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UKE Hamburg: Zu wenig Personal – Besetzungsprobleme auf der Intensivstation

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Von: Kevin Goonewardena

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Das Pflegepersonal der Intensivmedizin des Hamburger UKE wird ab sofort nicht mehr für kranke Kollegen einspringen. Das steckt hinter der drastischen Aktion.

Hamburg – Bis auf Applaus und Einmalzahlungen ist den Pflegekräften in der Pandemie nichts zugutegekommen, denn die eh schon kritische Lage hat sich noch einmal zugespitzt. Obwohl die Politik von allen Seiten aufgefordert wird, gerade jetzt etwas gegen den Personalmangel an Deutschlands Kliniken zu unternehmen, leiden diese nun an zusätzlichem Schwund der Fachkräfte.

Kündigungswellen aufgrund der nochmals zugespitzten Arbeitsbedingungen, dem fehlenden Vertrauen in die Zukunft oder der Angst vor einer vermutlich kommenden Impfpflicht für die Branche erhöhen die Belastungen für die, die noch da sind. Die sich rasend ausbreitende Omikron-Variante tut ihr Übriges. Jetzt greifen Pflegekräfte am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) zu drastischen Mitteln.

Name:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Adresse:Martinistraße 52, 20251 Hamburg
Gründung:19. Mai 1889
Anzahl Mitarbeitende:14.100
Anzahl betten:1738

Pflegenotstand auf Intensivstation des UKE – Mitarbeitende machen Druck

Wie der Norddeutsche Rundfunk jetzt berichtet, wollen die Pflegekräfte der Intensivstationen des UKE bis zum Jahresende nicht mehr für kranke Kolleginnen und Kollegen einspringen. So wollen die Mitarbeitenden vor allem den Druck auf das UKE erhöhen, ihren Forderungen nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen nachzukommen.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und eine verzweifelte Intensiv-Pflegerin, die am Boden sitzt.
Schreckliche Zustände im UKE: Intensiv-Pflegepersonal richtet Hilferuf an Chefetage. (24hamburg.de-Montage/Symbolbild) © Chris Emil Janssen/imago

Die Pflegekräfte wollen unter anderem einen Personalschlüssel von 1 zu 2 durchsetzen, das heißt konkret: Eine Pflegerin oder ein Pfleger soll nur noch zwei Patienten betreuen. Am Wochenende hatte es auf einer Station einen Schlüssel von 1 zu 5 gegeben, eine Pflegekraft musste sich also um fünf intensivmedizinische Fälle kümmern.

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Pflegepersonal nur noch „Dienst nach Vorschrift“ – UKE kündigt Gespräche an

Auch zum eigenen Schutz wollen die Mitarbeitenden der Intensivstation im UKE Hamburg, das kürzlich eine Studie veröffentlichte, die einen schweren Krankheitsverlauf bei dicken Männern prognostiziert, nicht mehr für ihre Kollegen, die sich krankgemeldet haben, einspringen, um sich an ihren freien Tagen nicht zusätzlicher erhöhter Belastung auszusetzen, wie die Intensivpflegekräfte in einem Brief formulierten.

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Da die UKE-Leitung nicht handele, so schreibt das Personal, müsse nur noch „Dienst nach Vorschrift“ erledigt werden, um sich selbst zu schützen. Das UKE kündigte intensive Gespräche an, um die Situation zu lösen.

Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Brandbriefe von Mitarbeitenden unterschiedlicher Abteilungen des größten Hamburger Krankenhauses UKE gegeben. So wurde etwa die Überlastung der Notaufnahme beklagt, auch die Zustände auf der Intensivstation wurden durch das dortige Personal bereits in der Vergangenheit angeprangert. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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