Verheimlichte das UKE Informationen?

UKE weist Kritik nach Corona-Fällen auf Krebsstation zurück

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben sich im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Vorwürfe weist das UKE nun vehement zurück.

Klinikdirektor Carsten Bokemeyer auf einer Pressekonferenz nach bestätigten Covid-19-Fällen auf der Krebsstation des UKE.
  • Vergangene Woche wurde bei etwa zwanzig Patienten und zwanzig Mitarbeitern des UKE in Hamburg das Coronavirus festgestellt.
  • Nachdem die Infektion zuerst bei einem Klinikmitarbeiter festgestellt wurde, wurden auch Patienten positiv getestet.
  • Kritik an der Informationspolitik der Klinik weist das UKE zurück.

Hamburg - Nach der Häufung von Covid-19-Fällen im Krebszentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Klinikleitung Kritik an der Informationspolitik zurückgewiesen. Die Gesundheitsbehörden seien von Anfang an über jeden Einzelfall informiert worden, sagte der auch für die Onkologie zuständige Klinikdirektor Carsten Bokemeyer am Mittwoch. Das UKE sei sehr professionell mit den Fällen umgegangen und habe die Situation „sehr gut gemanaget“.

Coronavirus auf der UKE-Krebsstation: Klinikmitarbeiter war erster bestätigter Fall

Wie der Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Joachim Prölß, sagte, waren die ersten sieben Patienten einer onkologischen Station am Abend des 5. April positiv getestet worden, nachdem zuvor bei einem Klinikmitarbeiter eine Infektion festgestellt worden war. Im Laufe der vergangenen Woche seien dann weitere Patienten positiv getestet worden, „ungefähr 20 waren es“, sagte er. Auch bei rund 20 Klinikmitarbeitern wurde das Coronavirus festgestellt.

UKE: Coronavirus-Fälle sollen dem Gesundheitsamt nach Bestätigung gemeldet worden sein

Dem zuständigen Gesundheitsamt seien am Morgen des 6. April die Covid-19-Erkrankungen gemeldet worden, „mit dem Hinweis, dass es sich hier um eine Häufung handelt“, sagte der Leiter der Krankenhaushygiene, Johannes K.-M. Knobloch.

Derzeit befinden sich laut Bokemeyer noch 15 infizierte Krebspatienten auf Normalstationen, die im Krebszentrum speziell für Covid-19-Fälle eingerichtet worden seien. Drei Patienten würden intensivmedizinisch betreut, davon werde einer beatmet.

Trotz der heiklen Situation hat ein Arzt des UKEs erst kürzlich eine Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen empfohlen.

dpa/lno

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