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Vereitelter Terror in Hamburg: Islamist wollte wohl Biomärkte erpressen

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Von: Jan Knötzsch

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Neue Entwicklung im Fall des verhafteten mutmaßlichen Terroristen Abdurrahman C. aus Hamburg: Die Ermittler haben eine Notiz auf seinem Handy entdeckt.

Hamburg – Dass Hamburg offenbar nur knapp einem Terror-Anschlag entgangen ist, hat Andy Grote bereits am 10. Dezember 2021 bestätigt. Auf einer extra einberufenen Pressekonferenz in der Hansestadt Hamburg berichtete der Innensenator, dass die Polizei Hamburg schon im August 2021 einen mutmaßlichen Terroristen mit islamistischem Hintergrund festgenommen habe, der seitdem in U-Haft sitzt.

Inzwischen hat der Generalbundesanawalt den Fall übernommen, in dem es jetzt eine neue Entwicklung gibt. Worum geht es dabei genau?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Vereitelter Terror in Hamburg: Ermittler finden Notiz auf Handy von Abdurrahman C. – was hatte er vor?

Wie das Nachrichtenmanagzin „Der Spiegel“ online mit Verweis auf seine Print-Ausgabe 51/2021 berichtet, sollen die Ermittler eine brisante Notiz entdeckt haben, die sie für den Entwurf eines Erpresser-Schreibens halten. Demnach soll diese Notiz auf dem Handy des Deutsch-Marrokaners Abdurrahman C. gefunden worden sein. Sie stammt aus dem Herbst 2020 und lässt den Schluss zu, dass der mutmaßliche Terrorist womöglich vorhatte, eine Biomarkt-Kette zu erpressen.

Pressekonferenz zu verhindertem islamistischen Anschlag
Hamburgs Innensenator Andy Grote sprach bei der Pressekonferenz zum vereitelten Terror-Anschlag von einem „sehr ernsten Vorgang“ – jetzt gibt es neue Erkenntnisse. © Georg Wendt/dpa

Wie der „Spiegel“ schreibt, soll Abdurrahman C. in dieser Notiz für den Fall, dass er nicht eine von ihm geforderte fünfstellige Euro-Summe per Kryptowährung überwiesen bekomme, mit Anschlägen gedroht haben. Den Behörden ist bislang nicht klar, was sich genau hinter dieser Notiz verbirgt. Ein Ansatz: C. wollte sich durch die Erpressung seine Terror-Pläne finanzieren. Das Drohschrieben wurde allerdings wohl nie abgeschickt.

Vereitelter Terror-Anschlag in Hamburg: Abdurrahman C. kam 2020 zum Studieren zurück nach Deutschland

Bei Abdurrahman C. handelt es sich um den Sohn einer Deutschen und eines Marokkaners, der 2001 in Hamburg geboren wurde. Der Vater von C. sei Mitverantwortlicher der Al-Quds-Moschee gewesen, in der sich vor den Anschlägen vom 11. September 2001 die Angehörigen der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta getroffen hatten. 2016 wanderte die Familie nach Marokko aus, bevor der Tatverdächtige im Herbst 2020 nach Deutschland zurückgekehrte. Abdurrahman C. studierte dann in Wismar.

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Er hielt sich jedoch nach Aussagen der Hamburger Behörden hauptsächlich in der Wohnung einer befreundeten Familie im Hamburger Stadtteil Rahlstedt sowie in der Wohnung seiner eigenen Familie in Billstedt auf. Die Polizei Hamburg hat bei der Durchsuchung der Wohnungen diverse Datenträger mit islamistischen Propagandavideos und Bauanleitungen für Sprengsätze sichergestellt.

Vereitelter Terror-Anschlag in Hamburg: Mehrere Wohnungen durchsucht – das findet die Polizei

Bei der weiteren Durchsuchung einer Wohnung, die C. genutzt hat, wurden laut Innensenator Andy Grote Chemikalien für den Bau eines Sprengsatzes gefunden worden. Darunter ein Kilogramm Kaliumnitrat, ein Kilogramm Schwefel und ein halbes Kilo Holzkohlestaub sowie mehrere Hundert Schrauben und Muttern. Laut Polizei hätte eine solche Bombe „erhebliche oder sogar tödlicher Verletzungen verursachen können.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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