lernen wollen wir nichts“: St. Pauli-Trainer Schultz zählt Rivalen an

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Von: Jan Knötzsch

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Der FC St. Pauli hat sich zur Nummer eins in Hamburg gemausert. Der HSV hinkt ein Stück hinterher. Und FC St Pauli-Coach Timo Schultz stichelt gegen den Rivalen.

Hamburg – Das Ganze hat mittlerweile schon Tradition. Egal von welcher Seite es kommt. Der Hamburger SV und der FC St. Pauli haben eben wenig gemeinsam – die beiden Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg passen einfach nicht zueinander. Da gibt‘s schon mal Ärger oder klare Ansagen. Kein Wunder, handelt es sich doch um zwei waschechte Stadtrivalen. Und das auch noch in der gleichen Liga. Nach langen Jahren der Einseitigkeit „pro HSV“ hat sich in Hamburg das Blatt längst gedreht, was den Erfolg angeht.

In der aktuellen Saison ist der FC St. Pauli die Nummer eins in der Stadt. Der HSV hat sich zu Beginn der Serie unter Neu-Trainer Tim Walter zu oft verzockt. Die Zahl der positiven FC St. Pauli-News übersteigt die der HSV-News. Und die Erste Liga ruft. Da kann man schonmal ein bisschen gegen den Stadtrivalen sticheln, oder? Tut Trainer Timo Schultz auch.

Fußballtrainer:Timo Schultz
Geboren:26. August 1977 (Alter 44 Jahre), Wittmund
Vertrag beim FC St. Pauli bis:30. Juni 2022
Durchschnittliche Amtszeit als Trainer:2,26 Jahre
Bevorzugte Formation:4-3-1-2

FC St. Pauli-News: Trainer Timo Schultz erklärt, warum der HSV für den FCSP kein Vorbild sein soll

Nicht nur Ex-HSV-Kicker Sergej Barbarez hat erkannt, dass der FC St. Pauli Hamburgs neue Nummer eins ist. Auch der ehemalige FC St. Pauli-Präsident Corny Littmann frohlockte jüngst ob des fußballerischen Machtwechsels in Hamburg, wo früher auch Andreas Rettig tätig war. Der Ex-Geschäftsführer ist längst vom FC St. Pauli-Aufstieg am Ende der laufenden Spielzeit überzeugt. Ebenso wie TV-Experte Torsten Mattuschka. Auch der Mann von TV-Sender Sky sieht die Mannschaft, die ihre Heimspiele unweit der Reeperbahn am Millerntor austrägt, in der neuen Saison in der Ersten Bundesliga.

Im Hintergrund eine Fahne des FC St. Pauli und des Hamburger SV. Im Vordergrund FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz.
FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz hält nicht viel vom HSV – zumindest wenn es um einen Lerneffekt geht. (24hamburg.de-Montage) © Strussfoto/imago & Norbert Schmidt/imago

Die erste Voraussetzung dafür hat das Team von Trainer Timo Schultz, der sich jüngst zu seiner FC St. Pauli-Zukunft geäußert hat, mit dem Gewinn des inoffiziellen Herbstmeistertitels gelegt. Doch Vorsicht: Wer zur Hälfte der Spielzeit oben steht, der ist noch lange nicht wirklich auch am Ziel seiner Träume angelangt. Nachfragen dieser Art kann der FC St. Pauli beim HSV stellen. Der wurde in der Vergangenheit in der Zweiten Bundesliga gleich zwei Mal Herbstmeister. Das Ende vom Lied ist bekannt: Aufgestiegen ist der HSV nicht, sondern spielt noch immer in der Zweiten Liga.

FC St. Pauli: Auch in der nächsten Saison Derby gegen den HSV? Das sagt Trainer Timo Schultz zu den HSV-Aufstiegschancen

Und so sagt FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz, dessen Kapitän Philipp Ziereis vor wenigen Wochen das Erfolgsrezept des FC St. Pauli erklärt hat, dann auch etwas, was sie „nebenan“ beim großen Stadtrivalen im Volksparkstadion nicht so gerne hören dürften. „Unser Stadtnachbar kann ein Lied davon singen, wie es gehen kann, wenn man zur Halbserie oben steht. Dass es auch schnell in die andere Richtung gehen kann ...“, hat Timo Schultz bei Sport1 erklärt und dort ein bisschen gegen den HSV gestichelt: „Vom HSV lernen wollen wir nichts – das kann ich in aller Deutlichkeit sagen.“

Mehr an verbalen Spitzfindigkeiten und Giftpfeilen in Richtung HSV, wo ein möglicher Abschied von Top-Talent Faride Alidou und HSV-Transfergerüchte um Keeper Marko Johansson akut sind, ist von „Schulle“ dann allerdings nicht drin. Im Gegenteil. „Ich hätte auch nichts gegen einen Doppel-Aufstieg“, konstatiert der FC St. Pauli-Trainer gegenüber dem TV-Sender Sport1 auf die Frage, wie realistisch es ist, dass sich der FC St. Pauli und der HSV auch in der kommenden Saison einmal im Volkspark und einmal am Millerntor gegenüberstehen werden.

FC St. Pauli: Trainer Timo Schultz dankbar für Vertrauen – auf Sportchef Andreas Bornemann wartet viel Arbeit

Ob dies wirklich passieren wird, steht noch in den Sternen. Bis dahin wird noch viel Wasser die Elbe herunterfließen, wie man so schön sagt, wenn es um Dinge geht, die in der Zukunft liegen und nicht vorausgesagt werden können. Und bis dahin jedenfalls wartet auf den gerade mit dem Coronavirus infizierten Andreas Bornemann noch einiges an Arbeit: Gleich zwölf Spielerverträge beim FC St Pauli laufen am Ende der Saison aus – ein Umstand, von dem der FCSP-Sportchef derzeit etwas genervt ist.

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Bei Timo Schultz hingegen herrscht eitel Sonnenschein. Das war nicht immer so. Vor einem Jahr noch stand der 44-Jährige mit dem Verein auf einem Abstiegsplatz, gute FC St-Pauli-News waren selten. Doch der Kiezklub bewahrte die Ruhe und hielt an seinem Trainer fest.„Ich bin dankbar, dass der Verein damals ruhig geblieben ist und ich das Vertrauen bekommen habe. 13 Spiele ohne Sieg, das lernt man nicht im Trainerlehrgang, das muss man erlebt haben“, so Schultz beim TV-Sender Sport1. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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