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Ukraine-Krieg: Hamburg zeigt Flagge – und fordert Konsequenzen gegen Russland

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Von: Jan Knötzsch

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Der Ukraine-Krieg erschüttert Hamburg. Die Stadt zeigt Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Zudem gibt es klare Aussagen zu Konsequenzen gegen Russland.

Hamburg – Es ist das passiert, was keiner wirklich sehen, lesen oder hören wollte. Doch zu befürchten war es seit Tagen oder Wochen. Und jetzt ist es Realität: Russlands Präsident Wladimir Putin hat Truppen in die Ukraine einmarschieren lassen. Der Ukraine-Krieg ist in vollem Gange. Und überall auf der Welt ernten Russland und Putin nach Beginn dieses Angriffskrieges Unverständnis, Kritik und Gegenwind. Auch in Hamburg herrscht blankes Entsetzen.

Der Ukraine hingegen schlägt eine Welle der Sympathie entgegen – und auch da bildet die Hansestadt Hamburg keine Ausnahme. Die Anteilnahme ist groß, es gibt diverse emotionale Statements. Und: Hamburg zeigt im wahrsten Sinne des Wortes Flagge „pro Ukraine“ – verbunden mit der deutlichen Forderung, dass es gegen Russland nach dem Militärschlag Konsequenzen geben muss.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1.852.478
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Wegen Ukraine- Krieg: Erste Demonstrationen in Hamburg – Stadt zeigt am Rathaus und der Elbphilharmonie Solidarität

Schon am Donnerstag, 24. Februar 2022, hatte sich Peter Tschentscher (SPD) in einem offiziellen Statement im Hamburger Rathaus zum Beginn des Ukraine-Krieges geäußert. Hamburgs Erster Bürgermeister sprach aus diesem Anlass von einem „schwarzen Tag“ für Europa und erklärte, Hamburg werde einen Krisenstab bilden – damit habe er, so Tschentscher, den Innensenator beauftragt. Und jener zeigt sich besorgt: Andy Grote (SPD) sieht unter anderem auch ein Konfliktpotenzial durch pro-russische Corona-Kritiker.

Die Stadt Hamburg setzt an der Elbphilharmonie und am Rathaus ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine.
Zeichen der Solidarität im Ukraine-Krieg: Die Elbphilharmonie (großes Foto) strahlt in Blau und Gelb, am Hamburger Rathaus hängt die ukrainische Flagge (kleines Bild, oben) – zudem haben in Hamburg Menschen gegen den Krieg demonstriert (unteres Bild). (24hamburg.de-Montage) © Future Image/imago & Christian Charisius/dpa

Apropos Corona: Dass die Kritiker in Hamburg, wo erste Geflüchtete aus der Ukraine eingetroffen sind, Demonstrationen genutzt haben, um auf sich aufmerksam zu machen, ist hinlänglich bekannt – und auch die Gegner des Ukraine-Krieges haben sich in Hamburg logischerweise dieses Mittels bedient: 4500 Teilnehmer protestierten auf einer Ukraine-Demo am Freitag, 25. Februar 2022, gegen den Putin-Krieg. Dass sie mit ihrer Meinung nicht allein sind, unterstreicht nun auch die Stadt Hamburgs selbst: Sie zeigt Flagge. Am Rathaus weht noch bis Sonntag, 27. Februar 2022, die ukrainische Flagge.

Auch der HVV reagiert mit Zeichen gegen den Ukraine-Krieg – Grünen-Politikerin fordert Sanktionen gegen Russland

Das haben Bürgermeister Peter Tschentscher und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit am Freitagvormittag entschieden, wie der Hamburger Senat mitteilte. Auch weitere bedeutende Hamburger Bauwerke erstrahlen zum Zeichen der Solidarität in Blau und Gelb – so zum Beispiel die Elbphilharmonie am Hamburger Hafen. Damit sende Hamburg „eine klare Botschaft gegen Krieg und Gewalt“ in der Ukraine, hieß es. Und auch der HVV zieht mit: Die Haltestelle Hafencity-Universität leuchtet aus Solidarität zu den Menschen im Ukraine-Krieg in Blau und Gelb. Doch mit dem reinen Flaggezeigen ist es einigen in Hamburg nicht genug.

So fordert zum Beispiel Stefanie von Berg, die Leiterin des Bezirksamts Hamburg-Altona, in den Sozialen Medien ganz deutlich schärfere Sanktionen gegen Russland. „Macht endlich Ernst mit den Sanktionen! #Swiftbannow! Stoppt russische Energieimporte! Friert JETZT die Vermögen ein! Sonst macht sich der Westen schuldig, Putins Kriegskasse weiter zu füllen. Plus: So nimmt er den Westen nicht ernst. Fällt mir auch gerade schwer“, meldete sich die Grünen-Politikerin bei Twitter zu Wort, während die Universität Hamburg wegen des Ukraine-Kriegs ein Dienstreiseverbot in die Ukraine und nach Russland verhängt hat.

Reaktion auf Ukraine-Krieg: Elbphilharmonie will Putin-Freund nicht auftreten lassen – FDP-Politikerin fordert Aussetzung von Städtepartnerschaft

Konsequenzen könnte es auch in Hamburgs Kultur geben. Während sich zu Beginn des Ukraine-Kriegs der ehemalige Wahl-Hamburger Vitali Klitschko mit einem eindringlichen Video als Bürgermeister von Kiew zu Wort gemeldet hat, will die Elbphiharmonie die für die Osterwoche geplanten Konzerte des Mariinski-Orchesters aus St. Petersburg nicht unter der Leitung des Dirigenten Valery Gergiev stattfinden lassen, wenn dieser kein „Zeichen der Distanzierung“ vom Ukraine-Krieg vornehme. Gergiev gilt als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat derweil der ukrainische Generalkonsulin in Hamburg, Iryna Tybinka, Unterstützung des Senats für ihre Arbeit in der Krise zugesichert.

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Bereits abgesagt hat Peter Tschentscher im Zuge seines ersten offiziellen Statements zum Ukraine-Krieg auch seine für den April 2022 geplante Reise ins russische St. Petersburg, das seit Jahren eine Städtepartnerschaft mit Hamburg hat. Eine Aussetzung genau dieser Städtepartnerschaft hat mit Anna von Treuenfels-Frowein eine FDP-Abgeordnete aus der Hamburgischen Bürgerschaft gefordert und dazu aufgefordert: „Wir alle sollten uns in Berlin dafür einsetzen, dass Russland durch Deutschland und Europa noch deutlich stärker unter Druck gesetzt wird.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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