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Versuchter Mord mit Beruhigungsmitteln: Krankenschwester angeklagt

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Von: Elias Bartl

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Eine Pflegerin zieht ein Beatmungsgerät durch einen Flur in der Intensivstation.
Eine Pflegerin zieht ein Beatmungsgerät durch einen Flur in der Intensivstation. (Symbolbild) © Christophe Gateau/DPA

Eine 37-jährige Krankenschwester steht ab Mittwoch in Hamburg vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, versucht zu haben, ihre Tochter mit Beruhigungsmittel umzubringen.

Hamburg – Wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten Mordes zum Nachteil ihrer inzwischen fünfjährigen Tochter, muss sich ab Mittwoch, 7. September, eine 37-jährige Krankenschwester erneut vor dem Hamburger Landgericht stellen. Der Anklage zufolge soll die Hamburgerin ihrer Tochter Ende Dezember 2020 während einer Krankenhausbehandlung des Kindes bei zwei Gelegenheiten Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht haben.

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Eigene Tochter mit Medikamenten betäubt: Krankenschwester vor Gericht

Laut Gericht habe die Mutter ihrer Tochter mehrfach und ohne medizinische Indikation ein Beruhigungsmittel, im Falle der zweiten Medikamentengabe in Kombination mit einem Schlafmittel verabreicht. Eine akute Lebensgefahr habe für das Kind nicht bestanden, allerdings sei die zweite Medikamentengabe in einer potenziell lebensgefährlichen Dosis erfolgt, und die Angeklagte habe einen tödlichen Ausgang in diesem Fall billigend in Kauf genommen. Dafür verurteilte das Hamburger Landgericht die Frau am 13. September 2021 wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten.

Krankenschwester vor Gericht: Versuchte sie, ihre eigene Tochter zu töten?

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Die 37-Jährige ging nach dem Urteil vor dem Bundesgerichtsurteil in Berufung. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil in Teilen auf und setzte eine neue Verhandlung am Landgericht Hamburg an. Die Begründung für die Verurteilung wegen eines Tötungsvorsatzes der Angeklagten hielt der Bundesgerichtshof für unzureichend. In der Folge muss über die Anklage hinsichtlich der zweiten Medikamentengabe und über die Strafzumessung insgesamt nun neu verhandelt werden. Prozessbeginn soll am Mittwoch in Hamburg sein.

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