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U5 – Baustart für die neue U-Bahn-Linie in Hamburg

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Von: Ute Laukner

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Die U5 wird nach langen Jahren der Planung nun in Hamburg gebaut. Die neue U-Bahn-Linie führt von Bramfeld rund um die Alster zu den Arenen im Volkspark.

Hamburg – Der erste offizielle Spatenstich für die U5 in Hamburg ist erfolgt: Ende September 2022 hinter dem Bus-Betriebsbahnhof Alsterdorf des Verkehrsunternehmens HVV. Die neue U-Bahn-Linie des HVV existiert damit nicht mehr länger nur auf dem Planungspapier, sondern wird in der Freien und Hansestadt Hamburg erhoffte Realität. Vom Baustart 2022 bis hin zur Fertigsstellung vergehen allerdings noch einige Jahre.

Neue U-Bahnlinie in HamburgU5
Streckenlänge:24 Kilometer
Haltestellen:23 – davon 7 mit Umsteigemöglichkeiten

Neue HVV-U-Bahnlinie U5: Von Bramfeld bis zur Haltestelle Sengelmannstraße unterirdisch im Tunne

Eine neue U-Bahn-Linie sozusagen mitten durch die Stadt zu bauen, bedeutet in der Hansestadt Hamburg sinnbildlich eine Strecke fast rund um die Alster in der City sowie mit zwei auslaufenden Verbindungen nach Nord-West (Volkspark Arenen) und Nord-Ost (Bramfeld). Das ist also ein großes über viele Jahre angesetztes städtisches Bauprojekt.

Die erste U5-Strecke von Bramfeld zur City Nord mit fünf Haltestellen wird unterirdisch und oberirdisch gebaut. Von Bramfeld bis zur Haltestelle Sengelmannstraße fährt die künftige HVV-Linie U5 unterirdisch im Tunnel. Da die U1-Haltestelle bereits vorhanden ist entsteht hier oberirdisch eine Umstiegshalle. Danach geht es für die U5 des HVV wieder unterirdisch weiter bis zur City Nord.

U5 – Daten und Fakten zum Bau der neuen HVV-Linie

Was zunächst nur eine Idee war, entwickelte sich zu einem wachsenden Projekt. Eine neu gegründete Hochbahn U5 Projektgesellschaft unter der technischen Leitung von Geschäftsführer Klaus Uphoff und der kaufmännischen Leitung von Geschäftsführerin Dr. Petra Welge entstand. Angegliedert ist die neue U5 Projektgesellschaft am Technik-Ressort unter der Leitung von Hochbahn-Vorstand Jens-Günter Lang.

Mit dem U5 Spatenstich wurde am 30.9.2022 der offizielle Bau der neuen Bahnlinie eingeläutet. Hochbahn und U5 Projekt GmbH Mitarbeiter, Bügermeister Dr. Peter Tschentscher, Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks sowie viele Paten aus den Stadtteilen des ersten Bauabschnitts waren mit dabei.
U5 offizieller Spatenstich zur neuen U-Bahnlinie: Jens-Günter Lang, Vorstand Hochbahn; Arasp Shojai, Stadtteilschule Bramfeld; Dr. Petra Welge, Geschäftsführung Hochbahn U5 Projektgesellschaft; Stella Eggert, Freiwillige Feuerwehr Bramfeld; Henrik Falk, Vorstand Hochbahn; Linus Servadio, Martin-Luther-King Kirche/Steilshoop; Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister, Hamburg; Fariba Hatami, Martin-Luther-King Kirche/Steilshoop; Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende; Annie Mitchelle Meyer Ordonez, Stadtteilschule Bramfeld; René Nolde Freiwillige Feuerwehr Bramfeld; Klaus Uphoff, Geschäftsführung Hochbahn U5 Projektgesellschaft; Jörg Fastert, Schaubäckerei Fastert. © Ute Laukner

Im Zuge dessen taucht natürlich auch die Frage auf, was die neue U5 kosten wird? Dazu liegen bislang noch keine End-Kostenzahlen vor. Aber allein der erste Abschnitt der U5 von Bramfeld bis zur City Nord wird, was die Kosten angeht, auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Weitere Kosten werden laufend berechnet. Alle Beteiligten hoffen für den Bau der U5 auf Förderungen vom Bund. Vor 2023 wird es dazu allerdings wohl keine näheren Informationen geben.

HVV: Die neue U5 Strecke hat eine Länge von 24 Kilometern

Die neue U5 Schnellbahnlinie wird eine 24 Kilometer lange Strecke sein. Die Laufstrecke rund um die Alster beträgt beispielsweise 7,4 Kilometer. Für die U5-Strecke müsste man also etwas mehr als dreimal um die Alster laufen. Der Stadtteil Bramfeld, im Nordosten von Hamburg, soll zur Begründung des neuen U5 Projektes näher und schneller mit der Innenstadt verbunden werden. An den Werktagen werden an dieser Station täglich 18.000 Menschen erwartet, die entweder losfahren, ankommen oder umsteigen.

In einem Einzugsbereich von rund 720 Metern Fußweg sollen durch die U5 derzeit laut HVV geschätzt etwa 180.000 Bewohner entweder erstmalig oder überhaupt einen besseren Anschluss an das bereits existierende Schnellbahnnetz erhalten. Die gesamte Strecke führt über insgesamt 23 Haltestellen unter anderem von Bramfeld und der City Nord runter an der Außenalster vorbei zum Hamburger Hauptbahnhof. Über den Jungfernstieg geht es weiter in Richtung Stephansplatz, der Uni, zum UKE und endet westlich an den Arenen Volkspark in der Nähe des Volksparkstadions.

Der Fokus der neuen U5 liegt auf Mobilität, Klimaschutz und Ökostromnutzung

In der Videopräsentation beim offiziellen Spatenstich am 30. September 2022 vor vielen Gästen wurde das U5-Projekt nochmal für alle näher erläutert. Redner waren unter anderem Hamburgs erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und der Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Dr. Anjes Tjarks, die einen Fokus richteten auf Mobilität, Klimaschutz und Ökostromnutzung und vieles mehr.

Die U5 ist ein großes und auf viele Jahre angelegtes Verkehrsinfrastrukturprojekt, bei dem die bauvorbereitenden Arbeiten auch mit den Bau-Partnern bereits teilweise gestartet sind. Leitungen werden unterirdisch verlegt für Strom, Wasser und Abwasser sowie die notwendigen und immer wichtiger werdenden Kommunikationskabel.

Ab dem Jahr 2024 geht es nach und nach los mit dem Bau der U5-Haltestellen Barmbek Nord, Steilshoop und Bramfeld. In Bramfeld werden sich die Eingänge beziehungsweise Ausgänge unter dem Bramfelder Dorfplatz an der Kreuzung Barmbeker Chaussee sowie Mützendorpsteedt und Heukoppel befinden. Der jetzige Buskreisverkehr wird dafür an eine andere Stelle verlegt.

U5 – Für die neue Schnellbahn sind in Hamburg 23 Haltestellen mit Ein- und Ausgänge geplant:

Erster Bauabschnitt:

1. Bramfeld (Kreuzung Bramfelder Dorfplatz und Barmbeker Chaussee sowie Mützendorpsteedt und Heukoppel)

2. Steilshoop (Gründgensstraße und Schreyerring)

3. Barmbek Nord (Fuhlsbüttelerstraße und Nordheimstraße)

4. Sengelmannstraße

5. City Nord (Überseering und New-York-Ring)

Weitere spätere Haltestellen:

6. Borgweg

7. Jarrestraße*

8. Beethovenstraße*

9. Uhlenhorst*

10. St. Georg*

Weitere geplante Haltestellen der neuen Schnellbahn U5 in Hamburg sind:

11. Hauptbahnhof (Nord)

12. Jungfernstieg

13. Stephansplatz*

14. Universität*

15. Grindelberg*

16. Hoheluftbrücke

17. Gärtnerstraße*

18. UKE*

19. Behrmannplatz*

20. Hagenbecks Tierpark

21. Sportplatzring*

22. Stellingen

23. Arenen Volkspark*

* diese Haltestellen Bezeichnungen sind noch vorläufig

Die U5 setzt vollautomatische Züge auf der Fahrstrecke ein

Ab dem Jahr Ende 2027 sollen vollautomatisch betriebene Züge zwischen dem Abschnitt Sengelmannstraße und City Nord ihren ersten Probe-Fahrdienst aufnehmen. Im Jahr 2022 gab das Verkehrsunternehmen eine Ausschreibung heraus für die neuen DT6-Modelle. Es wird soll zwei neue Modellvarianten geben – wegen der jeweiligen Bedingungen auf den einzelnen Strecken. Mal mit und mal ohne Fahrerraum. Die Bezeichnung „DT“ bezieht sich übrigens auf in beide Richtung fahrende Doppeltriebwagen.

Im Vorfeld des gesamten U5-Bauprojektes gab es eine ganze Reihe von Informationsveranstaltungen bei denen die Hamburger Bürgerinnen und Bürger eingeladen worden. Neben dem Austausch von Informationen wurde viel diskutiert. Es flossen sogar Tränen, denn es gab unter anderem auch ernstzunehmende Befürchtungen wie beim Info-Austausch zur zunächst geplanten Haltestelle Barmbek-Hartzloh.

Die Ängste langjähriger Bewohner vor den Veränderungen durch den Bau der U5 vor ihrer Haustür waren unter anderem, ob die beliebten Backsteinhäuser durch die unterirdischen Arbeiten Risse bekämen, oder Mietpreise durch solch ein riesiges Projekt steigen würden und für viele unbezahlbar wären, und ob die fußläufig erreichbaren und erholungsspendenen Kleinparks erhalten blieben.

Darauf die passenden Antworten zu finden war sicher nicht leicht für die verantwortlichen Projektleiter der U5. Schon bald wurde aber bekannt, dass die zukünftige Stadion in Barmbek Nord in die Fuhlsbüttelerstraße und Nordheimstraße verlegt wurde.

U5 bietet neue Jobperspektiven

Ob zukünftig mit Blick auf technische Erneuerungen vollautomatisch betriebener Züge mit und ohne Fahrraum insgesamt bei der Hochbahn weniger Fahrer gebraucht werden oder durch die neue U-Bahnlinie 5 mehr Fahrer im Einsatz sein werden, wird sich wohl entsprechend später zeigen. Jobangebote bietet das Verkehrsunternehmen jedenfalls bereits für verschiedene Bereiche an.

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