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Veddeler Fischgaststätte droht Abriss: Stammgäste starten Rettungsaktion

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Von: Anika Zuschke

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Die Veddeler Fischgaststätte ist eine Institution in Hamburg. Nun droht dem Lokal der Abriss – aber Stammgäste und Inhaber kämpfen für die Rettung.

Hamburg – Im Jahr 2022 würde die Veddeler Fischgaststätte in Hamburg 90-jähriges Bestehen feiern. Doch momentan ist ungewiss, ob die alteingesessene Kult-Gaststätte dann überhaupt noch an Ort und Stelle stehen wird. Denn für das Bauprojekt am Stadteingang Elbbrücken droht ihr Abriss. Der Inhaber der Gaststätte, Christian Butzke, möchte das nicht zulassen und hat zur Rettung seines Traditionslokals eine Petition gestartet – die viele Unterzeichner findet.

Meeresfrüchte-Restaurant:Veddeler Fischgaststätte
Adresse:Tunnelstraße 70, 20539 Hamburg
Menü:veddeler-fischgaststaette.de
Telefon:040 786389

Veddeler Fischgaststätte steht vor dem Aus – eine Petition soll das Hamburger Kultlokal retten

Die Veddeler Fischgaststätte ist in Hamburg eine echte Institution. Ihre Ursprünglichkeit, der urige Charme und natürlich der knusprige Bratfisch mit frischem Kartoffelsalat überzeugen Stammgäste und Neuzugänge bereits seit Jahrzehnten. Das Lokal im 50er-Jahre-Stil wurde vom „Bund für Heimat und Umwelt in Deutschland“ (BHU) bereits als historisches Wirtshaus ausgezeichnet, was tatsächlich nur ein weiteres Restaurant in Hamburg ebenfalls von sich behaupten kann.

Doch nun scheint die Fischgaststätte in Veddel kurz vor dem Aus zu stehen. Auf dem Gelände des Lokals sind umfangreiche Baumaßnahmen im Rahmen der Hafencity-Erweiterung angedacht, die nach aktuellem Planungsstand zu einem Abriss der Fischgaststätte führen würden. Christian Butzke nimmt das jedoch nicht einfach so hin. Er plant, der Stadt mit einer Petition die Stirn zu bieten.

Veddeler Fischgaststätte soll abgerissen werden – Inhaber hat sie gerade erst von Mutter übernommen

Der Inhaber Butzke hat erst vor etwa einem halben Jahr die Veddeler Fischgaststätte von seiner Mutter übernommen, die galt zuvor 15 Jahre lang als Herz und Seele der Institution. Mit Ehefrau und Sohn ist der 47-Jährige dafür extra aus Berlin in die Hansestadt an die Elbe gezogen – und hat es seitdem nicht leicht gehabt.

Die Corona-Pandemie hat die Situation für alle Gastronomen extrem erschwert, so konnte auch die Veddeler Fischgaststätte monatelang gar nicht öffnen, oder nur durch das Fenster verkaufen. Und nun droht zu allem Übel das Ende der Gaststätte, wie sie die Hamburger kennen.

Veddeler Fischgaststätte soll in Hamburg verlegt werden – ohne legendären Bratofen

Denn „Ich bin aufgeschlossen gegenüber dem, was geplant wird“, äußert Butzke zwar gegenüber der Hamburger Morgenpost, „Wir haben aber Sorge, dass an einem anderen Ort der Charme nicht erhalten bleibt“, lenkt der Inhaber ein. Geplant ist nämlich, die Veddeler Fischgaststätte einfach zu verlegen, denkbare Lösungen seien dabei Mopo zufolge ein Neubau an der Prielstraße oder ein Umzug in die Zollhallen.

Eine junge Frau unterschreibt eine Petition vor der Veddeler Fischgaststätte in Hamburg.
Der Abriss der kultigen Veddeler Fischgaststätte soll durch eine Petition verhindert werden. (24hamburg.de-Montage) © Willi Schewski/imago

Doch nicht nur der örtliche Charme würde einem Umzug zum Opfer fallen, auch der ehemalige Bratofen der Gaststätte würde dabei verloren gehen. Dieser stammt aus den 20er-Jahren und kann besonders hohe Temperaturen erzeugen, die den Bratfisch so kross und lecker machen. Da der Ofen inzwischen unter Brandschutz steht, kann er in dieser Art nicht mehr nachgebaut werden.

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Petition für die Veddeler Fischgaststätte in Hamburg: Über 5000 Menschen haben schon unterschrieben

Um seine Institution zu retten, hat Christian Butzke eine Petition in die Wege geleitet, die online innerhalb von 10 Tagen bereits über 4000 Unterstützende für sich gewonnen hat. In der Gaststätte selbst sind es Mopo zufolge noch einmal über 1000 Unterschriften. Zu den Unterstützern gehören auch Eugen und Christa Block, die Betreiber der bekannten „Block-House“-Kette.

Auch die ehemaligen Bürgerschaftsabgeordneten und Stammgäste des Lokals Burkhard Müller-Sönksen, Peter Kämmerer, Ingo Egloff und der ehemalige Bezirksabgeordnete Klaus Lübke unterstützen die Petition, um ihre regelmäßigen Treffen in der Fischgaststätte fortführen zu können, berichtet die Hamburger Morgenpost.

„Die Gaststätte muss bleiben, nirgendwo schmeckt der Fisch so wie hier“, äußert Kämmerer gegenüber Mopo und Egloff ergänzt: „Die Fischgaststätte ist ein Anziehungspunkt im Hafen über die Stadtgrenzen hinaus.“ Christian Butzke möchte mit der Petition „jetzt an einem frühen Punkt der Planungsphase ein Zeichen setzen.“ Es bleibt zu hoffen, dass die Veddeler Fischgaststätte nicht das gleiche Schicksal ereilt, wie das „Maharaja“ auf St. Pauli, das trotz zorniger Stimmen der Gentrifizierung in Hamburg zum Opfer gefallen ist. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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