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Unter 1000 Neuinfektionen: Omikron-Höhepunkt überstanden – lockert Hamburg jetzt?

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Von: Jan Knötzsch

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In Hamburg sinken Inzidenz und Zahl der Neuinfektonen. Virologe ist sich sicher: Der Omikron-Höhepunkt ist gemeistert, es kann Lockerungen geben. Macht Hamburg mit?

Hamburg – Aller guten Dinge sind sechs. Ja, liebe Leser, Sie haben richtig gelesen – und der Autor dieser Zeilen hat auch keinen über den Durst getrunken und das gute alte Sprichwort von den guten Dingen, die drei sind, im Angesicht von etwas Alkohol verdoppelt. Nein, Alkohol war vielmehr beim Suff-Unfall an der Freihafenbrücke im Spiel, der jetzt in Hamburg auf Monate hinaus Folgen haben wird. In der Hansestadt Hamburg ist tatsächlich aller guten Dinge sechs. Dann nämlich, wenn es um die aktuellen Corona-Zahlen geht.

Denn: Die Corona-Inzidenz in Hamburg ist am Sonntag, 13. Februar 2022, am sechsten Tag in Folge gesunken. Und: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist ebenfalls gesunken – unter die 1000er Marke. Entwicklungen, die wieder mal die große Frage in den Raum stellen: Lockert Hamburg jetzt die aktuell geltenden Corona-Regeln?

Corona-Neuinfektionen:953 (Stand: Sonntag, 13. Februar 2022)
Inzidenzwert:1519,2 (Stand: Sonntag, 13. Februar 2022)
Stationäre Fälle:472 (Stand: Sonntag, 13. Februar 2022)
Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn:314.251 (Stand: Sonntag, 13. Februar 2022)

Corona in Hamburg: Neben Zahl der Neuinfektionen sinkt auch Inzidenz – Omikron-Welle jetzt durch?

Wie die Gesundheitsbehörde, die vor gar nicht allzu langer Zeit dank der Omikron-Welle geschockt war und mit den Fallzahlen der Variante gar nicht mehr hinterherkam, mitteilt, hat es in Hamburg von Samstag, 12. Februar 2022, bis Sonntag 953 Neuninfektionen gegeben. Vor einer Woche waren es noch 1368 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist von 1541 am Samstag auf nun 1519,2 am Sonntag, 13. Februar 2022, gefallen. Vor sieben Tagen hatte sie noch bei 1860,9 gelegen. Sechs weitere Menschen sind in Hamburg im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, die Gesamtzahl der Corona-Toten in Hamburg ist damit auf jetzt 2210 angestiegen.

Im Hintergrund der Hamburger Hafen mit der Elphilharmonie. Im kleinen weißen Kreis: Das Wort Omikron – gebildet mit Zeitungen.
Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten, weitere Corona-Lockerungen können kommen – sagt ein Kieler Virologe. Auch in Hamburg, wo die Zahl der Neuinfektionen unter 1000 sinkt. (24hamburg.de-Montage) © Steinach/Jürgen Ritter/imago

Weitere Zahlen, die die Gesundheitsbehörde am Sonntag bekanntgegeben hat: Die Hospitalisierungsrate, die Karl Lauterbach (SPD) als Gesundheitsminister außer Acht lässt und lieber auf die Inzidenz als Maßstab baut, liegt in Hamburg bei 4,32 – so die Information des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag, 11. Februar 2022. Auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern der Hansestadt Hamburg werden laut DIVI-Register 60 Corona-Patienten weniger behandelt als noch am Vortag. Die Gesundheitsbehörde veranschlagt die Zahl mit 61 Personen und meldet 472 Patienten, die in Hamburg wegen einer CoronaInfektion behandelt werden (Stand: 11. Februar 2022).

Corona Hamburg: Inzidenz zum sechsten Mal in Folge rückläufig – Virologe aus Kiel macht Hoffnung

Der seit sechs Tagen sinkende Inzidenz-Wert und die ebenfalls nach unten gehende Zahl der Neuinfektionen wecken in Hamburg, wo seit dem 11. Februar 2022 die 2G-Regel im Einzelhandel nicht mehr gilt, Hoffnungen darauf, dass es in der Stadt von Alster und Elbe bald Lockerungen der aktuell geltenden Corona-Regeln gibt. Bislang hatte sich der Hamburger Senat dahingehend zurückgehalten und neben der Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel nur die Kontaktdaten-Verfolgung und die Luca-App auf Eis gelegt, bei der Personen beim Löschen der Luca App diesen Fehler tunlichst vermeiden sollten.

Zu mehr haben sich die Politiker in Hamburg um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nicht durchringen können. Noch nicht. Mit dem Verweis darauf, dass wenige Tage mit sinkender Inzidenz noch lange keine Trendwende ausmachen würden. Dennoch geht auch Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) von einem „sehr freien Sommer“ aus und liegt damit auf einer Wellenlänge wie der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit mit seiner Einschätzung zum Ende der Omikron-Variante. Ein anderer Virologe geht sogar noch einen Schritt weiter.

Virologe sieht Situation in Kliniken „erstaunlich unproblematisch – man braucht sich nicht sorgen“

„Vieles deutet darauf hin, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle in Schleswig-Holstein und wenigen anderen norddeutschen Ländern überschritten ist“, sagt Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Christian-Albrechts-Universität in Kiel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und ist auch durch die Situation in den Krankenhäusern positiv gestimmt: „Die Situation in den Kliniken ist derzeit erstaunlich unproblematisch und man braucht sich nicht sorgen, dass es hier jetzt zu einem Ausfall der Infrastruktur käme.“

Vieles deutet darauf hin, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle in Schleswig-Holstein und wenigen anderen norddeutschen Ländern überschritten ist

Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Christian-Albrechts-Universität in Kiel 

Der Kieler Virologe spricht sich zudem für weitere Öffnungen beziehungsweise Lockerungen aus, warnt aber vor einem generellen Wegfall von Bestimmungen wie zum Beispiel in Dänemark: „Dann wäre eine erneute Vervielfachung der Fälle zu erwarten.“ Allerdings: „Je höher die Impfquoten ansteigen, desto leichter fällt die Rückkehr zur Normalität“, so Helmut Fickenscher, der sicher ist: „Es ist zu erwarten, dass die Epidemie massiv zurückgehen wird, wenn es tatsächlich wärmer wird“, sagte Fickenscher, „wann das konkret der Fall sein wird, bleibt noch offen. Da ist der Optimismus der Politik etwas zu groß. Der Sommer beginnt halt noch nicht im März.“

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Und so wird es wohl vorerst dabei bleiben, dass es kurzfristig keine – oder nur leichte Lockerungen – gibt. Vor allem in Hamburg, wo Senatssprecher Marcel Schweitzer bereits in der Landespressekonferenz zum 2G-Wegfall angekündigt hat, man halte sich auch künftig an das, was der Expertenrat der Bundesregierung und die Bund-Länder-Gipfel vorgeben und empfehlen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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