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Immer mehr Ukraine-Geflüchtete in Hamburg: In Turnhallen sollen sie unterkommen

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Wegen des russischen Krieges in der Ukraine flüchten täglich Menschen aus ihrer Heimat und kommen unter anderem nach Hamburg. Die Notunterkünfte reichen aber nicht.

Hamburg – Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind bereits etwa 25.000 Menschen nach Hamburg gekommen, um Schutz vor dem Krieg in ihrem Heimatland zu suchen. Die Stadt konnte viele davon unterbringen, allerdings nicht alle – neue Unterkünfte mussten und müssen noch immer geschaffen werden.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialamt)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Deshalb werden jetzt erneut fünf Sporthallen als Notunterkünfte für die ankommenden Ukrainer Geflüchteten hergerichtet. Wahrscheinlich werden sie das auch bis zum Jahresende bleiben. Der Hamburger Sportbund hat kein Verständnis mehr dafür.

Sportbund unzufrieden: Hallen nur auf Verdacht vorbereitet, Vereine ausgeschlossen

Aktuell werden fünf sogenannte Dreifeldhallen von Berufsschulen in St. Pauli, Winterhude, Bergedorf, Altona und Wilhelmsburg als Notunterkünfte vorbereitet. Ob man diese auch wirklich braucht, ist noch nicht klar. Zunächst werden sie zur „eventuellen Nutzung“ hergerichtet, wie die Sozialbehörde der Stadt Hamburg am Donnerstag, 21. Juli, bestätigte.

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Bereits Anfang des Jahres waren diese Sporthallen an den Standorten Ladenbeker Furtweg, Budapester Straße, Dratelnstraße, Museumsstraße und Tessenowweg zu Notunterkünften für jeweils 150 Ukrainer umfunktioniert worden, dann allerdings nicht genutzt worden. Trotzdem mussten Vereine auf die Hallen verzichten, was dem Hamburger Sportbund negativ aufschlägt.

Turnhalle als Notunterkunft und eine Turnhalle mit einem Kind auf einem Sportgerät
Hamburger Sporthallen werden wieder zu Notunterkünften. Der Sportbund hat dafür kein Verständnis. (24hamburg.de-Montage) © Stefan Sauer/dpa & Britta Pedersen/dpa

„Für die absolute Notsituation der Stadt im Februar und März dieses Jahres hatten wir Verständnis. Warum nach mehreren Monaten jetzt eine kurzfristige Nutzung der Sporthallen erneut notwendig wird, erschließt sich dagegen nicht“, erklärt Sportbund-Vorstandschef Daniel Knoblich laut der Deutschen Presse-Agentur. Es setze „kein gutes Signal an den Hamburger Sport“, die Turnhallen nur auf Verdacht für die Vereinsnutzung unzugänglich zu machen.

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Außerdem seien besagte fünf Sporthallen „Integrationsräume“, die nicht für eine dauerhafte andere Nutzung vorgesehen sind. Drei der Hallen seien dazu „Pilotstandorte für die erweiterte Feriennutzung“ und sollten damit auf Beschluss der Bürgerschaft regelhaft in den Sommerferien für Sportvereine geöffnet werden.

Nach der Notunterkunft: Weitere Unterkünfte sind geplant, aber erst zum Jahresende fertig

Etwa 60 Menschen aus der Ukraine kommen auch jetzt noch täglich nach Hamburg, um in der Hansestadt Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat zu finden. Von 25.000 Menschen konnten 15.000 untergebracht werden, 13.000 weitere Plätze seien geschaffen worden. „Dennoch reichen die Kapazitäten nicht“, sagt ein Sprecher der Stadt Hamburg.

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Die Stadt hat für die Unterbringung der Geflüchteten bereits Gebäude wie Hotels, Messehallen oder Wohnkomplexe angemietet und arbeite an weiteren Notunterkünften. Aber: „Neue Unterkünfte zu planen, bedarf aber mehrerer Monate Vorlauf, zum Teil – wenn es um feste Gebäude geht – sogar noch erheblich länger“, betont der Sprecher. Die geplanten neuen Unterkünfte sollen frühestens zum Jahresende fertiggestellt sein. Bis dahin werden die Menschen wohl in den Turnhallen bleiben müssen.

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