1. 24hamburg
  2. Hamburg

Neues Haus soll Hamburgs Alsterschwäne schützen – „Symbol der Stadt“

Erstellt:

Von: Ute Laukner

Kommentare

Die Alsterschwäne gehören seit Jahrhunderten zum Stadtbild in Hamburg. Jetzt wird ein Haus für den Winter und zum Schutz vor einer möglichen Vogelgrippe gebaut.

Hamburg – Die Alsterschwäne sind ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg. Die liebgewonnenen Tiere gehören schon seit Jahrhunderten zum Stadtbild. Nun kam die Freie und Hansestadt Hamburg überein, dass anstelle der weißen Zelte im Eppendorfer Winterquartier ein Haus gebaut werden soll. Durch das neue Haus entfallen zukünftig die Kosten des Auf- und Abbauens der weißen Zelte. Außerdem sollen die Alsterschwäne im Winter und im Fall einer Vogelgrippe im Haus noch optimaler versorgt werden können.

Alsterschwäne:Hamburgs Schwanenwesen
Geschichte:1591/1592 erste Betreuungs-Rechnungen sind dazu aufgetaucht
Schwanenvater für über 100 Schwäne:Olaf Nieß

Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Nord erklärt auf Anfrage von 24Hamburg.de, dass ein Neubau und eine Neurordnung des Schwanenquartiers notwendig sei, da das Schwanenwesen am Eppendorfer Mühlenteich den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Das Projekt sei für alle Beteiligten einmalig. Die Planung dazu erfolgte bereits im letzten Jahr und soll mit Fördermitteln dieses Jahr umgesetzt werden.

In diesem Jahr liegt mir der Neubau des Schwanenwesens sehr am Herzen.

Bezirksamt Hamburg-Nord, Amtsleiter Michael Werner-Boeltz

Schwäne gelten als Symbol der Stadt Hamburg

Zuständig für das neue Schwanenhaus-Quartier ist das Bezirksamt Hamburg-Nord unter der Amtsleitung seit 3. Februar 2020 von Michael Werner-Boeltz. Er erklärt: „In diesem Jahr liegt mir der Neubau des Schwanenwesens sehr am Herzen. Die bestehende Infrastruktur am Eppendorfer Mühlenteich reicht schon lange nicht mehr aus. Insbesondere wegen der Vogelgrippe mussten wir in den vergangenen Jahren immer wieder Zelte aufbauen, um die Schwäne vor einer Infektion zu schützen. Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch kostspielig. Deswegen setzen wir uns für einen Neubau ein, damit die Schwäne als Symbol der Stadt Hamburg ein repräsentatives und artgerechtes Quartier erhalten.“

Der Eppendorfer Mühlenteich im Hayns Park ist quasi eine künstliche Aufstockung der Tarpenbek. Eine elektrische Umwälzpumpe hält den Weiher sogar bei frostigen Temperaturen eisfrei. Schwanenvater Olaf Nieß sammelt mit seinem Team zu jedem Winter die stolzen Schwäne mit seinen Booten ein und bringt sie unter den wohlwollenden Augen der Stadtbewohner und staunenden Augen der Touristen nach Eppendorf. Zu der Schwanenwesen-Flotte gehören bezüglich dem emmissionsfreien Verkehr auf der Alster ab 2030 seit Kurzem sogar zwei elektrisch betriebene Boote. Zwei Tage dauert dieses Schauspiel. Besonders nahe dem Jungfernstieg und dem Hamburger Rathaus in der Innenstadt versammeln sich die Menschen und beäugen neugierig das Treiben.

Im Winterquartier der Alsterschwäne steht Schwanenvater Olaf Nieß am Eppendorfer Mühlenteich auf einem Steg. Die weißen Zelte im Hintergrund dienen Hamburgs Alsterschwänen zum Schutz vor der Vogelgrippe. Nun soll ein Haus entstehen.
Die Alsterschwäne in Hamburg leben im Sommer auf der Alster und überwintern im Eppendorfer-Mühlenteich. Bei Vogelgrippe werden schützende Zelte aufgebaut. Schwanenvater Olaf Nieß betreut die stolzen Tiere. Nun soll ein Haus entstehen. © Marcus Brandt/dpa

Rund 120 Alsterschwäne werden durch Schwanenvater Olaf Nieß betreut

Schwanenvater Olaf Nieß hat im wahrsten Sinne des Wortes jedes Jahr alle Hände voll zu tun, um mit seinem Team die Alsterschwäne einzufangen und auf die Boote zu holen. Ein sträubendes hin und her zeigt, dass die Alsterschwäne über diese zwei Tage andauernde Aktion nicht unbedingt erfeut sind. Doch das jährliche Einsammeln der Tiere und der Transport ins Winterlager sind längst eine jahrhundertealte Tradition in Hamburg. Schließlich dient dieser Aufwand der Sicherheit der Tiere, um im Winter im Eppendorfer-Mühlenteich in wärmere Gefilde zu kommen.

Manche Alsterschwäne schwimmen im akkuraten Reih und Glied vor den Booten von Nieß und seinen Teamhelfern adrett vor sich her. Vor malerischer Kulisse zieht die Schwanen-Karawane elegant ab der Schleuse am Hamburger Rathaus vorbei. Die Boote und Schwäne passieren die Brücke, um auf der anderen Seite am Jungfernstieg wieder aufzutauchen. Gemeinsam geht es über die Binnenalster rüber zur Außenalster. Ein prächtiges Schauspiel für die Hamburgerinnen und Hamburger. Aber auch die Touristen in der Stadt erfreuen sich bei dem Anblick. Das ist Hamburg. Hier bekommen sogar die Alsterschwäne ihren Applaus.

Innerhalb von sechs Jahren wurde Schwanenvater Olaf Nieß zum Revierjagdmeister ausgebildet. Er übernahm 1996 in zweiter Generation sein Amt als „Schwanenvater“. Rund 120 Alsterschwäne stehen unter seiner Obhut. Das offizielle Zentralamt des Schwanenvaters gibt es bereits seit dem Jahr 1674.

Das neue Haus für die Alsterschwäne soll in 2023 gebaut werden

Hamburgs Alsterschwäne müssen übrigens auch zum Schutz vor der Vogelgrippe (aviäre Influenza) in die kleinen weiße Zeltstadt einziehen. Damit der kostspielige und jährlich zeitaufwändige Zeltaufbau enfällt wird jetzt ein Haus am Eppendorfer Mühlendorf gebaut, in dem die Tiere sachgemäß und fachlich gut betreut werden können. Wie das schützende Haus aussehen soll, darüber haben sich bei einem Wettbewerb einige Architekten so ihre Gedanken gemacht. Nun wurde bekannt, dass für den Bau des Hauses die Entscheidung auf das Hamburger Architektenbüro „Eins:Eins Hillmann und Roselius Partnerschaft mbB“ fiel.

Der Siegerentwurf für den Bau auf der westlichen Seite des Eppendorfer Mühlenteichs zeigt eine feststehende rechteckige Halle mit drei grün bewachsenen Spitzdächern. Die Dreieck-Fenster im oberen Drittel des Gebäudes lassen das Licht herein. Die mehrfach genutzte Halle wird über einen kurzen direkten Weg zum Wasser verfügen, um die Alsterschwäne stresslos für die Tiere direkt in die Halle treiben zu können.

Auch interessant

Kommentare