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UKE Hamburg: Triage droht – werden bald Corona-Patienten anderen vorgezogen?

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Von: Kevin Goonewardena

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Corona-Patienten füllen die Kliniken. Nun kommt die Angst vor der Triage – der Entscheidung über Behandlung oder Nicht-Behandlung von Patienten durch Mediziner.

Hamburg – Seit Wochen steigen die Corona-Zahlen nicht nur in Hamburg. Immer mehr Menschen müssen in Kliniken behandelt werden. Als wäre das nicht genug, kämpfen die Kliniken der Hansestadt Hamburg auch mit anderen Problemen – allen voran das größte Krankenhaus der Stadt, das Universitätsklinikum Eppendorf, kurz UKE. Jüngst wurden interne Brandbriefe der Mitarbeitenden der Intensivstation und der Notfallambulanz an die Öffentlichkeit, in denen sich diese über die ihrer Meinung nach katastrophalen Umstände beschwerten.

Einen massiven Anstieg gab es bei Patienten mit dem RS-Virus. Und zu allem Überfluss hat es im UKE in den letzten Wochen gleich zweimal gebrannt. Nun warnt ein Mediziner vor der Gefahr der Notwendigkeit der Triage.

Name:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Adresse:Martinistraße 52, 20251 Hamburg
Anzahl Mitarbeitende:14.100
Anzahl Betten:\t1738 (davon 210 im Universitären Herzzentrum Hamburg und 68 in der Martini-Klinik)

Triage droht: UKE-Professor äußert sich besorgt über „mögliche „latente Triage“

Und es äußert sich nicht irgendein x-beliebiger Mediziner, sondern der Chef der Intensivmedizin des Klinikums. Professor Stefan Kluge. Seine Befürchtung: dass ie sogenannte Triage zur Anwendung kommen müsse, sollte sich die Corona-Lage nicht alsbald entspannen. Mit dem Begriff Triage (ausgesprochen: triːˈɑːʒ; von französisch triage ‚Auswahl, Sortieren, Sichten‘) bezeichnet im medizinischen Kontext die Notwendigkeit, dass medizinisches Personal entscheiden muss, welchem Patienten medizinische Versorgung zugutekommt, und wer nicht behandelt wird, weil aufgrund von Überlastung nicht alle versorgt werden können.

Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland spitzt sich zu: Schwerstkranke Covid-Patienten müssen in andere Bundesländer verlegt werden, da die Kapazitäten nicht mehr ausreichen. (Symbolbild)
Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland spitzt sich zu: Auch in Hamburg droht laut eines UKE-Mediziners das Szenario der Triage. (Symbolbild) © Bernd Wüstneck/dpa

In Bayern, Berlin, Sachsen und Thüringen, so berichtet es die Hamburger Morgenpost, seien die Kliniken schon am Limit. Teilweise müssten Operationen schon verschoben werden. UKE-Mediziner Kluge warnt gegenüber RTL jetzt vor einer „latenten Triage“ – auch in Hamburg.

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Triage droht: So viele Corona-Patienten liegen derzeit in Deutschlands Kliniken

In Deutschland werden laut dem Register der DIVI (Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) mit Stand vom 10. November 2021 2739 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt, 2417 Intensivbetten seien gegenwärtig noch frei. Die Hamburger Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken mit 175 an, das sind 50 mehr als noch vor einer Woche. Von den 175 Patienten müssten aktuell 43 auf Intensivstationen behandelt werden. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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