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Das neue Normal ist fleischlos: Bei Hamburger Burgerkette kostet Fleisch extra

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Von: Kevin Goonewardena

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Bei der Burgerkette Otto‘s muss Fleisch als Standard-Zutat weichen. Die Kette stellt den Normalzustand komplett auf vegetarisch um. Änderungen greifen schon bald.

Hamburg – Normalerweise besteht ein Basisburger aus einem „Patty“, wie die flache Fleischfrikadelle in Fachkreisen heißt, und einem Brötchen, auch „Bun“ genannt. Salat, Saucen und weitere Extras variieren und können oft individuell zusammen gestellt werden. Auch vegetarische Varianten der Kreationen finden sich zwar mittlerweile in jedem Burger-Restaurant, gehören also fest zur Speisekarte. Der Fast Food-Riese Burger King bietet gar seit Kurzem das komplette Sortiment in einer fleischlosen Variante an.

Doch Gäste, die die pflanzliche Alternative der tierischen vorziehen, müssen diese immer noch extra bestellen: Fleisch ist der Standard. Bei „Otto‘s Burger“ mit Filialen im Grindelviertel in der Nähe der Uni Hamburg, der Schanze und auf St. Georg ändert sich das jetzt. Ab Montag, dem 14. November, werden die Burger nur noch vegetarisch beziehungsweise vegan angeboten. Fleisch wird zu einer von vielen Optionen – die extra bezahlt werden muss.

Name:Otto's Burger
Branche:Gastronomie
Gründer:Daniel MacGowan
Filialen:Drei (Lange Reihe, Schanze, Grindel)

Otto‘s Burger: Hamburger Restaurantkette verkündet einschneidende Änderung auf Facebook

Denn die Betreiber der Hamburger Kette, die bundesweit durch ihren Namensstreit, mit der ebenfalls aus der Hansestadt stammenden Kaufmanns-Dynastie Otto Schlagzeilen machte, haben die Karte und Küche in ihren Restaurants spontan auf rein pflanzliche Kost umgestellt. Im sozialen Netzwerk Facebook informieren die Geschäftsleute die Community über diesen Schritt und die Hintergründe.

„Wir haben ein großes Update für Euch“, so beginnt der Post, dann kommen die Betreiber schnell zur Sache. Ab dem 14. November, heißt es weiter, werden Burger „‘automatisch‘ mit unserem […] Fleischersatzpatty auf Erbsen- und Weizenbasis“ geliefert. Fleisch werde es zwar weiter geben, „allerdings muss es als Deluxetopping dazubestellt werden.“ Die Alternative wird bei Otto‘s Burger also zur Normalität.

Aussenansicht der Otto‘s Burger-Filiale im Hamburger Schanzenviertel
Auch in der Filiale von Otto‘s Burger im Hamburger Schanzenviertel gibt es ab kommenden Montag nur noch Fleisch gegen Aufpreis. © Otto‘s Burger

Otto‘s Burger: Fleischlos wird das neue normal – Fleischpatty kostet 1 Euro mehr

Einen Euro Aufpreis müssen Gäste zukünftig für das Fleischpatty bei Otto‘s zahlen. Begründet wird die Maßnahme mit der Klimakrise. In dem Statement heißt es dazu: „Es ist aktuell sehr viel los in der Welt, viel ist im Umbruch. Krieg in Europa, Revolutionen, extreme Wetterveränderungen … das alles macht uns natürlich nachdenklich. […] Ausbeutung der Ressourcen in jeglichem Sinne hat in kürzester Zeit zu immensen Problemen auf unserer schönen Erde geführt. […] Wie kann es weitergehen, können wir es noch verantworten den Fokus auf Fleisch zu legen? Die Antwort ist NEIN.“

Es ist allen längst bewusst – so wie vorher geht es nicht weiter.

Das Team von Otto‘s Burger in einem Statement auf Facebook zu seiner Entscheidung

Einigen klassischen Vorwürfen kommen die Verantwortlichen in ihrer Bekanntgabe direkt zuvor: „Wir möchten hier niemanden bevormunden oder ‚erziehen‘. Jeder soll seinen/ihren Burger mit Fleisch essen, wenn er/sie möchte, aber vielleicht motiviert diese Änderung ja auch dazu, öfter mal zur Alternative zu greifen und den Fleischkonsum zu reduzieren“, unterstreicht das Otto‘s-Team. Sie wissen: „Denn Fleisch, auch wenn sehr lecker, ist ein echter Klimakiller.“

Hamburger Burgerrestaurant wird für Veggie-Entscheidung im Internet gefeiert

Bei den Facebook-Nutzern stößt die Entscheidung der Kette aus Hamburg überwiegend auf positive Reaktionen. Doch es gibt auch vereinzelte Stimmen, die fragen „Was läuft eigentlich bei Euch allen schief?!“ oder Nutzer, die der Meinung sind, Otto‘s Burger sei „in jeder Hinsicht ein ärmlicher Verein“, oder gar solche, die den Restaurantbetreibern die Insolvenz wünschen.

Ob die Männer unter den Kommentatoren zu den 73 Prozent gehören, die lieber sterben, als auf Fleisch verzichten würden? Einige Nutzer vermuten hinter dem Schritt zudem eine clever getarnte Preiserhöhung, die durch die Klimaschutz-Argumentation lediglich einen moralischen Deckmantel übergestülpt bekommt.

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Doch die Mehrheit der Kommentierenden unter dem Post, feiert den Schritt: „Finde diese Entscheidung einfach nur klasse. Die Burger waren eh immer fantastisch. Freue mich auf meinen nächsten Besuch bei euch“ heißt es etwa. „Endlich mal ein Laden der sich intensiv damit auseinandersetzt“ an anderer Stelle und „GROSSARTIG!!!!!!!!! Sehr vorbildlich finde ich eure Entscheidung!“, schreibt eine weitere Nutzerin. 

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