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UKE-Studie gibt erstmals Einblicke zum Gesundheitszustand von Obdachlosen

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Von: Kevin Goonewardena

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Eine Studie des UKE gibt erstmals Einblicke in den Gesundheitszustand von wohnungslosen Menschen in Deutschland. Welche Erkrankungen am häufigsten sind.

Hamburg – Dass sich wohnungslose Menschen häufig in schlechter gesundheitlicher Verfassung befinden, kann nach einer Begegnung im öffentlichen Raum oft auch ohne medizinische Kenntnisse angenommen werden. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) liefern nun aber erstmals Daten über den gesundheitlichen Zustand von wohnungslosen Menschen in Deutschland sowie zu der medizinischen Versorgung, die Menschen ohne Dach über dem Kopf zur Verfügung steht. Die Studie gibt auch Einblicke in die Krankheiten, die am weitesten verbreitet sind.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:Rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, seit 2017)

Studie zu wohnungslosen Menschen: Migrationshistorie spielt wichtige Rolle

Der Studie zufolge leiden wohnungslose Menschen – mehr als der Rest der Bevölkerung – an somatischen und psychischen Erkrankungen, vor allem an solchen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels. Suchterkrankungen spielen dabei vor allem bezogen auf die psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle, heißt es in der Pressemitteilung zur Vorstellung der Studie. Auch die Migrationshistorie der Studienteilnehmer spielt für deren Gesundheit und medizinische Versorgung eine wichtige Rolle, wie durch die Studie herausgefunden werden konnte.

Ein Obdachloser sitzt auf der Mönckebergstraße und bettelt.
Obdachloser in Hamburg: eine UKE-Studie hat sich erstmals bundesweit mit dem Gesundheitszustand und der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen beschäftigt. © Hanno Bode / Imago

UKE-Studie zu Wohnungslosen zeigt: körperliche Probleme eher bei EU-Ausländern – psychische bei deutschen Wohnungslosen

651 wohnungslose Menschen wurden von den UKW-Wissenschaftlern in den Metropolregionen Hamburgwo im Verlauf des Jahres bereits 23 Menschen den Tod auf der Straße gefunden haben – Frankfurt, Leipzig und München untersucht. Zum Einsatz kamen im Rahmen der Studie Fragebögen, laborchemische sowie klinische Untersuchungen.

Die Studie erbrachte als ein Resultat, dass wohnungslose Menschen ohne deutsche Herkunft häufiger kein Obdach haben – das heißt, keine Möglichkeit, unterzukommen. In Hamburg sind 19.000 Personen von Wohnungslosigkeit betroffen – ein trauriger Rekord! Außerdem fehlt es dieser Klientel häufiger an einer Krankenversicherung. Obdachlose Mitmenschen aus dem EU-Ausland weisen laut der Studie häufiger körperliche Probleme auf, während in Deutschland Geborene öfter an psychischen Problemen leiden.

„Darüber hinaus berichteten rund 23 Prozent der Studienteilnehmenden von einer ärztlich diagnostizierten psychischen Erkrankung. Bei rund 70 Prozent der wohnungslosen Menschen gab es zudem Hinweise auf das Vorliegen einer möglichen unbekannten psychischen Erkrankung“, so einer der Studienleiter, Fabian Heinrich, vom Institut für Rechtsmedizin des UKE.

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UKE-Studie zur Wohnungslosigkeit legt ungedeckten Bedarf an Behandlunsgangeboten dar

Die Studie zeige die Verwundbarkeit, der die wohnungslosen Menschen in Deutschland unterliegen würden, so Franziska Bertram, ebenfalls mit der Leitung der Studie betraut. Die Studie lege außerdem einen ungedeckten Bedarf an psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsangeboten nahe. Insbesondere wohnungslose Migranten sollten bei Programmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vermehrt berücksichtigt werden, so Bertram.

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