Gemeiner Trick

Fragwürdige Lehrmethode: Asklepios führt Mitarbeiter vor

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Klinik-Konzern Asklepios hat seine Mitarbeiter reingelegt: Statt Amazon-Gutschein erhielten sie eine E-Mail-Warnung. Ein Betroffener ist empört.

Hamburg – Es ist ein Trick unter aller Sau: Der Asklepios Klinik-Konzern* hat Anfang Juni an ihre rund 50.000 Angestellten eine E-Mail mit freudigen Nachrichten verschickt. Jeder bekomme im Rahmen einer Partnerschaftsvereinbarung einen 50 Euro-Gutschein für Amazon. Doch Pustekuchen: Als die Betroffenen ihre Belohnung einholen wollen, wird ihnen online nur eine Phishing-Simulation angezeigt.

Klinikbetreiber:Asklepios-Kliniken-Gruppe
Gründer:Bernard große Broermann
Gründung:1984
Rechtsform:GmbH

Das Ziel hinter dem skandalösen Einfall war wohl, die Mitarbeiter vor Hacker-Angriffen per E-Mail zu warnen. Ist das der Dank für die Mühen und Anstrengungen, die das Krankenhauspersonal in den letzten anderthalb Jahren an den Tag gelegt hat? Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz versucht, die Gutscheine zu verteidigen: Es sei im Gesundheitsbereich „besonders wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achtsam im Umgang mit E-Mails sind“, äußert er gegenüber der Bild.

Fieser Trick von Asklepios-Konzern: Mitarbeiter fühlt sich veräppelt

Ein Mitarbeiter ist zu Recht empört und fühlt sich verhöhnt. Anonym beschwert sich die betroffene Person bei der Bild: „Statt einer Wertschätzung kriegt man gesagt, wie blöd man ist. Und das, während wir uns in der Coronakrise den Allerwertesten aufreißen!“

Die Asklepios-Kliniken veräppeln ihre Mitarbeiter und verteilen Fake-Gutscheine von Amazon.

Vollkommen zu Recht, findet auch Hamburgs Verdi-Chef Berthold Bose: „Einen Gutschein als Lockvogel zu benutzen, finde ich grenzwertig in einer Zeit, in der viel über Prämien für Pflegekräfte* gesprochen wird.“

Zum Freischalten des „Gutscheins“ musste Personalnummer angegeben werden

Zusätzlich müssen die Angestellten mit der Sorge leben, auf den Trick hereingefallen zu sein und „enttarnt“ zu werden. Denn zum Freischalten des Gutscheins mussten sie ihre Personalnummer angeben. Dabei öffnete sich aber nur ein neues Fenster mit dem Titel „Dies war eine Phishing-Simulation der Asklepios Kliniken“.

Weiß der Klinik-Konzern nun, welche Mitarbeiter ihren Gutschein freischalten wollten? Eberenz versichert, dass dem nicht so sei: „Selbstverständlich werden im Zuge dieser Trainingskampagnen keine Daten von den Kolleginnen und Kollegen gespeichert“. Immerhin ... * 24hamburg.de und Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Photomax/Imago

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