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Viele Flüchtlinge aus der Ukraine haben Corona – Hamburg ist vorbereitet

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Der Ukraine-Krieg löst eine Flüchtlingswelle sondergleichen aus. Auch in Hamburg treffen immer mehr Ukrainer ein. Viele von ihnen haben Corona.

Hamburg  – Inzwischen sind die Konsequenzen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auch in Hamburg zu spüren. Sei es durch die gestiegenen Benzin-Preise, durch knapp werdende Lebensmittel oder durch die zahlreichen Flüchtlinge, die dieser Tage in Hamburg ankommen. Neben den, laut CDU unhaltbaren Zuständen in der zentralen Anlaufstelle in Hamburg-Rahlstedt, macht auch eine Coronavirus-Infektion vielen Flüchtlingen aus der Ukraine zu schaffen.

Stadt:Hamburg
Bundesland:Hamburg
Sozialsenatorin:Melanie Leonhard

Unter den ukrainischen Flüchtlingen sind viele mit dem Coronavirus infiziert. „Die Positivquote ist hoch“, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag auf der wöchentlichen Landespressekonferenz im Hamburger Rathaus. Insgesamt sei die Impfquote in der Ukraine mit etwa 35 Prozent, im Gegensatz zu Hamburg, wo bisher mehr als 80 Prozent der Erwachsenen geimpft sind, gering. Auch sei dort in vielen Fällen der chinesische Impfstoff Sinovac verabreicht worden, der eine nicht so überzeugende Wirkung habe.

Im Hintergrund Flüchtlinge aus der Ukraine an der Anlaufstelle in Hamburg-Rahlstedt, dazu ein positiver Coronatest.
Viele ukrainische Flüchtlinge haben Corona. (24hamburg.de-Montage/Symbolbild) © Jonas Walzberg/dpa & Sebastian Gollnow/imago

Von allen Flüchtlingen aus der Ukraine werde bei der Unterbringung in öffentlichen Unterkünften ein Coronatest verlangt. Senatssprecher Marcel Schweitzer machte deutlich, dass keiner der Geflüchteten aufgrund einer Infektion negative Folgen für die Einreise zu befürchten habe. Die Unterbringung der positiv getesteten Menschen sei aber natürlich aufwendiger, sagte die Senatorin.

Viele Flüchtlinge aus der Ukraine haben Corona: Doch Hamburg ist vorbereitet

„Wir können auch noch in vorhandener öffentlich-rechtlicher Unterkunft Quarantäne realisieren. Wir haben auch Hotel-Standorte, die wir dafür mit nutzen können“. Angesichts des großen Flüchtlingszustroms werde die Aufgabe aber jeden Tag größer, sagte Leonhard auf Nachfrage.

Die hohe Positivquote unter den Flüchtlingen mache sich auch in den Corona-Zahlen der Stadt bemerkbar. „In unserer gegenwärtigen Infektionssituation fallen natürlich 100, 200 Extrainfektionen ins Gewicht, das ist so“, sagte Leonhard. Tatsächlich sind die Corona-Zahlen in Hamburg in den vergangenen Tagen wieder angestiegen – ausgerechnet jetzt, wo der Freedom Day schon fast vor der Tür steht.

Krieg in der Ukraine: Flüchtlingsstrom größer als zur „Rekordwelle 2015“

Inzwischen ist der Strom an Geflüchteten, die Hamburg täglich erreichen, größer als in der bisher größten Flüchtlingswelle der letzten Jahre im Jahr 2015. 1600 Menschen aus der Ukraine seien am Montag, 7. März, insgesamt in Hamburg eingetroffen. „Das ist mehr, als wir in den Jahren 2015/16 an unseren Rekordtagen hatten. Und wir rechnen damit, dass es in den kommenden Tagen so weitergeht“, bestätigte Melanie Leonhard auf der LPK am Dienstag.

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Um die Situation in der Anlaufstelle in Hamburg-Rahlstedt zu entspannen, wurde nun eine zweite Stelle für ankommende Ukrainer geöffnet. Leonhard räumte nämlich ein, dass die Situation in Rahlstedt schwierig sei. Ukrainer, die privat untergekommen sind, sollten jetzt nicht mehr dorthin kommen, sondern sich in der Zentralen Ausländerbehörde, in der Hammer Straße in Wandsbek registrieren lassen, sagte sie. Nur wer noch keine Unterkunft habe, müsse auch weiterhin nach Rahlstedt. (dpa/nmr) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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