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„Völlig gaga“: Leiharbeiter bei der Kripo? Polizeipräsident erntet Kritik und Spott

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Von: Jan Knötzsch

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Bei der Hamburger Polizei hängt der Haussegen schief. Wegen einer Idee des Polizeipräsidenten, die eigentlich helfen soll, aber für einen „Crash“ der Meinungen sorgt.

Hamburg – Die Polizei, dein Freund und Helfer. So heißt es immer wieder, wenn man über die Beamten spricht, die nicht nur in der Hansestadt Hamburg für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die ein Auge darauf haben, dass alles in geregeltem Rahmen vor sich geht und möglichst niemand gegen die geltenden Gesetze in Hamburg verstößt. Zu 100 Prozent gelingt dies den Beamten freilich nicht immer. In Hamburg gibt es schließlich genug Blaulicht-Meldungen. Fast Tag für Tag. Für eine Millionenstadt ganz normal. Auch wenn man es sich sicherlich anders wünscht.

Anders wünschen ist das Stichwort: Auch die Polizei würde sich einiges sicher anders wünschen. Nicht nur draußen auf den Straßen, wo Hamburgs Einsatzkräfte auch schonmal attackiert werden. Egal, ob es sich um die Polizei Hamburg, die Feuerwehr Hamburg oder aber andere Retter und Sanitäter handelt. Und noch etwas könnte nach den Vorstellungen der Polizei anders sei: nicht so viele unbearbeitete Akten, ungelöste Fälle und wenig Personal. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat eine vermeintlich geniale Idee, wie das alles besser werden soll.

Oder ist sie doch nicht so genial, sondern völliger Humbug und Unsinn?

Landespolizei der Freien und Hansestadt Hamburg:Polizei Hamburg
Gegründet:26. Mai 1814 in Hamburg
Bedienstete10.358
Polizeipräsident:Ralf Martin Meyer

Leiharbeiter bei der Kriminalpolizei in Hamburg: Das ist der Plan von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer

Was genau ist der Plan von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, um die Situation bei der Polizei in Hamburg zu verbessern und ihr die Arbeit leichter zu machen? Nun, wie das Hamburger Abendblatt berichtet, plant Polizeipräsident Meyer Folgendes: Es sollen sogenannte Crash-Teams aufgebaut werden, die im Bedarfsfall einfache Aufgaben bei der Kripo wahrnehmen sollen, um die Beamten bei Ermittlungsarbeiten zu unterstützen. Dazu soll es Überlegungen geben, Leiharbeiter von externen Firmen heranzuziehen. Das wiederum trifft innerhalb der Polizei und auch beim Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) auf enormes Unverständnis und Widerstand.

Im Hintergrund Polizeiwagen, im Vordergrund Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.
Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer will Leiharbeiter bei der Kripo einsetzen. (24hamburg.de-Montage) © Marcus Brandt/dpa & Hanno Bode/imago

Der BDK schreibt in einem Brief an die Dienststellen laut Abendblatt, die Behördenleitung solle von dem Vorhaben „sofort absehen“, intern soll die Abneigung gegen die Pläne des Polizeipräsidenten, die Kripo durch Leiharbeiter zu unterstützen auf noch weniger Gegenliebe. Als „völlig gaga“ seien diese Pläne zu betrachten, zitiert das Abendblatt einen nicht namentlich genannten Beamten, während sich Rolf Martin Meyer gegen die Kritik und den Spott, den die Idee erntet, wehrt und dazu im Abendblatt Stellung bezieht.

Hamburg: Konzept für Leiharbeiter im Polizeidienst gibt es bereits - so sieht es aus

Laut Meyer sollen die sogenannten „Crash-Teams“ bei der Kripo für „temporären Entlastung“ der Beamtinnen und Beamten bei der Kripo sorgen und bei „tausenden einfachen Vorgängen“ helfen, so Meyer, der klarmacht: Die Leiharbeiter sollen keinesfalls Ermittlungsarbeiten bei der Kriminalpolizei übernehmen, sondern sich nur um Verwaltungsaufgaben kümmern. Das Pilotprojekt sei Teil einer Gesamtstrategie. Es gehe darum, den Beruf von Kripobeamten möglichst attraktiver werden zu lassen. „Das werden wir mit verschiedenen Ansätzen tun. Hier arbeiten wir an einem Konzept, zu dem dann auch das Mittel Crash-Team gehören kann, wenn es nötig ist“, so der Polizeipräsident weiter.

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Bis es allerdings überhaupt dazu kommen könnte, dass Leiharbeiter tatsächlich bei der Kriminalpolizei eingesetzt werden, wird es noch etwas dauern. „Die derzeitigen Planungen hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung der Einarbeitung sind noch nicht abgeschlossen“, heißt es von der Polizei, so das Abendblatt. Ein grobes Konzept gibt es aber. Das beinhaltet unter anderem, die Leiharbeitskräfte zunächst an der Akademie der Polizei zu schulen.

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