1. 24hamburg
  2. Hamburg

Russen-Yacht darf Hamburger Hafen verlassen – warum so plötzlich?

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Im Hamburger Hafen stehen einige Yachten, die russischen Oligarchen zugerechnet werden. Die Russen-Yacht „Solandge“ darf nun den Hafen verlassen.

Update vom 13. April 2022: In den Morgenstunden des Mittwochs, 13. April 2022, flüchtete die sogenannte Russen-Yacht aus dem Hamburger Hafen*.

Ursprungsartikel vom 4. April 2022: Hamburg – Mit Kriegsbeginn in der Ukraine und der Forderung nach dem Einfrieren von Vermögenswerten russischer Oligarchen, rückten in ganz Europa die Besitztümer vermeintlicher oder tatsächlicher Putin-Getreuer in den Blick von Politik, Medien und Öffentlichkeit. Insbesondere die Mega-Yachten russischer Milliardäre gerieten dabei in den Fokus. Nicht selten sind sie deutscher Herkunft, denn russische Milliardäre lieben deutsche Luxus-Yachten*. Die Russen-Yachten werden von ihnen gerne in deutschen Werfen in Papenburg, Bremen oder Hamburg* verbracht – zum Bauen oder Überholen. Und manche von ihnen befinden sich auch jetzt noch in deutschen Werften. Jetzt haben die Behörden einer Yacht die Freigabe erteilt. Das berichtet der NDR.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen (Stand Dezember 2021)
Stadtoberhaupt:Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (seit 2018 im Amt)

Russen-Yacht: 800-Millionen-Yacht seit Oktober in Hamburg – jetzt Flüchtlingsunterkunft?

Seit Herbst 2021 befindet sich die 800-Millionen-Euro Yacht „Dilbar“ zur Reparatur bei Blohm&Voss in Hamburg*. Sie gehört mutmaßlich dem russischen Oligarchen Alisher Usmanov (68), es hieß zunächst, sie sei beschlagnahmt worden. Doch die Spekulationen um die Beschlagnahmung der in Bremen gebauten Oligarchen-Yacht* wurden schließlich von den Hamburger Behörden beendet. Doch auch, ohne dass die Yacht beschlagnahmt wurde, schmiss die Crew der Dilbar hin und haute ab*. Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß schlug zwischenzeitlich vor, ukrainische Flüchtlinge auf den Oligarchen-Yachten unterzubringen*.

Oligarchen-Yachten werden weltweit gejagt

Die Jagd auf russische Mega-Yachten wird dabei keineswegs nur in Deutschland geführt. IT-Student Jack Sweeney, der vor kurzem die Flugdaten von Tesla-Chef Elon Musk aufzeichnete, beteiligte sich am Aufspüren der Oligarchen-Yachten*. Ex-Chelsea FC-Eigner Roman Abramowitsch brachte seine Yachten in der Türkei in Sicherheit – und stieß dort auf unerwarteten Protest*. Kreml-Kritiker Nawalny Recherchen förderten gar eine Mega-Yacht in Italien zutage, die Putin persönlich gehören soll*. Und in Norwegen wurde eine russische Yacht am Ablegen gehindert, in dem ihr ganz simpel der Treibstoff versagt wurde. Doch in Deutschland hieß es zuletzt: Haut die Russe-Yacht jetzt aus Hamburg ab?*

Mega-Yacht Solandge darf Hamburger Hafen verlassen

Die Yacht Solandge (links), deren Eigner der russische Milliardär Suleiman Kerimow sein soll
Die Solandge im Hamburger Hafen hier links zu sehen. Rechts in den Docks von Blohm+Voss steht die „Luna“, auch sie soll einem russischen Oligarchen gehören. © Hanno Bode/Imago Images

Dabei ging es nicht um die Mega-Yacht Dilbar, sondern um eine andere Luxus-Yacht, die einem russischen Oligarchen zugerechnet wird. Die „Solandge“. Sie soll dem Oligarchen Suleyman Abusaidovich Kerimov gehören und liegt ebenfalls seit Oktober 2021 in den Docks von Blohm+Voss. Jetzt gaben die Behörden plötzlich bekannt: Die Mega-Yacht „Solandge“ darf den Hamburger Hafen verlassen!

Die deutschen Behörden sind allen bekannten Hinweisen intensiv nachgegangen.

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums zur Causa „Solandge“

Nun nahm ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums Stellung zu dem Fall. Wie der NDR berichtet, seien die deutschen Behörden „auch unter Beteiligung internationaler Partner“, so ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, der Vermutung nachgegangen, dass das Schiff Kerimov oder einem anderen Oligarchen gehören könne. Nach Informationen des Senders sei auch das Bundeskriminalamt einbezogen gewesen. Doch die Untersuchungen der Besitzverhältnisse der Luxus-Yacht hätten keine Erkenntnisse darüber erbracht, dass eine Person, die auf der EU-Sanktionsliste steht, an der Solandge beteiligt ist. Russen-Yacht also doch kein Eigentum eines Oligarchen? Das Schiff darf also auslaufen*!

Bei Blohm+Voss, so berichtet der NDR weiter, läge allerdings mindestens noch eine weitere Yacht, die einem russischen Oligarchen gehören könnte. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare