1. 24hamburg
  2. Hamburg

Veddeler Fischgaststätte: 12.000 Unterschriften zur Rettung gesammelt

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Der Kultimbiss Veddeler Fischgaststätte kämpft ums Überleben. 12. 000 Unterschriften konnten nun für dessen Verbleib gesammelt werden. Auch Politiker kämpfen für den Erhalt des Lokals.

Hamburg – In seiner langen Geschichte hat der kleine Kultimbiss Veddeler Fischgaststätte vieles gesehen und auch einiges überlebt: Die letzten Jahre der Weimarer Republik, Nationalsozialisten, Krieg, Besetzungszeit und Wiederaufbau. Die verheerende Sturmflut von 1962, den Europapokalsieg der Landesmeister des HSV 1983 gegen das damals übermächtige Juventus Turin mit Frankreich-Legende Micheal Platini und mit Peter Tschentscher nun bereits den 16. Hamburger Bürgermeister. Doch in den letzten Jahren stand die Veddeler Fischgaststätte gleich zweimal vor dem Aus: Zuerst konnte die Übernahme der Gaststätte durch den Sohn der aktuellen Pächterin deren Lebenswerk retten.

Doch kurz darauf der nächste Schock: Der Kultimbiss soll dem neuen Stadtgebiet „Stadteingang Elbbrücken“ weichen. Stammgäste der Veddeler Fischgaststätte starteten daraufhin eine Rettungsaktion.

Name:Veddeler Fischgaststätte
Eröffnet:1932
Adresse:Tunnelstraße 70, 20539 Hamburg
Website:veddeler-fischgaststaette.de

12.000 Unterschriften für Rettung des Kult-Lokals Veddeler Fischgaststätte zusammen

Nun kommt Bewegung in die Sache: 12.000 Unterschriften konnten bisher gesammelt werden, das berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner heutigen Ausgabe. Damit ist das nötige Quorum von 7.100 Unterzeichnern weit übertroffen. Das bedeutet, dass sich die politisch Verantwortlichen mit der Petition einzeln beschäftigen müssen.

Eine junge Frau unterschreibt eine Petition vor der Veddeler Fischgaststätte in Hamburg
Der Abriss der kultigen Veddeler Fischgaststätte soll durch eine Petition verhindert werden. (24hamburg.de-Montage) © Willi Schewski/imago

Doch Christian Butzke, der das Kult-Lokal auf der Veddeler Elbinsel erst kürzlich von seiner Mutter übernahm und jetzt gemeinsam mit seiner Ehefrau und vier Angestellten betreibt, will die Petition noch nicht einreichen. Butzke setzt auf einen anderen Weg: „Ich setze mehr auf Verhandlungen als auf politischen Druck“, äußerte er sich gegenüber dem Abendblatt.

Veddeler Fischgaststätte: Druck kommt auch parteiübergreifend von Politikern

Auch in der Politik der Hansestadt Hamburg hat der Kultimbiss Veddeler Fischgaststätte viele Fans. Und das parteiübergreifend. So sprechen sich etwa die SPD-Bürgschaftsabgeordneten Markus Schreiber (SPD), Klaus Lübke und Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) für den Erhalt aus. Und auch CDU-Fraktionschef in der Hamburger Bürgschaft, Dennis Thering, macht Druck. Er berichtet im Abendblatt davon, dass schon seine Mutter mit ihren Eltern als Kind in der Veddeler Fischgaststätte gegessen hat.

„Ich freue mich, dass wir uns überparteilich für den Erhalt der Veddeler Fischgaststätte einsetzen. Sie ist Kult und muss erhalten bleiben – denn ohne sie ist die Veddel nicht vorstellbar.“ 

Markus Schreiber, SPD, im Hamburger Abendblatt.

Veddeler Fischgaststätte: Knackpunkt ist der 100 Jahre alte Spezialofen

Thering erwartet derweil vom Rot-Grünen Hamburger Senat ein Handeln. „Ich erwarte, dass Stadt und Senat Möglichkeiten schaffen, um die Veddeler Fischgaststätte in ihrer jetzigen Form zu erhalten“, sagte er dem Abendblatt. In jetziger Form, das heißt auch mit dem rund 100 Jahre alten Ofen, den es so kein zweites Mal in der Hansestadt gibt. Der wiederum, sagt die Betreiberfamilie, sei essenziell für die berühmten Fischgerichte der Veddeler Fischgaststätte, die auf anderem Wege nicht so zubereitet werden könnten, wie sie seit bereits 90 Jahren zubereitet werden.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Doch der Ofen würde bei einem Umzug Brandschutzauflagen zum Opfer fallen. Thering und die anderen Fans der Fischgaststätte fordern deshalb den Erhalt der Kult-Gaststätte am jetzigen Platz. Und wenn, das nicht möglich sei, eine Lösung für den Erhalt des Ofens an einem neuen Standort gefunden wird. „Wo ein Wille, da ein Weg“, sagt der CDU-Politiker. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare