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U5: Schon wieder Klagen eingereicht! Stoppen Initiativen das neue U-Bahn-Projekt?

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Bau der U-Bahn-Linie U5 ist vermutlich das größte Verkehrsprojekt Hamburgs in den kommenden 20 Jahren. Nun wurden erste Klagen eingereicht. Heißt das Baustopp?

Hamburg – Es ist das Prestige-Projekt der Hamburger Hochbahn schlechthin: Die U-Bahn-Linie U5, die nach Vollendung mehrerer Bauabschnitte ab Ende der 2030er Jahre endlich Hamburgs Osten an das Hochbahn-Netz anschließen soll. Rund 20 neue Haltestellen sind geplant, darunter erhalten auch erstmals Stadtteile wie Bramfeld, Steilshoop, Kieze wie das Grindelviertel oder die Straßenzüge (Jarrestraße, Beethovenstraße) rund um Kampnagel in Winterhude, und das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) einen U-Bahn-Anschluss. Bisher verkehren dort lediglich Busse. Doch nach und nach werden erste Klagen eingereicht. Scheitert das Projekt?

Verkehrsunternehmen:Hamburger Hochbahn
Gründungsdatum und -ort:27. Mai 1911 in Hamburg
Vorstand:Henrik Falk (Vorsitzender/Unternehmenssteuerung)
Mitarbeitende:6074 (Stand Dezember 2019)
Umsatz:534,3 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2019)

HVV: Erste Klagen gegen Bau der U5 eingereicht

Wie das Hamburger Oberverwaltungsgericht auf Nachfrage der Morgenpost bestätigte, seien nun erste Klagen gegen den Bau der U-Bahn-Linie eingereicht worden. Anwohner aus Bramfeld hätten diese aufgrund der zu erwartenden Lärmbelästigung durch den Bau beziehungsweise der vorbereitenden Maßnahmen auf den Weg gebracht. Zwar erlaube der derzeitige Stand des Planfeststellungsverfahrens solche Art von Arbeiten, wie zum Beispiel notwendige Baumfällungen und die ersten Bagger sind bereits nur wenige Tage nach Baugenehmigung im September angerollt, doch das Einlegen von Beschwerden ist weiterhin möglich - und zwar noch bis zum 15. Dezember.

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HVV: Auch Umweltschützer laufen Sturm – Alternative Stadtbahn

Entwurf für die Gestaltung der U-Bahnstation Bramfeld
Wie in einem ScienceFiction-Film: Der Siegerentwurf zur Gestaltung der neuen Station Bramfeld: Eine Schutzwand trennt Bahnsteig und Gleise, die vollautomatischen Türen öffnen sich erst, wenn ein Zug eingefahren ist. © Trapez Architekten

Auch Umweltschützer der Initiative „Elbtram jetzt“ unterstützen die Klagenden bei ihren juristischen Schritten. Sie stützen sich dabei auf eine im Oktober vorgestellte Privatstudie, wie die MOPO berichtet, die den Titel „Eine umweltfreundliche U-Bahn für Hamburg?“ trägt und in der die drei Verfasser die Umweltbelastungen durch den Bau der neuen U-Bahnlinie U5 aufzeigen. Diese, so hatten die Autoren anhand öffentlicher Planungsunterlagen errechnet, würden während der siebenjährigen Bauzeit bis zu zehn Millionen Tonnen CO₂-Emissionen betragen. Zuvor hatte bereits die Organisation BUND die Nachhaltigkeit der U5 infrage gestellt.

HVV: Straßenbahn als Alternative - Hochbahn wehrt sich gegen Kritik

Die Initiative „Elbtram jetzt“ setzt sich, wie der Name schon vermuten lässt, für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Hamburg ein – nicht nur als Alternative zur U5. Am 30. September 1978 fuhr die letzte Straßenbahn in Hamburg – nachdem 1894 die erste elektrische Linie in der Hansestadt eröffnet wurde. Bis dahin wurden die Wagen von Pferdegespannen gezogen. Seit dem Aus der Tram gab es immer wieder Überlegungen, das Straßenbahnnetz wiederzubeleben, bisher ohne Erfolg.

Ich stehe mit meinem Namen dafür, dass wir die nachhaltigste U-Bahn der Welt bauen

Henrik Falk, Vorstandschef der Hochbahn

Die neue Linie soll täglich rund 270.000 Menschen befördern, deutlich mehr als zuerst prognostiziert. Bis zu 45.000 Autofahrer sollen nach Fertigstellung der Linie weniger auf Hamburgs Straßen unterwegs sein. Wann die Linie in Betrieb genommen wird, ist unklar. Gebaut werden darf vorerst weiter: Denn bis ein Gericht über die Klagen entschieden hat, müssen die Arbeiten nicht gestoppt werden. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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