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Hamburgs neue U5: So klimaschonend wird der Bau

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Von: Bona Hyun

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Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) vor einem Bauplan der U5
Der Bau der U5 Linie soll durch umweltschonende Maßnahmen 70 Prozent weniger CO2 verbrauchen, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks verkündet. © Georg Wendt/dpa

Die neue U5 soll nicht nur umweltfreundlich fahren – Hamburg will auch schon beim Bau der U5 möglichst wenig CO₂ verbrauchen. Wie das gehen soll.

Hamburg – Bald soll es so weit sein: Am 30. September erfolgt mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für den Bau der neuen Hamburger U-Bahn U5. Noch nie hat sich ein Bauprojekt, wie das der U5, so lange hingezogen – wodurch es auch Kritik gab. Ein Kritikpunkt, der immer wieder genannt wurde, waren die durch den Bau entstehenden Umweltschäden.
Nun legte Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Dienstag, 13. September 2022, ein umweltfreundliches Konzept für den Bau der U5 vor. Dadurch soll ein Großteil der CO₂-Emissionen reduziert werden.

Name:\tU-Bahn-Linie U5
Länge:\tetwa 24 Kilometer
Baustart und Bauende:\t2021, Ender der 2030er Jahre (Gesamtstrecke)
geplante Stationen:\t23

Bau der U5 startet Ende September: Verkehrssenator verkündet umweltfreundliches Konzept

Bislang wurde für ähnliche Bauprojekte viel schädliches CO₂ freigesetzt. Experten hatten deshalb vom Bau der U5 abgeraten und für eine Stadtbahn argumentiert, die einfacher zu bauen wäre. Die Linken forderten sogar den Bau einer Straßenbahn statt der U5-Linie. Ein Plan, der von der Politik jedoch nicht weiter verfolgt wurde.

Doch beim Bau der U5 soll der CO₂ Ausstoß sogar erstmals zum zentralen Thema werden. Laut Abendblatt und NDR-Informationen steuert Tjarks ein Projekt an, bei dem massiv CO₂ eingespart werden soll. Für das Projekt arbeiten die Hochbahn und U5 GmbH mit dem Ingenieurbüro LPI aus Hannover zusammen.

Bau der U5: CO2-Ausstoß soll laut Verkehrssenator Tjarks um 70 Prozent reduziert werden

Insgesamt will Tjarks durch das Konzept die CO₂-Emissionen beim Bau um 70 Prozent im Gegensatz zu herkömmlichen Bauweisen senken und den Ausstoß von 2,7 Millionen Tonnen auf 850.000 Tonnen reduzieren. Während der Bauzeit pro Jahr sollen die Emissionen weniger als 0,4 Prozent des gesamten CO₂-Ausstoßes Hamburgs ausmachen. Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren soll auch der CO₂-Ausstoß einkalkuliert werden, der bei der Produktion von Baustoffen einberechnet wird. Und wie soll die CO₂-Reduzierung während der Bauarbeiten umgesetzt werden?

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Beim Bau werde ausschließlich mit Ökostrom gearbeitet, schreibt das Abendblatt. Der Senat werde zudem durch ein nachhaltiges Bodenmanagement den Erdaushub und die Entsorgung so „ressourcenschonend“ wie möglich durchführen. Durch angepasste Materialmengen und Bauweisen soll Material eingespart werden. Für das Bauprojekt werden nur Unternehmen beauftragt, die umweltschonende Baustoffe verwenden.

U5 wird umweltschonend und mit CO₂-armen Baustoffen gebaut – enge Zusammenarbeit mit Industrie

Wichtig für die Umsetzung des umweltfreundlichen Bauprojekts sei auch der enge Austausch mit der Industrie. Die Hochbahn wolle der Industrie bewusst zeigen, dass es eine Nachfrage nach CO₂-armen Baustoffen gebe. Für die künftig technischen Fortschritte im Bereich „klimafreundlichen Bauen“ sollen Hochbahn und U5 GmbH in einem engen Austausch mit Unternehmen und Verbänden der Stahl-, Beton- und Zementindustrie zusammenarbeiten, teilte der Senat mit.

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„Erstmals nehmen wir dabei den gesamten Prozess in den Blick und übernehmen Verantwortung für wirklich alle entstehenden CO₂-Emissionen.“, so Hochbahn-Chef Henrik Falk. Die U5 soll im Markt eine Grundlage für klimaschonend hergestellte Baustoffe schaffen. Die U5 soll also nicht nur umweltfreundlich fahren, sondern auch Maßstäbe für umweltfreundliches Bauen setzen. Eigentlich hätte der Bau der U5 schon 2021 starten sollen. Mittlerweile wurden die Leitungen der U5 für den Abschnitt von Bramfeld in die City Nord verlegt. Mit dem Probebetrieb 2027 wird das Verkehrsnetz dann hoffentlich endlich um eine weitere, für Verkehrsteilnehmer bedeutsame Linie erweitert.

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