„Historischer Durchbruch“

UKE mit Aids-Wunderwaffe? Hamburger Start-up vor dem Durchbruch

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Könnte Hamburg schon bald einen historischen Durchbruch in der Aids-Forschung schaffen? Studien am UKE geben Anlass zur Hoffnung.

  • Forscher aus Hamburg arbeiten intensiv an einer neuen Methode, um Aids zu heilen.
  • Beteiligt an den neuen klinischen Studien im UKE ist das Hamburger Start-up Provirex.
  • Die neue Therapieform zielt darauf ab, das HIV-Virus komplett zu beseitigen.


Hamburg/Eppendorf – Der Name des Hamburger Start-ups „Provirex“ könnte in Zukunft noch öfter fallen: Mit Hilfe von Hamburger Forschern will das junge Unternehmen am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), einen neuen Therapieansatz gegen Aids erforschen - und scheint dem Erfolg erstaunlich nahe. Hat der mühsame, erfolglose Kampf gegen die scheinbar unbesiegbare Krankheit bald ein Ende?

UKE: Hamburger Forscher und Start-up starten neue Aids-Studie

Die Hamburger Wissenschaftsbehörde verkündete es am Mittwoch, 29. April: Am UKE soll eine neue Therapiemethode gegen Aids in einer klinischen Studie getestet werden. In Zusammenarbeit mit dem 2019 gegründeten Hamburger Start-up Provirex wollen Hamburger Forscher einen ganz neuen Ansatz prüfen, den es so bisher in der Aids-Forschung noch nie gab. Unterstützt wird die Studie auch von anderen Institutionen: „Die Beteiligung von Ascenion und des Innovationsstarter Fonds Hamburg ist eine wichtige Grundlage, um die Ergebnisse der Forschung in Zukunft in die Anwendung zu überführen“, sagt Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

Neue klinische Aids-Studie am UKE: Eine „Genschere“ verspricht Heilung

Der neue Forschungsansatz, den das UKE im Kampf gegen Aids verfolgt, basiert vor allem auf einer neuen Gen- und Zellmethode. Die Idee: Eine Genschere soll den Bauplan des HIV-Virus aus der DNA der infizierten Zelle herausschneiden können und das Virus somit komplett auslöschen - bisherige Therapieformen haben sich eher darauf konzentriert, das Virus zu kontrollieren.

Der Ansatz basiert auf Forschungsarbeiten von Prof. Joachim Hauber und dem Team am Hasso-PIattner-Institut (HPI) sowie Prof. Frank Buchholz an der Technischen Universität Dresden. Gemeinsam haben sie die Genschere, die Designer-Rekombinase Brec1, entwickelt und optimiert. In einer Kooperation zwischen dem HPI und dem UKE wird der Ansatz derzeit für klinische Prüfungen vorbereitet.

Fegebank zu neuem UKE-Aids-Therapieansatz: „Historischer Durchbruch“ 

Fegebank, die auch im Kuratorium des UKEs sitzt, hofft auf den Erfolg der neuen klinischen Studie zur Heilung von Aids: „Das wäre ein medizinisch und gesellschaftlich historischer Durchbruch auf dem Weg zur Heilung von HIV und Aids“. Und weiter:. „Zunächst gilt es, den neuen Therapieansatz in der klinischen Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu überprüfen und umzusetzen.“

Ähnlich hoffnungsvoll zeigt sich auch Hauber: „Das könnte ein Meilenstein in der Bekämpfung von HIV werden. Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt hier am UKE-Campus in Hamburg die Möglichkeit erhalten, basierend auf unseren Forschungsergebnissen neuartige Therapieverfahren zu entwickeln.“

Im Kampf gegen Aids gelingt dem UKE vielleicht ein „medizinisch und gesellschaftlich historischer Durchbruch“, sagt Hamburgs Grünpolitikerin Katharina Fegebank (24hamburg.de-Montage).

UKE: Neuer Ansatz wird bei Stammzelltherapie bei HIV-Erkrankten ausgewertet

Bei einer Stammzelltherapie von acht HIV-Patienten im UKE soll der neue Ansatz erstmals evaluiert werden. Finanziell unterstützt wird dieses Vorgehen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Hamburger Senat und der ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung.

„Das ist ein wichtiges Signal der Hoffnung im Kampf gegen HIV und andere bislang nicht heilbare Krankheiten“, freut sich Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. „Es freut mich, dass dieses Signal zusammen mit weiteren Partnern auch aus Hamburg kommt und zeigt, dass wir hier in Hamburg nicht nur eine exzellente Forschung haben, sondern mit dem Innovationsstarter-Fonds Hamburg bei der Investitions- und Förderbank auch geeignete Fördermöglichkeiten für innovative Lösungen auf dem Weg in den Markt und zu den Menschen bereitstellen.“

Weniger erfolgreich scheint das UKE aktuell im Kampf gegen das Coronavirus zu sein - erst am Montag gab es schwere Vorwürfe gegen das Klinikum, berichtet 24hamburg.de. Mit einer neuen Studie möchte man an der Uni-Klinik nun das Coronavirus bei Kindern erforschen.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/ Hans Gelderblom/Robert Koch Institut/picuture alliance/ dpa

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